Reinwasserpumpe

Globaler Standard - lokal angepasst

Mehr Leistung pro Pumpe – so lassen sich die Eigenschaften der neuen Etanorm-Baureihe zusammenfassen. Bis die neue Pumpe den Erwartungen der Experten genügte, waren eine ganze Reihe an Berechnungen, Simulationen und Experimenten nötig. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Das neue Produkt erfüllt alle Ansprüche der Kunden.
Die Pumpenbaureihe Etanorm findet weltweit in den verschiedensten Anwendungsgebieten Einsatz.

Vorbilder haben es nicht leicht, sie müssen immer Bestleistung zeigen und bereit sein, sich ständig zu verbessern. Den Pumpen der Eta-Familie von KSB geht es ähnlich. Die Wurzeln der Baureihe reichen bis ins Jahr 1936 zurück, seitdem wurden mehr als 1,5 Millionen Stück von ihr verkauft. Damit ist sie die erfolgreichste Standard-Wasserpumpe auf dem Markt weltweit. Die Eta-Produktpalette umfasst Wasserpumpen in den verschiedensten konstruktiven Ausführungen. Zur weiteren Steigerung des Kundennutzens lässt sie sich auch automatisieren, etwa mit Pump Drive und Hyamaster (Drehzahlregelung) oder Pump Meter. Die Herausforderung, der sich das Entwicklungsteam um Dr. Norbert Kastrup, Leiter Produktentwicklung einstufige Pumpen beim Spezialisten, stellen musste, war die Frage: Wie setze ich neue Impulse bei einer Pumpe, die bereits durch einen sparsamen Verbrauch, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit überzeugt? Letztendlich gab es zwei Anstöße für die Überarbeitung der Etanorm.

Der erste Anstoß kam durch die Anforderungen des Marktes. Viele Anwender agieren mittlerweile global und sind weltweit vernetzt. Gleichzeitig legen sie mehr Wert auf Standardisierung hinsichtlich der Ersatzteillagerung. Genau hier lag bisher die Herausforderung. Die Pumpenbaureihe Etanorm hat sich weltweit durchgesetzt. Allerdings gab es immer wieder landesspezifische Anpassungen, so dass sich die Pumpen ähnelten, aber doch in einigen Details unterschieden. Ziel des Herstellers war es daher, die unterschiedlichen Ausprägungen der Pumpe zu vereinheitlichen. Ein weiterer Anstoß kam durch die ErP-Richtlinie (EG-Verordnung 547/2012). Zwar erfüllen bereits heute viele Pumpen des Unternehmens die Vorgaben für 2015, dennoch war es das Ziel, noch besser zu werden. Die Kampagne „Fluid Future“ von KSB ist eine Weiterentwicklung dieses Ansatzes. Darin werden alle Produkte und Leistungen zusammengefasst, die zu einem energieeffizienten Betrieb von Anlagen gehören.

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Doch zurück zur Etanorm: Nach wie vor ist die Hydraulik der wichtigste Hebel, wenn es um einen hohen Wirkungsgrad und einen geringen Energieverbrauch geht. Generell überzeugten auch die bisherigen Pumpen der Serie durch ihre optimierte Hydraulik. Mit den fein abgestimmten Baureihen lässt sich genau die Baugröße für den speziellen Einsatz finden. „Unsere Stärke ist es, die Pumpe auf die spezifischen Anforderungen anzupassen, so dass der Energieverbrauch minimiert und die Betriebskosten reduziert werden“, erklärt Dr. Kastrup. Zudem trägt der drehzahlregelbare Betrieb in Verbindung mit Pump Drive und standardmäßigem IE2-Motor zu niedrigen Energie- und damit Betriebskosten bei.

Praktiker interessiert zudem die Zuverlässigkeit ihrer Anlage. So wurde das Raster der Baureihe erweitert. Dank erhöhter Steifigkeit können die Rohrleitungen höhere Kräfte und Momente aufnehmen; dadurch ließ sich eine höhere Zuverlässigkeit erreichen. Zum anderen gab es weitere konstruktive Änderungen, so wurde der Lagerträger noch einmal verstärkt, um Schwingungen im Betrieb zu vermindern. Und selbst bei wechselnden Betriebsbedingungen und bei Feststoffen ist dank einer gekammerten Gehäusedichtung und optimiertem Gehäusedeckel ein zuverlässiger Betrieb möglich. Überdies besitzt sie gute Saug- eigenschaften und ermöglicht über weite Bereiche einen nahezu kavitationsfreien Betrieb. So ergeben sich ein geringer Verschleiß und ein hohes Maß an Laufruhe.

Insgesamt stehen nun 43 Baugrößen zur Verfügung. „An einigen Baugrößen gab es nichts mehr zu optimieren, allerdings konnten wir bei 23 Baugrößen eine Optimierung erreichen“, so Dr. Kastrup. Eine andere Neuerung: „Bisher war der 2-polige Betrieb bei den Baugrößen mit Laufrad-Nenndurchmesser 315 nicht möglich, weil er die Pumpe zu sehr belastete“, erklärt der Experte. Diese Variante steht nun ebenfalls zur Verfügung. Das Team um Dr. Kastrup schaute sich zudem die Einsatzsituationen genau an. „Die Etanorm ist eine Reinwasserpumpe, die nicht in abrasiven Umgebungen eingesetzt wird. Dennoch spielen zunehmend Feststoffe wie Sand eine Rolle. Daher haben wir den Wellendichtungsraum feststoffverträglicher gestaltet.“

Weltweiter Service

Wichtigstes Argument für Anwender ist, dass die Etanorm nun weltweit nach den gleichen Qualitätsansprüchen hergestellt wird. Der Anwender erhält eine Pumpe, die an allen Fertigungsstandorten (Frankenthal, Indien und Südafrika) nach den gleichen Vorgaben gefertigt wird. Trotz gleicher Qualität: Die lokale Anpassung der Pumpe in Bezug auf ihren Einsatz bleibt entscheidend. Dank des globalen Vertriebs- und Servicenetzes stehen Ersatzteile in kürzester Zeit parat. Weiter wurden die Voraussetzungen für die Wartung erleichtert. Zusätzlich wurden Abdrückschrauben an der Schnittstelle zwischen Gehäusedeckel und Lagerträger gesetzt. Bei langem Betrieb kam es hier bei Pumpen in Grauguss öfter zu einer schwer lösbaren Verbindung beider Komponenten. Nun lässt sich der Deckel selbst nach vielen Betriebsjahren problemlos öffnen. Das Wort Standard in Standard-Wasserpumpe führt in die Irre. „Lediglich 1,4% aller 2011 verkauften Pumpen der Baureihe sind baugleich“, so Dr. Kastrup. Die vielen Baugrößen sorgen dafür, dass der Anwender eine Pumpe erhält, die genau auf seine Einsatzsituation passt. jg

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