Interview mit Marcel Sabo

Andreas Mühlbauer,

35 Jahre innovative Steuerungslösungen

Sabo Elektronik, Hersteller für Kompaktsysteme und Master-Terminals mit SPS-Funktionalität, feiert sein 35. Jubiläum. Marcel Sabo, Geschäftsführer in zweiter Generation, blickt im Gespräch mit Andreas Mühlbauer auf die Anfänge des Unternehmens zurück und wendet sich der aktuellen Lage sowie der Zukunft der Branche zu.

Marcel Sabo, Geschäftsführer von Sabo Elektronik. © Sabo Elektronik

Herr Sabo, die SABO Elektronik GmbH feiert ihr 35-jähriges Jubiläum. Wie steht das Unternehmen heute da?

Seit unserer Gründung haben wir uns stetig weiterentwickelt. Für uns ist es wichtig, unseren Kunden eine komplette Steuerungslösung aus einer Hand zu bieten. Dafür stehen neben der Steuerung selbst rund 100 Feldbuskomponenten bereit, mit denen wir unsere Geräte individuell ausstatten können.

Natürlich sind wir auch in unserem Jubiläumsjahr aktiv und haben gleich drei Neuheiten im Portfolio. Mit den Master-Terminals der Systemfamilie PLM 800 ist eine neue Produktgeneration auf den Markt gekommen, und durch die Systemfamilie PLM 850 wuchs das Angebot an Master-Systemen noch einmal an. Mit PLM 760 stehen darüber hinaus Basic- und Expan Control Systeme zur Verfügung, die insbesondere in flachen Schaltkästen Platz finden.

Eine Besonderheit in diesem Jahr ist der Umzug in unsere neue Produktions- und Lagerhalle. Durch die 1.300 m2 zusätzliche Fläche konnten wir unsere Logistik verbessern und unsere Fertigungsprozesse neu strukturieren und optimieren.

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Allerdings sorgt die Corona-Krise auch in unserer Branche für Unsicherheit, vor allem da sich der Verlauf nicht planen lässt und die langfristigen Folgen für die deutsche Wirtschaft nicht absehbar sind.

Wenn Sie in Ihr Gründungsjahr zurückdenken, wie weit war damals die Automatisierung in der Produktion fortgeschritten, was war „der letzte Schrei“?

Vor der Gründung der Sabo Elektronik GmbH war mein Vater bereits Entwickler und Konstrukteur von Steuerungslösungen. Dabei erkannte er, dass auf dem Markt Speziallösungen fehlten. Es gab meist nur Produkte von der Stange. Individuelle mit dem Kunden erarbeitete Lösungen waren damals ungewöhnlich, und darauf hat mein Vater das Unternehmen aufgebaut.

Zudem hat er sich bereits mit den ersten Steuerungen ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen. Denn Sabo Elektronik war einer der ersten Anbieter, der eine SPS mit integriertem Display angeboten hat. Damit waren das Anzeigeelement und die Steuerungsintelligenz erstmals vereint, und das haben wir bis heute beibehalten. Dadurch wurde die Bedienung der Steuerungen viel komfortabler, und das war 1985 schon etwas Außergewöhnliches.

Wie haben die Industrie 4.0 und die fortschreitende Digitalisierung Ihr Geschäft beeinflusst und verändert?

Die klassische Automatisierungstechnik entwickelt sich weiter, und das findet Eingang in unser Produktportfolio. Getreu dem Motto „PLM-Master-Systeme – bereit für Industrie 4.0“ ist beispielsweise die bereits genannte Systemfamilie PLM 800 bestens auf die Herausforderungen der digitalen industriellen Produktion ausgerichtet.

Für die digitale Vernetzung und die M2M-Kommunikation setzen wir auf eine offene und leistungsfähige Kommunikation über den Standard OPC-UA. Bei der Führung des Anwenders und der leichten Programmierung unterstützt eine moderne Target-Visualisierung. Nicht zuletzt achten wir auf eine hohe Leistungsfähigkeit unserer Bussysteme. Diese ermöglicht den permanenten Informationsaustausch und somit die maschinelle Produktionssteuerung. Um diese sicherzustellen, müssen Bussysteme in der Lage sein, in immer kürzerer Zeit immer größere Datenmengen zu übertragen. Dazu ist ein leistungsfähiger Prozessor unerlässlich.

Gibt es eine Entwicklung weg von Serienprodukten?

Ja, der Trend geht eindeutig immer mehr in Richtung Losgröße 1. Die Individualisierung und die Kommunikation von Maschinen untereinander gewinnen zunehmend an Bedeutung. Dem kann man mit Serienprodukten kaum gerecht werden. Wir haben schon immer auf Speziallösungen gesetzt. Das spiegelt sich auch in unserem Produktportfolio wider. Dank hoher Signalgeschwindigkeiten und der CAN-Schnittstellen können Kunden mit unseren SPS eine vollständige Vernetzung realisieren. Komplexe Anwendungen und ein hohes Maß an Flexibilität sind möglich.

Was glauben Sie, wie wird die Automatisierungslandschaft in 10 oder 20 Jahren aussehen?

Auf dem Weg zur Industrie 4.0 sind insbesondere Kommunikationsprotokolle und die Datenübertragung zwischen Maschinen entscheidend. Für die Zukunft bedeutet dies, dass Softwarelösungen in diesem Bereich eine wichtige Rolle spielen werden. Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass die Übertragung großer Datenmengen reibungslos und schnell möglich ist.

Große Veränderungen ergeben sich auch auf der Mitarbeiterseite. So werden sich die Tätigkeitsbereiche und damit verbunden das ganze Arbeitsumfeld stark verändern. Wer vorher in einer Halle vor einer Maschine stand und diese kontrollierte, wird in der Zukunft aus der Ferne, beispielsweise von einem Büro aus, die Steuerung der Maschinen überwachen.

Damit dabei unterschiedlichste Endgeräte, vom Laptop über das Smartphone bis zum Tablet, nutzbar sind, wird zudem das Thema Cloud bei der Darstellung sowie Auswertung aller gesammelten Daten weiter an Bedeutung gewinnen. Dafür sind entsprechende Schnittstellen für ein allgemeines Datenlogging in der Cloud erforderlich. Dies werden die wichtigsten Aufgaben für die nächsten Jahre sein.

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