Fördertechnik
Vakuum automatisiert Türenherstellung
Mit den Vakuum-Flächengreifsystemen von J. Schmalz aus Glatten, werden in der Holzbearbeitung die unterschiedlichsten Prozesse automatisiert. Grundsätzlich gibt es im Lieferprogramm „Vakuum-Flächengreifer“ drei Baureihen, die sich in ihrer Auslegung und den Anwendungsmöglichkeiten unterscheiden: FX und FM stehen für das Handling bereits bearbeiteter ebener Werkstücke, die aber auch Aussparungen haben dürfen. „Vacubox“ steht für das Handling langer, schwerer und verzogener Bohlen und Bretter – sprich eher für raue Anwendungen. SBX schließlich steht für ein flexibel einsetzbares Vakuum-Flächengreifsystem, das sich sowohl zum Handhaben sägerauer Schnitt- und Konstruktionshölzer sowie von Balken, Bohlen und Brettern oder auch für das Handling von vorgefertigten Holzteilen mit empfindlichen Oberflächen eignet. Die Einsatzmöglichkeiten für die holzverarbeitende Industrie sind vielfältig wie das Beispiel eines italienischen Herstellers hochwertiger Designer-Türen zeigt. Die Anlage sollte möglichst vollautomatisch im Mehrschicht-Betrieb bei vorwiegender Einzelfertigung individueller Türen und Rahmen handhaben.
Vakuum vereinfacht Abläufe
Bei dem Türenhersteller sind die verschiedensten Produkte zu bewegen. Seien es Türen mit Abmessungen von 1.300 mal 2.700 Millimeter, solche mit oder ohne Aussparungen oder Rahmen mit Fries-Breiten von nur 100 Millimetern. Für das alles hat der Vakuum-Spezialist aus Glatten ein Flächengreifsystem der Baureihe SBX parat. Es passt sich an verschiedene Oberflächen und Unebenheiten an, lässt sich gut für lange und verschieden breite sowie schwere Holzteile einzusetzen und hat ein intelligentes Schließsystem. Dies ist für die nicht belegten Saugflächen und erhöht so den Wirkungsgrad.
Durch das geringe Eigengewicht werden weder die Traglast noch die Dynamik des Handlinggeräts groß beeinflusst und als anschlussfertiges Komplettsystem sind die Flächengreifer einfach zu installieren. Kennzeichnend für diese Baureihe ist der integrierte Vakuum-Erzeuger, der das Vakuum durch eine extern liegende Pumpe vom Typ EVE erzeugt.
Flexibel durch Greifer
Der automatische Produktionsablauf gestaltet sich wie folgt: In die Kantenbearbeitungsanlage werden zunächst die „Rohtüren“ eingelegt und bearbeitet. Je nach Anzahl und Reihenfolge der Arbeitsgänge durchlaufen die Türen oder Rahmen die Kantenbearbeitungsanlage demnach mehrmals. Dazu erfolgt nach dem Stapeln am Ende des jeweiligen Bearbeitungs-Zyklus der automatische Rücktransport zum Anfang der Bearbeitung. Da es sich bei den Türen/Rahmen um Designer-Einzelaufträge handelt und sich die Holzteile stark unterscheiden, werden die zugehörigen Daten am Beginn der Bearbeitungslinie über einen Barcodeleser abgerufen. Der gesamte Produktionsablauf wird dann vollautomatisch ausgeführt, wobei die Handlinggeräte, die mit zwei flexiblen Flächengreifern ausgerüstet sind, den kompletten Materialfluss übernehmen. Die Systeme bestehen jeweils aus zwei Balken und sind als Komplettgreifer an Scherenhubeinrichtungen der Portal-Handlinggeräte installiert. Pro Greifer (zwei Balken) genügt eine Vakuumpumpe vom Typ EVE 80, so dass sich hier Gewicht, Montageaufwand und Kosten einsparen lassen. Die Greifersysteme sind drehbar angebaut. Dadurch kann der Arbeiter die Holzteile flexibel und bedarfsgerecht handhaben sowie auf der Kantenbearbeitungsanlage lagerichtig positionieren. Für ein schonendes Handling sind die Greifsysteme an Federelementen flexibel aufgehängt und auch der 25 Millimeter dicke Spezialschaumstoff der Greifer-Saugmatten sorgt für die erforderliche Dämpfung. Nach Auskunft der Anwender funktioniert das Türen-/Rahmen-Handling mit den Flächengreifsystemen gut und störungsfrei. So wie es aussieht, werden also die Kunden auch weiterhin die Tür zubekommen. E. Grundler (ma)









