Asti-FTS bei Vacom

Annina Schopen,

Sechs Mann sorgen für Nachschub

Bei Vacom transportieren fünf Transportroboter und ein autonom navigierendes Palettenfahrzeug von Asti Insystems die Komponenten zu den 45 Arbeitsstationen. Die Fahrzeuge sind in die Produktionslogistik eingebettet, das ermöglicht transparente Überwachung und Dokumentation oder Just-Time-Transportzustellungen.

Die Flotte der Transportroboter ist bei zukünftigen Produktionssteigerungen skalierbar. © Asti Insystems

Vacom ist ein Anbieter für Vakuum-Mechanik-Messtechnik und -optik und beschäftigt rund 350 Mitarbeiter. Ende August 2019 eröffnete das vor 25 Jahren gegründete Familienunternehmen eine moderne Fabrikhalle am Standort Großlöbichau (Thüringen). Ziel war es, Logistik und Produktion eng durch Industrie-4.0-Anwendungen miteinander zu verzahnen und somit die Voraussetzungen für eine Smart Factory zu schaffen.

Daher sollte das Fahrerlose Transportsystem nicht nur Material und Bauteile zwischen den 45 Arbeitsstationen autonom transportieren, sondern gleichfalls mit der hauseigenen Produktions- und Logistiksoftware kommunizieren, um dadurch zu einer maximalen Qualitäts- und Prozesssicherheit beizutragen. Erforderlich ist diese Verknüpfung aller Maschinen und Leitsys-teme vor allem aufgrund der komplexen Produkte, die zum Teil aus mehr als hundert Komponenten bestehen und kundenspezifisch in den Losgrößen 1 bis zu 1.000 Stück gefertigt werden.

Eine klassische Linienfertigung gibt es nicht. Daher entschied sich Vacom für eine Zusammenarbeit mit Asti Insystems. Das Unternehmen bestellte fünf Transportroboter vom Typ Proant 436, die Lasten bis zu 50 Kilogramm übernehmen und flexibel navigieren können. Da außerdem regelmäßig größere Lasten bis zu 400 Kilogramm anfallen, integrierte Vacom zusätzlich das Proant 576, das auf den Transport von Paletten (mit den Abmessungen 1.200 mal 800 mal 1.000 Millimeter) spezialisiert ist.

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Vor der Integration des FTS wurden die Transporte zwischen den einzelnen Arbeitsstationen manuell durchgeführt. Zudem gab es keine Nachverfolgung der Prozesse. Zum Teil war unklar, wo sich die einzelnen Materialien zu welchem Zeitpunkt befanden. Auf Kundenänderungen, zum Beispiel bei einer veränderten Stückzahl, und neue Bedürfnisse der Produktionen konnte nur schwer reagiert werden. Die Mitarbeiter verbrachten viel Zeit damit, Komponenten zu suchen und an ihren Arbeitsplatz zu bringen. Mindestens ein Mitarbeiter aus dem Team wurde sogar pro Schicht für diese Aufgabe abgestellt.

Mit dem FTS von Asti Insystems werden bei Vacom Transportaufträge präzise und sicher abgewickelt. © Asti Insystems

Heute bewegen sich die Proant-Transportroboter auf einer 112 Meter langen und 35 Meter breiten Fabrikumgebung. Es gibt 45 Arbeitsstationen, an denen unterschiedliche Aufgaben wie Schweißen, Härten oder Polieren durchgeführt werden. Für jedes Produkt gibt es einen individuellen Arbeitsplan und andere Losgrößen.

Die Transportroboter sind in eine komplexe Lager- und Produktionslogistik eingebettet, für die Vacom das Manufacturing Execution System (MES) Hydra von MPDV sowie das Warehouse Management System (WMS) Viadat von Viastore Software nutzt. Die Auftragsgenerierung erfolgt wiederum in SAP. Durch SAP werden Fertigungsordner mit Stücklisten erzeugt und an das MES übergeben. Das MES ist dabei für die komplette Feinplanung zuständig und regelt, welche Maschine, welches Werkzeug, welches Material und welcher Mitarbeiter vonnöten sind. Die Stückliste und Terminierung werden an Viadat (WMS) gesendet, welches die Nachschubaufträge für den jeweiligen Bedarf pro Arbeitsgang koordiniert. Die Nachschubaufträge werden im Supermarkt-Lager der Produktionshalle gepuffert, wodurch der Zwischenlagerplatz an den einzelnen Arbeitsstationen reduziert werden kann. Unmittelbar vor der Verarbeitung wird durch das WMS ein Transportbefehl ausgelöst und ein Transportroboter mit dem Materialtransport an eine der Arbeitsstationen beauftragt. Jede Arbeitsstation befindet sich in einem separaten Raum, in dem sich wiederum jeweils ein Regal für ankommende Kisten (Eingangsbahnhof) und ein Regal für abzuholende Kisten (Ausgangsbahnhof) befinden. Hat der Werker seinen Auftrag abgeschlossen, wird der fertige Auftrag gescannt und im Ausgangsbahnhof abgestellt. Hierdurch wird eine Information an Viadat kommuniziert, sodass ein Roboter die Ware anschließend in das Supermarkt-Lager oder zur nächsten Arbeitsstation bringen kann.

Die Transportroboter sind mit einem Barcode-Scanner ausgestattet. Außerdem haben die Transportroboter vom Typ Proant 436 einen extra hohen Hub von 1,50 Meter. Auf ihrem Weg durch die Produktionshalle passieren die Fahrzeuge verschiedene Automatiktüren, mit denen sie kommunizieren können.

Die Flotte der Transportroboter ist flexibel skalierbar. In der Überlegung ist zum Beispiel derzeit, die drei Hallen am Standort mit einem weiteren autonomen Transportroboter für Routenzüge im Außenbereich zu verbinden.

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