Interview mit Axel Grigoleit

Daniel Schilling,

Effizienz durch Optimierung

Axel Grigoleit, Key Market Manager Machine Tools bei Hawe Hydraulik, spricht über Digitalisierung und Miniaturisierung in der Hydraulik sowie den technischen Fortschritt in der Branche.

Axel Grigoleit, Key Market Manager Machine Tools bei Hawe Hydraulik. © Hawe

Welche Bedeutung hat die Vernetzung und Digitalisierung von Fertigungsanlagen für die Hydraulik?

Digitalisierung ist ein Trend, der die gesamte Fertigungsanlage über den vollständigen Produktlebenszyklus begleitet. Es beginnt mit der Entwicklung, bei der parallel zum physischen Produkt ein digitaler Zwilling erstellt wird, der die Produkteigenschaften vollständig beschreibt. Digitale Zwillinge gibt es auch von den Hawe-Hydraulikaggregaten, sodass diese für virtuelle Testläufe und Inbetriebnahmen genutzt werden können.

Im weiteren Lebenszyklus der Anlage spielt dann die Kommunikation des Subsystems „Hydraulik“ mit der übergeordneten Steuerung eine wesentliche Rolle. Unsere neueren Aggregate bieten eine Kommunikationsbox, mit der wesentliche Betriebsdaten wie beispielsweise Füllstand, Temperatur und Motordrehzahl über eine IO-Link Schnittstelle kommuniziert werden können. Zusammen mit weiteren Maschinendaten werden damit Condi-tion Monitoring oder auch Predictive Maintenance möglich. Auch am Ende des Produktlebenszyklus bietet die Digitalisierung die Möglichkeit, Komponenten und Bauteile durch geeignete Identifika- tionsmerkmale gezielt der Wiederverwendung oder dem Recycling zuzuführen.

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In welchen Bereichen wächst die Hydraulik derzeit?

Die Hydraulik wächst überall dort, wo auf kleinstem Raum große Kräfte ausgeübt werden müssen. Die Miniaturisierung unserer Systeme bietet dabei neue Möglichkeiten, die Hydrauliksysteme auch dezentral einzusetzen. Immer häufiger ist ein Hydrauliksystem nicht als solches zu erkennen, weil es eine in sich geschlossene Einheit ist.

Spannende neue Einsatzfälle finden wir beispielsweise im Bereich der Medizintechnik. Die Betätigung von Operationstischen ist da noch eine der bekannteren Möglichkeiten. Aber auch bei Exoskletten werden Hydrauliksysteme als interessante Antriebssysteme erprobt.

Stichwort Nachhaltigkeit: An welchen Punkten macht der technologische Fortschritt hydraulische Komponenten effizienter?

An der einzelnen Komponente, wie zum Beispiel einem Ventil, lässt sich die Effizienz durch Optimierung der Fertigungstoleranzen verbessern. Je genauer die Fertigung ist, desto weniger Verluste treten auf. Unsere Sitzventile sind beispielsweise völlig leckagefrei. Über die Komponente hinaus lässt sich die Effizienz aber noch weitergehend im Hydrauliksystem steigern. Das beginnt bei der Systemauslegung, bei der mit Hilfe von Simula-tionswerkzeugen der energetisch optimale Antrieb ausgelegt werden kann. Häufig kann schon durch eine einfache Anpassung des Druckniveaus eine wesentliche Effizienzsteigerung realisiert werden, da die bewegten Massen und die Volumenströme reduziert werden können.

Effizienzsteigerung setzt sich fort beim Betrieb der Anlage, bei der eine intelligente Regelstrategie eine bedarfsgerechte Versorgung der Verbraucher ermöglicht. Die Hydraulik bietet hier interessante und einfache Möglichkeiten, Spitzenlasten abzudecken. Nachhaltigkeit bedeutet aber nicht nur Effizienz: Hydrauliksysteme sind auch durch ihre lange Lebensdauer nachhaltig. Darüber hinaus können die Hydraulikkomponenten als Bauteil oder auch im stofflichen Recycling wiederverwertet werden.

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