Meinung

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Ohne die "Mutter aller Maschinen", der Werkzeugmaschine, gäbe es die meisten Produkte und Maschinen nicht. Insofern ist die Werkzeugmaschinenbranche von essentieller Bedeutung für die technologische Weiterentwicklung einer Volkswirtschaft. Und die Messe AMB, die vom 09. bis 13.09. in Stuttgart stattfindet, war jahrelang die bedeutendste Fachmesse dieser Branche in Süddeutschland. Mit dem Umzug auf das neue Messegelände hat sie nun einen entscheidenden Entwicklungssprung gemacht und ist zur bedeutendsten Branchenmesse für Werkzeugmaschinen und Präzisionswerkzeuge in Deutschland nach der EMO aufgestiegen.

Dabei ist das mit 105.200 Bruttoquadratmetern doppelt so große, neue Messegelände mit den derzeit rund 1.200 angemeldeten Unternehmen, das sind etwa 400 Aussteller mehr als zur AMB 2006, schon total ausgebucht. "Wir haben leider schon wieder eine Warteliste", bestätigt Messechef Ulrich Kromer. Begünstigt wurden die Buchungen natürlich durch das positive konjunkturelle Klima. Bis vor wenigen Wochen waren sich die Auguren der Republik einig: Die Konjunktur in Deutschland befinde sich in einer stabilen Wachstumsphase, die auch mittelfristig Bestand habe. Inzwischen rücken immer mehr dieser Experten zwar von dieser Einschätzung schon wieder ab, nachdem der Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau im Mai und Juni jeweils um einige Prozentpunkte unter dem Ergebnis des Vorjahres lag. Gestützt wird die Konjunktur allerdings weiterhin von einer starken Inlandsnachfrage. Vor diesem Hintergrund trifft die Stuttgarter Messe auf ein breites Besucherinteresse. Messechef Kromer erwartet rund 60.000 Besucher aus dem In- und Ausland. Gesucht wird von diesen heute aber nicht mehr nur eine Maschine oder eine Vorrichtung, sondern Unterstützung beim gesamten Fertigungsprozess. Dabei erwartet der Kunde vom Anbieter neben Innovationen, Weiterentwicklungen und Zubehör immer öfter ein umfassendes Dienstleistungsangebot. Doch viele Maschinenbauer verstehen darunter noch immer nur Wartung, Ersatzteile und vielleicht noch Schulungen. "Der Kunde will keinen Service einkaufen, auch nicht unbedingt eine bestimmte Maschine, der braucht ein Produktionsmittel, das verfügbar ist", so die Einschätzung von Professor Dr.-Ing. Horst Meier, Leiter des Lehrstuhls für Produktionssysteme der Ruhr-Universität. "Man kann sich entsprechende Geschäftsmodelle überlegen, um das bezahlt zu bekommen. Dazu gehört auch die organisatorische Verfügbarkeit. Was nützt es zum Beispiel, wenn die Maschine funktioniert, aber die Werkzeuge fehlen? Man muss also schauen, was macht der Kunde, welche Probleme können beim Betrieb der Maschine auftreten und dazu dann das genau passende Angebot platzieren." Hier bietet die AMB den Herstellern eine gute Möglichkeit, den Kunden genau zuzuhören, wo der Schuh drückt. Und dem Anwendern bietet sich auf der Messe im Angesicht der ungewissen Konjunkturentwicklung eine gute Gelegenheit, den Partner zu finden, der ihm nicht nur ein Produkt verkaufen will, sondern hilft, sein Problem zu lösen. Zum beiderseitigen Nutzen: Denn zufriedene Kunden sind treue Kunden, auf die man auch in einer abklingenden Konjunkturphase bauen kann.

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