MRK + Cobots
Alles im Griff
FSB Franz Schneider Brakel befasst sich als Spezialist für Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Beschlägen für Fenster und Türen neben dem Mengengeschäft auch mit individuell konfektionierten Design-Lösungen. Hinter FSB stehen mehr als 550 Mitarbeiter; die Produktion erfolgt ausschließlich in Deutschland in drei Werken am Hauptstandort Brakel sowie im Werk SSF Sächsische Schlossfabrik in Groitzsch. „Made in Germany“ steht hier als Gütesiegel für eine breite Produktpalette von Fenster- und Türbeschlägen für den Objekt- und Wohnbau über barrierefreie Lösungen im Sanitärbereich bis hin zur elektronischen Zutrittskontrolle mittels Transpondertechnik oder biometrischen Systemen in Form von Türgriffen mit Sensoren. Es kommt neben dem hohen Gebrauchswert auch auf griffiges Design mit hoher Funktionalität und bester handwerklicher Qualität an. Deshalb setzt FSB auf eine hoch automatisierte und qualitätsorientierte, wettbewerbsfähige Produktion.
Ein wichtiger Partner ist SHL Automatisierungstechnik in Böttingen, Spezialist für hochproduktive und hochflexible Roboterlösungen zum Schleifen und Polieren sowie für das integrierte Industrial Handling. FSB hat gut 40 Robotersysteme im Einsatz. Am Beginn stand einst die Realisierung einer Roboter- Schleif- und Polieranlage für Türdrücker aus Aluminium. Jüngstes Projekt ist eine voll integrierte, aber dezentral organisierte Ausdreh-, Kerb-, Schleif- und Polieranlage für Edelstahl-Rosetten. Mit dieser Anlage stellt FSB ab dem umgeformten Rohteil aus Coilmaterial Rosetten für die auftragsgesteuerte Chargenfertigung von Serienbeschlägen und Rosetten für Sonderlösungen her. Wegen der Variantenvielfalt muss eine Anwendungs- und Nutzungs-Flexibilität gegeben sein. Bei den Edelstahl-Rosetten kommt erschwerend hinzu, dass die umgeformten Rosetten zusätzlich innen ausgedreht und präzise mit meiner Kerbe versehen werden müssen, weshalb eine Drehmaschine und eine Kerbmaschine integriert sein muss.
Roboter bearbeiten Rosetten
Die Produktionszelle ist aufgeteilt in vier Funktionseinheiten, die jeweils autark arbeiten können. Vier Roboter organisieren das komplette Teilehandling. Die vier Einheiten betreffen die Kerbmaschine zum Setzen der Kerbe, eine Schleifzelle zum Schleifen und Scotchen „außen“, eine Schleifzelle zum Flachschleifen und Scotchen (Mattieren) auf der Oberseite und schließlich eine Palettierzelle zum Stapeln der Fertigteile. Am Beginn des Bearbeitungsablaufs befindet sich die Drehmaschine zum Innenausdrehen. Von dort gelangen die Rosetten über ein Förderband in den Bereich der Kerbmaschine. Das Setzen der Kerbe muss lagerichtig zur asymmetrischen Lochung der Rosette erfolgen, weshalb an einer Vereinzelungsstation per Visionsystem die Position jeder einzelnen Rosette erfasst und diese dann vom drehbaren Robotergreifer in die Arbeitsposition gedreht und abgelegt wird. Nach dem Setzen der Kerbe erfolgt das Stapeln zu je zehn Stück auf einer Palette. Der Roboter übergibt die Paletten dann an die Schleifzelle, in der sukzessive zuerst die äußere Schleif- und dann die Scotchbearbeitung stattfindet. Hiernach gelangen die Stapelmagazine beziehungsweise Paletten in die Schleifzelle zum ebenfalls sukzessiven Flachschleifen und Scotchen. Die abgestapelten und nun fertigen Rosetten werden schließlich über ein Förderband in den Bereich Palettierzelle transportiert. Dort findet das Entladen des Förderbandes beziehungsweise abschließend das flächige Palettieren der fertig bearbeiteten Rosetten in Kunststoffboxen mit Zwischenlagen statt.
In der Zelle mit der Kerbmaschine ist ein Kuka-Roboter KR5 sixx für das Vereinzeln, die Lageorientierung, die Bestückung der Kerbmaschine, die Entnahme des gekerbten Teils sowie für die Stapelmagazinierung/palettierung zuständig. In der nächsten Zelle (Schleifen/Scotchen außen) organisiert ein Kuka KR16 das Handling samt Führen der Rosetten an zwei SHL-Freiband- und Kontaktrollenschleifmaschinen vom Typ FKS 250/450 ROB. In der Zelle drei (Flachschleifen und Scotchen Oberseite) nimmt ein weiterer KR16 das Teilehandling vor, in dem er die Rosetten einzeln ab Stapel entnimmt und in eine Mehrfach-Werkstückaufnahme, die nach Befüllung in die SHL-Flachschleif- und Scotchmaschine DFSM 2150/450 ROB einfährt, einlegt. Der Roboter nimmt von wechselseitig ausfahrenden Mehrfach-Werkstückaufnahme die fertig geschliffenen/gescotchten Rosetten auf und übergibt sie an das Fördersystem zur Versorgung der Palettierzelle.
Anlage gemeinsam ausgelegt
Hier ist schließlich ein KR16 damit beschäftigt, die fertigen Rosetten vom Förderband zu entnehmen und in Kunststoffboxen einzulegen. Außerdem handhabt der Roboter auch Zwischenlagen und ist deshalb mit einem Vakuum-Doppelgreifer für Rosetten und Zwischenlagen ausgerüstet. SHL hat die gesamte Anlage in enger Zusammenarbeit mit FSB ausgelegt und als schlüsselfertige Einheit installiert. Die Produktionszellen sind für den vollautomatischen Dreischicht-Betrieb ausgelegt und können auftragsflexibel agieren. Typen- und Loswechsel sind durch die Unterstützung mit dem Visionsystem kein Problem. pb








