China schaut sich um im deutschen Mittelstand
An die Spitze mit Know-how-Importen
China blickt weit nach vorne – bereits auf das Jahr 2049. Dann jährt sich zum 100mal die Gründung der Volksrepublik. Zu diesem Zeitpunkt möchte China eine der führenden Industrie-Nationen sein, so zumindest der Plan der Staatsführung.
Dafür wurde vor kurzem der dreistufige Plan „Made in China 2025“ veröffentlicht, der neun Herausforderungen in den Vordergrund stellt. „Im Zentrum der ,Made in China 2025‘-Strategie steht die Automatisierung und Digitalisierung der Industrie. Das deutsche Industrie-4.0-Konzept war dabei ein wesentlicher Ideengeber für Chinas Strategie“, schreibt dazu Jost Wübbecke vom Mercator Institut for China Studies in der „Zeit“.
Die Verbesserung der Produktionsbedingungen, die Integration von Technologien in die Produktion und die Stärkung der industriellen Basis sind drei der Kernpunkte des Vorhabens. Die Förderung chinesischer Markenkultur, Grüne Produktion und die Förderung bahnbrechender Entwicklungen in zehn Kernindustrien sind weitere Kriterien, die der Plan hervorhebt.
Weiter soll die Restrukturierung der Industrie ebenso gefördert werden, wie die Serviceorientierung der Produzenten und die Etablierung serviceorientierter Branchen. Schlussendlich soll die Herstellung internationalisiert werden.
Die zehn industriellen Kernsegmente, die Chinas Staatsführung identifiziert hat, sind: Informationstechnologie; Automation und Robotik; Luftfahrt; High End-Schiffe und Ausrüstungen für die Ozeanerkundung; hochtechnisierte Schienentransporte; Energieeinsparung bei Automobilen und alternative Energien; elektrische Ausstattung; Landwirtschaftsmaschinen; Neue Werkstoffe wie Polymere und Medizintechnik einschließlich Bio-Medizin.
Sollte China seine Pläne umsetzen können, wächst es zu einem Konkurrenten für deutsche Technologie heran. Die Chinesen blicken auf unser Land. Denn Deutschland hat bei den Asiaten ein Bombenimage. 67 Prozent der chinesischen Bevölkerung zeichnet ein positives Deutschland-Bild, hat der Konzern Huawei erst im letzten Jahr ermittelt. Die Asiaten sind ihre Chancen bereits angegangen und befinden sich auf „Erkundungstour durch Deutschland“ und „durchleuchten den deutschen Mittelstand“, wie die WirtschaftsWoche in einer eindringlichen Reportage beschreibt (http://goo.gl/HzkFkQ). Das schließt eine Einkaufsstour durch den deutschen Technologie-Mittelstand ein. Automobilzulieferer und Solartechnik stehen ganz oben auf dem Einkaufszettel chinesischer Besucher. Aber die Interessen gehen weiter: Ob Löschfahrzeugherstellung, Hausgeräte oder Nähmaschinenbau: Die Chinesen zeigen ein breitgefächertes Interesse. Denn die Asiaten wissen: An das Wissen kommt man am schnellsten durch den Zukauf von Weltmarktführern. bw












