Winkelgetriebe übertrifft Industriestandard
Es geht immer noch besser
Durchschnittlich 30 Prozent mehr Nenndrehzahl, jeweils um 20 Prozent höhere Beschleunigungs- und Nenndrehmomente sowie noch weniger Verdrehspiel - das sind Eckdaten, mit denen neue Kegelradgetriebe den bisherigen Industriestandard hinter sich lassen. In Summe sind das 56 Prozent mehr Nennleistung.
Komponenten, Lager- und Verzahnungstechnologie, Optik - es sind viele Neuerungen, die Wittenstein alpha in Igersheim in die neuen Kegelradgetriebe einfließen ließ. Gleichzeitig setzt die Produktfamilie auf Kontinuität, denn alle Winkelgetriebe, mit denen das Unternehmen das Produktportfolio im High-End-Bereich mit niedrigen Übersetzungen abrundet, sind hinsichtlich ihrer mechanischen Schnittstellen kompatibel zu den Winkelgetrieben der Baureihen SK, SPK und TPK. Die nunmehr verbesserten Leistungsdaten, die vor allem auf eine qualitativ hochwertige Verzahnungstechnologie zurückzuführen sind, positionieren die Winkelgetriebe in einem Anwendungssegment, in dem es auf bestmögliche Dynamik und Präzision bei höchsten abtriebsseitigen Drehzahlen ankommt. Entsprechend gehören die Verpackungstechnik, der Werkzeugmaschinenbau, die Druckmaschinenindustrie und Anwendungen, in denen Bauraum ein knappes Gut ist, zu den idealen Einsatzbereichen für diese Getriebe.
Für Anwendungen mit niedrigen Übersetzungsverhältnissen
Die Getriebe wurden konzipiert als leistungsstarke Lösung für Applikationen mit niedrigen Übersetzungen. Sie sind so ausgelegt, dass selbst bei großen Baugrößen abtriebsseitige Nenndrehzahlen jenseits von 2.000 Umdrehungen pro Minute problemlos umgesetzt werden können. Die einstufigen Versionen decken Übersetzungsverhältnisse von eins zu eins sowie eins zu zwei ab und bieten maximale Beschleunigungsmomente zwischen zehn und 315 Newtonmeter bei einem Verdrehspiel von maximal vier arcmin. Mit diesen Werten übertreffen sie den aktuellen Industriestandard in diesem Übersetzungsbereich. Die verlustarmen, zweistufigen Ausführungen mit integriertem Planetengetriebe sind sowohl als Wellenabtrieb (SPC+) als auch als Flanschabtrieb (TPC+) mit einem Übersetzungsbereich von i=4 bis i=10 verfügbar. Auch sie überzeugen mit ihren Leistungsdaten, das heißt mit Beschleunigungsmomenten zwischen 30 und 1.600 Newtonmeter sowie einem Verdrehflankenspiel zwischen zwei und vier arcmin. Alle drei Produkttypen des Kegelradgetriebes sind sowohl für den Dauerbetrieb als auch für einen hochdynamischen Zyklusbetrieb ausgelegt und stehen jeweils in fünf Baugrößen zur Verfügung.
Dahinter steckt fundiertes Verzahnungs-Know-how
Möglich macht diese Perfomance die anspruchsvolle Verzahnungstechnologie der Kegelradgetriebe, bei der Wittenstein alpha die Engineering-, Fertigungs- und Qualitätskompetenz des Schwesterunternehmens Wittenstein bastian in Fellbach nutzt. Die Auslegung der Verzahnung bei Ritzel und Tellerrädern sowie ihr im wahrsten Sinne des Wortes Ineinandergreifen als Kegelradpaare umfasst ein Gesamtpaket aus Entwicklung, Konstruktion, Detailberechnungen, umfangreicher Tests und Optimierungen. Software und innovative Auslegungstools sorgen im Entwicklungsprozess dafür, dass die anvisierten Produkteigenschaften erreicht werden. Die Entwickler haben sich unter anderem für eine Verzahnung entschieden, die eine Leistungssteigerung ermöglicht und eine höhere DIN-Norm-Qualität erreicht. Die gezielte Gestaltung und Optimierung der Makro- und Mikrogeometrie sorgt für ein optimiertes Laufverhalten und mehr Tragfähigkeit, was für maximale Funktionssicherheit auch bei hoher Dynamik sorgt. Dies zeigt sich besonders in den hohen zulässigen Drehmomenten, dem geringen Laufgeräusch und dem guten Übertragungsverhalten. In Verbindung mit einem aufeinander abgestimmten Lagerungs- und Schmierkonzept erreichen die Getriebe einen Wirkungsgrad zwischen 95 und 97 Prozent bei gleichzeitig hoher Robustheit der Lager. Der Kunde profitiert folglich von einer hohen Lebensdauer der Winkelgetriebe. Die konstruktiven Verbesserungen führen in Addition dazu, dass die Schallemissionen um absolut bis zu sechs dB(A) gesenkt werden konnten - das entspricht einer Geräuschminderung um 200 Prozent.
Sie sehen obendrein gut aus
Ein wichtiger Vorteil von Kegelradgetrieben - und generell von Winkelgetrieben - ist ihr platzsparender Anbau an die Applikation. Die Winkelstufe verkürzt die Baulänge von Antrieben zum Teil enorm und ermöglicht so eine passgenaue Maschinenintegration auch bei beengten Platzverhältnissen. Die Kegelradgetriebefamilie bietet über diese Basisfunktion hinaus weitere Verbesserungen: Das Gehäuse ist einteilig in Aluminium ausgeführt - das spart Gewicht. Integrierte Metallbalgkupplungen gleichen axialen und angularen Versatz aus und sind trotz dieser Kompensationsfähigkeit verdrehsteif - das sorgt dafür, dass die erhöhten Drehmomente beschädigungs- und verlustfrei übertragen werden können. Die Kegelräder werden innerhalb des Ölraums durch ein niedrig viskoses Öl tauchgeschmiert - was schließlich die Laufgeräusche dämpft. Die Kegelradgetriebe punkten durch die Reduzierung der Schmierölmenge mit weniger Planschverlusten, weniger Reibung und weniger Wärmeentwicklung. Gleichzeitig sind Ölraum und Schmierstoffmenge so ausgelegt, dass sich die lebensdauergeschmierten Winkelgetriebe in beliebigen Einbaulagen montieren lassen. Fehler bei der Bestellung durch einbaulagenabhängige Getriebeausführungen oder Fehler bei der Inbetriebnahme, etwa durch das Einfüllen von zu viel oder zu wenig Schmieröl, sind somit ausgeschlossen.
Der Hersteller hat die Kegelradgetriebe in ein ansprechendes Produktdesign verpackt. Außenliegende Schrauben haben die Konstrukteure bewusst vermieden. Funktionsgerecht integrierte Sicken am Gehäuse zur Schraubenbefestigung an die Applikation runden das Design ab. Damit sind die Getriebe geeignet für offene Anlagenkonzepte mit ungekapselten Antriebseinheiten, zum Beispiel in sichtbaren Maschinenelementen und Motoren. Manuel Peter/pb









