Oberflächenverfestigung
Hydraulikzylinder neu gedacht
Eine von Acona Hydraulik mit Industrieforschung Wirsing entwickelte Technologie befähigt beide Kooperationspartner, langlebigere, leistungsstärkere und klimaschonendere Hydraulikzylinder zu produzieren. Das Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen hat die Wirksamkeit des Verfahrens untersucht und bestätigt.
Die Deep-R-Technologie, ein neues Oberflächenverfestigungsverfahren zur Spezialbehandlung von Schweißnähten, kombiniert eine bereits bekannte Technik mit hochmodernen Berechnungsmethoden. „Das Festwalzen als umformendes Verfahren zur positiven Beeinflussung der Randzoneneigenschaften von Hydraulikzylindern findet bereits seit langem Anwendung. Die Deep-R-Technologie ergänzt dies um einen hierauf angepassten Berechnungsalgorithmus“, erklärt Dipl.-Ing. Stephan Wirsing, Inhaber von Industrieforschung Wirsing. Der Einsatz von modernen Software-Produkten sowie die Fähigkeit, nach neuesten Lehrsätzen und Algorithmen berechnen zu können, führte in enger Zusammenarbeit mit Acona schließlich zur Überführung eines innovativen Lösungsansatzes in eine prozesssichere und zukunftsfähige Industrieanwendung.
„Die Deep-R-Technologie kann maßgeblich dazu beitragen, Hydraulikzylinder und deren Umgebungskonstruktionen zu optimieren“, sagt Dr.-Ing. Andreas Feuerhack, Oberingenieur am Lehrstuhl für Technologie der Fertigungsverfahren am WZL, das die Technologie in einer mehrmonatigen Untersuchungsreihe umfassend geprüft und ihre Wirksamkeit abschließend verifiziert hat.
Langlebiger und leistungsstärker
Durch dieses Verfahren können Hersteller ihre Maschinen um bis zu 100 Prozent langlebiger machen, um bis zu 25 Prozent leistungsfähiger gestalten oder beim Bau bis zu 35 Prozent Volumen und Gewicht einsparen. „Auch eine Kombination, also eine Verbesserung in allen drei Bereichen, ist individuell plan- und umsetzbar“, sagt Philipp Kampel, Geschäftsführer von Acona Hydraulik. Besonders lukrativ für die Industrie ist die Verdopplung der Lebensdauer von Hydraulikzylindern. „Neu produzierte Zylinder erreichen damit im Verlauf ihrer Anwendung bis zu 100 Prozent mehr Hübe als Vergleichsprodukte“, sagt Kampel. Auch Reparaturen und Optimierungen von bestehenden Hydraulikzylindern auf dem Zweitmarkt sorgen dafür, die Betriebsdauer von älteren Maschinen zu verlängern, und haben zur Folge, dass diese nicht unnötig durch neue Maschinen ersetzt werden müssen.
Hydraulikzylinder müssen oft enorme Leistungen erbringen. „Bei gleichen Abmessungen bietet unser Verfahren eine enorme Leistungssteigerung. So kann der Betriebsdruck der Hydraulikzylinder durch unsere Technologie beispielsweise von 350 bar auf 430 bar erhöht werden“, berichtet Kampel und ergänzt, was das Verfahren besonders macht: „Wir haben die Technologie berechenbar gemacht und konnten sie in die Konstruktionsformel unserer Produkte als entscheidenden Faktor einführen“.









