Geschäftsjahr 2021

Andreas Mühlbauer,

Sick zieht positive Gesamtbilanz und verzeichnet Rekorde

Für das Sensorunternehmen Sick mit Hauptsitz in Waldkirch war 2021 erfolgreich. So konnte im vergangenen Geschäftsjahr einen Auftragseingang in Höhe von 2.321 Millionen Euro, sowie ein Umsatz von 1.964 Millionen Euro erzielt werden.

Dr. Mats Gökstorp, Vorstandsvorsitzender der Sick AG. © Sick

Das EBIT betrug 202 Millionen Euro und erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 44%. Darüber hinaus konnte Sick mit 60 Millionen Euro eine positive Netto-Finanzposition erreichen. In den großen Volkswirtschaften USA und China verzeichnete Sick ein erfreuliches Umsatzwachstum von rund 15% und 30%. Zum Jahresende 2021 arbeiteten 11.022 Menschen im Konzern. Damit stieg die weltweite Mitarbeiteranzahl um 5,6%.

Der Geschäftsverlauf des Jahres 2021 war weiterhin geprägt durch die Auswirkungen der Coronapandemie. Insbesondere produzierende Unternehmen mussten auf Störungen in den Lieferketten durch fehlende Schiffscontainer, Fabrik- und Hafenschließungen, niedrige Verfügbarkeit von Materialien sowie politisch- und wetterbedingte logistische Engpässe reagieren. Trotz der erschwerten gesamtwirtschaftlichen Lage konnte Sick die Geschäftsentwicklung insgesamt durchweg positiv gestalten. Aufholeffekte aus dem Vorjahr führten zusätzlich zu einer Verbesserung der Geschäftslage.

Nach dem Umsatzrückgang im pandemiebedingt schwierigen Geschäftsjahr 2020 übertraf das Wachstum im Geschäftsjahr 2021 die Prognose erheblich. Der Umsatz stieg um 16% auf 1.964 Millionen Euro (2020: 1.700 Millionen Euro). Zudem erhöhte sich der Auftragseingang um 34% auf 2.321 Millionen Euro an (2020: 1.726). Mit der Erhöhung des EBITs um 44%, stieg ebenso der Anteil desselbigen am Umsatz auf 10% (EBIT-Marge 2020: 8%). Das Jahreskonzernergebnis vom Vorjahr konnte übertroffen werden: Mit 148 Millionen Euro erreichte das Unternehmen ein um 46% höheres Konzernergebnis als im Jahr zuvor (2020: 101 Millionen Euro).

Anzeige

„Die Kolleginnen und Kollegen zeigten auch im letzten Jahr einen beindruckenden Einsatz für das Unternehmen. Die Ergebnisse aus dem Geschäftsjahr 2021 sind eine hervorragende gemeinsame Leistung. Das vergangene Jahr war durch viele Veränderungen in der Welt und auch bei Sick geprägt, was teilweise Herausforderungen darstellte. Wie schon unser Gründer Dr. Erwin Sick begegnen wir Herausforderungen mit Mut und Zuversicht, unsere Unternehmenskultur ermöglicht dynamisches Handeln und kreative Lösungsfindung. Ein besonderes Highlight aus 2021 war das Jubiläum: Trotz der Corona-Pandemie konnten wir 75 Jahre Innovation feiern! Ich freue mich auf viele weitere erfolgreiche Jahre im spannenden Zeitalter der digitalen Transformation“, sagt Dr. Mats Gökstorp, Vorstandvorsitzender der Sick AG.

Rahmenbedingungen in der Sensorindustrie

Der Branchenverband der Sensorik und Messtechnik AMA e.V. verbuchte im Jahr 2021 ein Umsatzplus von 20 Prozent, verglichen mit dem Vorjahr. Trotz aller Widrigkeiten verzeichnet die Branche seit eineinhalb Jahren einen kontinuierlichen Auftragseingang. Die Hightech-Produktion wird das Wachstum weiterhin anführen, da sich die Industrie auf eine stärkere Digitalisierung und Automatisierung einstellt. Dieser Strukturwandel, der unter anderem durch die Pandemie beschleunigt wird, begünstigt die Nachfrage nach Sensorlösungen und somit das Wachstum dieser Branche. Das bestätigen auch die Zahlen der Sick AG. 

