Finanzdienstleistungen

Andreas Mühlbauer,

Kurzfristiges Kapital für wichtige Investitionen

Nicht nur während der aktuellen Coronakrise steht bei vielen Unternehmen die Liquiditätssicherung an oberster Stelle.

Eine Milliarde Drehteile produziert Leipold im Jahr, unter anderem für Kunden aus der Luftfahrt, der Baubranche und für Lieferanten von Netzinfrastruktur. © Creditshelf

Neben den Förderbanken und den klassischen Kreditinstituten können Unternehmer kurzfristig benötigtes Kapital auch über alternative Finanzdienstleister erhalten – sei es, für die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs oder für wichtige Investitionen in die Zukunft. Die Carl Leipold GmbH geht mit der Finanzierung über ein Fintech neue Wege abseits der Hausbank.

Die Leipold-Gruppe feierte 2019 ihr hundertjähriges Bestehen. 375 Mitarbeiter zählt die Unternehmensgruppe, zu der auch ein Tochterunternehmen in den USA gehört. Am Stammsitz in Wolfach im Schwarzwald arbeiten knapp 230 Fachleute unter der Führung Pascal Schiefers. „Wir haben eine gute und persönliche Unternehmenskultur, begegnen uns auf Augenhöhe und übernehmen Verantwortung füreinander. Das hat uns geholfen, auch wirtschaftliche Krisen gemeinsam durchzustehen“, sagt der Geschäftsführer. Schiefer stieß Ende der 2000er Jahre zum Stammsitz in Wolfach – zuerst als technischer Geschäftsführer, bis er 2012 seinen Vater als Vorsitzenden der Geschäftsführung ablöste.

Lieferant mit Spezial-Know-how

Eine Milliarde Drehteile produziert die Leipold-Gruppe im Jahr und beliefert damit Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen, von internationalen Luftfahrtunternehmen über Hersteller von Haushaltsgeräten bis hin zu Lieferanten von Netzinfrastruktur oder Unternehmen der Baubranche. „Der Fokus liegt für uns immer auf Kunden und Märkten. Wir müssen einfach ständig bereit sein, uns zu strecken und weiterzuentwickeln“, sagt Schiefer. Anfang der 1990er Jahre war das Unternehmen eines der ersten, das Computertechnik zur Maschinensteuerung einsetzte. Mitte der 90er Jahre führte Leipold ein ERP-System ein. Es dient der umfangreichen Datenerfassung im Unternehmen und hilft, Transparenz und Kosteneffizienz zu verbessern.

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Digitalisierung als Chance begriffen

Die großen Herausforderungen für seine Branche sieht der 45-jährige Geschäftsführer vor allem in den gestiegenen Erwartungen an einen Lieferanten. „Der Druck wird nicht geringer. Ich beobachte oft eine regelrechte Supermarkt-Denke: Alles soll sofort verfügbar sein, Qualität Made in Germany bieten, aber möglichst wenig kosten. Doch deutsche Unternehmen waren schon immer gut im Bereich B2B. Hier müssen wir uns auf unsere Tugenden besinnen, sollten dabei aber immer in Bewegung bleiben und wirkliche Flexibilität bieten, statt nur darüber zu reden.“

Ein hoher Digitalisierungsgrad ermöglicht es, Fleißarbeiten zu automatisieren und damit international Wettbewerbsfähig zu bleiben. © Creditshelf

Die Digitalisierung sieht der Geschäftsführer dabei als Chance: „Ein hoher Digitalisierungsgrad gibt uns die Möglichkeit, Fleißarbeiten zu automatisieren und damit international wettbewerbsfähig zu bleiben. Nach außen hin können wir unser Angebot so immer individueller gestalten und gleichzeitig Prozesse nach innen hin standardisieren.“

Mittelständler trifft Fintech

Auch in der Finanzierung will man in Wolfach mit der Zeit gehen und sucht flexible Möglichkeiten wie saisonbedingte Zwischenfinanzierungen. Denn es kommt in der Branche durch Ruhezeiten und Betriebsurlaube der Kunden immer wieder zu jahreszeitlichen Schwankungen. Frühere Verhandlungen mit der Bank hierzu brachten jedoch keine Lösung. Beim Mittelstandsforum BW im Sommer 2018 stieß die Firma Leipold schließlich auf Creditshelf. Damit kam Bewegung in den Prozess: Eine Anfrage beim Frankfurter Fintech, die
Rückmeldung einen Tag später, Einreichen der erforderlichen Listen durch Leipold und schließlich der Besuch des Creditshelf-Kundenbetreuers beim Unternehmen im Schwarzwald.

Dr. Daniel Bartsch (li.) und Pascal Schiefer sehen sich den Familienbetrieb am Stammsitz in Wolfach an. © Creditshelf

Das persönliche Gespräch vor Ort sorgte für einen fundierten Austausch und brachte den Finanzierungsprozess schnell in Gang. „Die Kommunikation mit Creditshelf war modern, locker und trotzdem immer verbindlich. Durch die starke Digitalisierung mussten wir außerdem kein einziges Formular ausfüllen, alles ging schnell voran und unser Ansprechpartner konnte sich auf das konzentrieren, was wichtig ist: verstehen, wie unser Unternehmen tickt und wie das Geschäftsmodell funktioniert“, betont Schiefer.

Zweimal vermittelte Creditshelf mittlerweile Finanzierungen im siebenstelligen Bereich an Leipold. Nach dem ersten Saisonkredit Ende 2018, der bereits zurückgezahlt wurde, folgte im Sommer 2019 eine Wachstumsfinanzierung mit mittelfristiger Laufzeit. Von der ersten Anfrage über die Risikoprüfung bis zur letztlichen Auszahlung dauerte der Prozess dabei nie länger als vier Wochen. Das lag laut Dr. Daniel Bartsch, COO von Creditshelf, auch an der soliden Zuarbeit durch das Unternehmen: „Leipold hat uns stets ein gutes Reporting geliefert. Durch die transparenten Quartalsberichte konnten wir die Entwicklung des Unternehmens gut nachvollziehen und hatten ein plastisches Bild der momentanen Situation. Dadurch konnten wir schnell Vertrauen aufbauen und die entsprechenden Kredite vermitteln.“

Der Zerspanungsexperte realisiert eine saisonbedingte Zwischenfinanzierung als auch eine Wachstumsfinanzierung mithilfe eines Fintechs. © Creditshelf

So ist innerhalb weniger Monate eine stabile Partnerschaft zwischen Mittelständler und Fintech entstanden. Man werde auch in Zukunft weiter zusammenarbeiten, da sind sich beide sicher.

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