Rückblick auf 2019
Hänchen-Verbundwerkstoff erobert neue Bereiche
2019 hat das Unternehmen Hänchen alleine ins Zweigwerk Oettingen 1,2 Millionen Euro für Produktionseinrichtungen investiert. Hinzu kommen IT-Projekte sowie eine weitere Drehmaschine im Stammhaus Ostfildern und der Verbundwerkstoff H-CFK hat neue Einsatzbereiche gefunden.
„In diesem sehr gemischten Jahr haben wir wieder intensiv in die Zukunft investiert – sowohl in Produktionsmittel als auch in erprobte und neue Produkte und Serviceangebote“, fasst Tanja Hänchen, Sprecherin der Geschäftsführung, zusammen. „2018 liegt mit einem Rekordumsatz von 22 Millionen Euro hinter uns. Im laufenden Jahr können wir dieses Ergebnis wegen der Konjunkturentwicklung nicht ganz erreichen. Positiv entwickelt sich weiterhin unser Komplettsystem für Antriebslösungen Ratio-Drive.“ Auch das Dichtungskonzept Servosealsei sehr erfolgreich. Den selbst entwickelten Verbundwerkstoff H-CFK nutzt Hänchen für eigene Produkte und erobert mit ihm zugleich neue Bereiche.
Carbon-Produkte aus H-CFK
Der Werkstoff H-CFK, der im Filament-Winding-Verfahren entsteht, war ursprünglich für den Leichtbau im Maschinenbau gedacht. Nun entdecken Anwender andere Einsatzmöglichkeiten etwa im Bereich des Handlings. Als Serienprodukt wird unter anderem eine große Welle als Handlingkern beim Abwickeln von Gewebe mit einer Länge von 5.500 Millimeter gefertigt. Damit können beispielsweise Gewebe für die Inneneinrichtung von Automobilen abgerollt werden. Wie in anderen Anwendungen spielen hier das geringere Gewicht und damit verbundene geringe Hebekräfte eine entscheidende Rolle.
Ein weiteres Beispiel für den branchenfremden Einsatz ist die Armierung von Rotoren in E-Motoren mit H-CFK. Hänchen bietet für solche Einsatzbereiche auch die Dienstleistung, die Bauteile zu umwickeln.

Hänchen schafft eigenen F+E-Bereich
Beim Hydraulikspezilaisten Herbert Hänchen aus Ostfildern forscht und entwickelt künftig ein eigenständiger Bereich unabhängig von der auftrags- und projektbezogenen Konstruktion unter der Leitung von Klaus Wagner.
Dichtung Servoseal
Das Spektrum des vor zwei Jahren eingeführten Dichtungssystems Servoseal wurde jetzt auf Zylinder bis zu einem Durchmesser von 350 Millimeter erweitert. Die Dichtung wurde durch FEM-Analysen, also den Einsatz von finiten Elementen, optimiert, nachdem Hänchen schon bei der Entwicklung eine eigene praxisnahe Prüfung im Versuchsfeld verwendet hat. Hierzu wurde ein selbst entwickelter und gebauter Dichtungsprüfstand verwendet.
Die neue Dichtung, mit einem Rückhaltering aus H‑CFK, erzeugt nur eine minimale Leckage und bietet dennoch geringe Reibungswerte und ist nahezu verschleißfrei selbst bei kleinen Amplituden, hohen Frequenzen und Geschwindigkeiten. Deshalb lassen sich diese Dichtungen oft an Stelle von Drosselspaltdichtungen einsetzen. Sie machen den Hydraulikzylinder energieeffizienter, erlauben kürzere Konstruktionen und ermöglichen technische Lösungen, die vorher nicht realisierbar waren. Durch den Servoseal gewinnt Hänchen neue Kunden in der Hydraulik, obwohl dies kein Wachstumsmarkt mehr ist.
Maschinenbau
Auch im Bau von Maschinen hat sich Hänchen im Rahmen von Ratio-Drive-Projekten weiter etabliert. Dabei spielt die Kompetenz bei der Realisierung von hydraulischer und elektrischer Antriebstechnik ebenso eine Rolle wie die umfangreiche Kompetenz bei der Berücksichtigung der Maschinenrichtlinie bis hin zum Performance Level e (PLe). as