Heimatmarkt Deutschland und Ausbau globaler Märkte

Im Heimatmarkt Deutschland erreichte der Umsatz mit 326 Millionen Euro nach einem pandemiebedingten Rückgang im Vorjahr ebenfalls einen neuen Rekordwert (2020: 284 Millionen Euro). Erfreulich war dabei vor allem die Entwicklung in dem Geschäftsfeld Fabrikautomation, welches das stärkste Wachstum aufwies. In allen Geschäftsfeldern konnte die prognostizierte Entwicklung übertroffen werden. 

Auf den globalen Märkten konnten die Umsatzgewinne im Jahr 2021 ebenfalls ausgebaut werden. Dabei übertraf die Region EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) mit einem Umsatzzuwachs von 12,5% auf 677 Millionen Euro (2020: 601 Millionen Euro) das Vorjahr. 

Eine größere Steigerung ist in Nord-, Mittel- und Südamerika (Americas) zu sehen. Der Umsatz war erneut geprägt durch Zuwächse im Bereich der Logistikautomation in Nordamerika und betrug im Jahr 2021 450 Millionen Euro, was eine Steigerung von 16,2% im Vergleich zum Vorjahr darstellt (2020: 387 Millionen Euro). 

Mit 19,6% mehr Umsatz überraschte die Region Asien-Pazifik positiv. Auch hier hat das Wachstum die Erwartung klar übertroffen. Im Vorjahr lag der Umsatz noch bei 428 Millionen Euro, während im vergangenen Jahr 511 Millionen Euro erzielt wurden. Insbesondere die Umsatzentwicklung in China verlief mit rund +30% positiv.

Forschung und Entwicklung

Die stets hohe Investition in Forschung und Entwicklung (F&E) wurde von 201 Millionen Euro im Jahr 2020 auf 210 Millionen Euro im Jahr 2021 erhöht (+4,6%). 

Ein Highlight der Innovationen 2021 ist das Condition Monitoring, welches in verschiedenen Applikationen Anwendung findet. Es handelt sich um eine cloudbasierte Anwendung, die Messwerte, Geräteparameter und Vitalwerte von Sensoren sowie Analysatoren einsammelt, um selbstständig Ableitungen aus den Ergebnissen zu ziehen. 

Ein weiteres Highlight stellt der InspectorP61x dar: Ein kompakter, leistungsstarker und schnell arbeitsfähiger All-in-One-2D-Vision-Sensor mit integrierter künstlicher Intelligenz und Deep Learning-Fähigkeit, der selbst auf engstem Raum oder am Roboter montiert zuverlässige Inline-Bildverarbeitungsinspektionen ermöglicht. 

Betriebsfähigkeit war durchgängig gesichert

Seit mehreren Monaten leiden Unternehmen unter der angespannten Liefersituation auf den Beschaffungsmärkten. Sick konnte die Bauteilengpässe im Jahr 2021 durch Flexibilität und Kreativität erfolgreich managen, so dass bisher alle Kunden beliefert werden konnten – wenn auch teilweise verzögert. Sick profitiert in dieser Situation von seinen strategisch ausgelegten Geschäftsbeziehungen. Die langjährige enge Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten hat beidseitig wichtige Vertrauensverhältnisse geschaffen, infolgedessen nun beide Seiten auf Verständnis und Loyalität zählen können. Ebenso wie die Lieferengpässe birgt auch die Coronapandemie immer noch Risiken bezüglich der Betriebsfähigkeit. Aus diesem Grund wurde der seit März 2020 etablierte Corona-Planungsstab aufrechterhalten. Dieser beobachtet die Situation kontinuierlich, bewertet und leitet notwendige Maßnahmen ab, um Mitarbeitende und das Unternehmen zu schützen.

Sick trägt Verantwortung

Das Familienunternehmen Sick zeigt sich seit jeher verantwortlich. Die ökonomische, ökologische und soziale Verantwortung spiegelt sich in den unvermindert hohen F&E-Aktivitäten, der Bindung und Gewinnung von qualifizierten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, sozialem Engagement sowie dem hohen Qualitätsanspruch und den ökologischen Nachhaltigkeitszielsetzungen wider.

Bei der Personalsicherung setzt Sick im Jahr 2021 einen neuen Maßstab: In einem modernen Neubau im Schlosspark Buchholz bei Freiburg hat die Sensor Intelligence Academy (SIA) ein neues Zentrum für Kreativität, Austausch und Weiterentwicklung geschaffen. Moderne Lernkonzepte mit Hands-on Learning und zukunftsweisender Medientechnik machen das Lernen für Mitarbeitende, Kunden und Externe flexibel und auf hohem Niveau möglich. Des Weiteren konnte Sick sich abermals als starkes Ausbildungsunternehmen mit 373 Auszubildenden (2020: 384) in den Fachbereichen Informatik, Elektronik, Mechatronik, Mechanik und kaufmännische Ausbildung positionieren.

Der achtsame Umgang mit Ressourcen und der Umwelt schützt unseren eigenen Lebensraum. Um dies aktiv zu unterstützen, hat Sick 14 Handlungsfelder definiert, die auch im Jahr 2021 beachtliche Fortschritte in Richtung Erreichung der Nachhaltigkeitsziele aufweisen konnten. Das Unternehmen entwickelt Produkte, die im Dienst der Nachhaltigkeit stehen. So liefert Sick Sensorlösungen, die es Kunden ermöglichen, nachhaltig zu produzieren. 

Situation im Jahr 2022

Der Vorstandsvorsitzende Mats Gökstorp und Finanzvorstand Markus Vatter sehen die größte Unwägbarkeit für das aktuelle Jahr in den Corona-badingten Lockdowns in China. Das Russland-Geschäft belief sich nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden auf lediglich rund 1% des Gesamtvolumens und wurde von Sick weitgehend eingestellt. In Sachen Energieversorgung gibt sich der Vorstand optimistisch, auch im Falle von Sanktionen ohne Einschränkungen produzieren zu können. Einen wichtigen Aspekt sieht Sick im ausgewogenen, sparsamen Umgang mit Energie. Dr. Mats Gökstorp: „Die aktuelle Priorisierung der Gaslieferungen für private Haushalte vor der Industrie muss dringend überdacht werden. Es muss eine Balance gefunden werden, die beiden Berieche hängen zu stark voneinander ab. Die Industrie sichert Arbeitsplatze, Beschäftigung und Wohlstand in der Gesellschaft.“

Die Kennzahlen auf einen Blick

Sick-Konzern (IFRS)

2020

2021

Veränderung in %

Auftragseingang (in Mio. EUR)

1.726,4

2.320,9

+ 34,4

Umsatz (in Mio. EUR)

1.700,2

1.963,7

+ 15,5

EBIT (in Mio. EUR)

140,6

202,3

+ 43,9

Konzernergebnis (in Mio. EUR)

101,1

147,8

+ 46,2

F&E Aufwand (in Mio. EUR)

201,1

210,3

+ 4,6

Netto-Finanzposition (in Mio. EUR)

-27,9

60,2

-315,8

Mitarbeitende per 31. Dez.

10.433

11.022

+ 5,6

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Personalien

Sick verkündet Vorstandswechsel

Nach insgesamt 23 Jahren wird Vorstandsmitglied Dr. Martin Krämer das Unternehmen Sick zum 30. September verlassen. Ab dem 01. Juli tritt Nicole Kurek, zuletzt Senior Vice President Talent- und Transformationsmanagement bei der BMW Group, dem...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige