Energiespeicher kommen bald von Schmalz

„Eine logische Erweiterung des Portfolios“

Der Vakuum-Spezialist Schmalz baut ein weiteres Geschäftsfeld auf: Das Unternehmen plant, künftig auch Lösungen für Energiespeichersysteme anzubieten. Die Entwicklung dieser Lösungen erfolgt in enger Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT).

Energiespeichersysteme sind das neue Geschäftsfeld für den Vakuum-Spezialisten Schmalz. (Foto: Schmalz)

Erstes Produkt sind sogenannte Stacks für Redox-Flow-Batterie-Systeme. Diese Technik ist für stationäre elektrische Energiespeichersystem ideal – sie gleicht Energieangebot und -nachfrage aus. Stacks sind deren Herzstück: Ihre Qualität bestimmt die Leistung und Effizienz des gesamten Systems. Als Wandlereinheit speichern sie elektrische Energie ein oder setzen sie bei Bedarf frei. Schmalz wird die Stacks in Deutschland entwickeln und fertigen, der Produktionsstart ist für 2017 geplant.

„Wir haben in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten ein tiefgreifendes Know-how für Fertigungssysteme sowie für Kunststoff- und Handhabungstechnik aufgebaut“, sagt Dr. Kurt Schmalz, geschäftsführender Gesellschafter von Schmalz. „Bei der Produktion der Stacks ergeben sich viele Synergien zur Vakuumtechnik und zu unserem Produktions-Know-how. Insofern ist der Einstieg in den Markt der Energiespeichersysteme für uns eine genauso naheliegende wie logische Erweiterung unseres derzeitigen Portfolios.“

Vor dem Hintergrund der Energiewende und dem damit einhergehenden, zunehmenden Ungleichgewicht von Energieangebot und -nachfrage gewinnt das Thema Speicherung immer mehr an Bedeutung. Gefragt sind leistungsfähige Lösungen, die diese Schwankungen glätten. „Redox-Flow-Batterien sind hierfür sehr gut geeignet und bieten im Vergleich zu anderen Systemen entscheidende Vorteile: Sie erreichen einen hohen Wirkungsgrad, außerdem sind die Batterien beispielsweise im Vergleich zu Bleiakkus deutlich langlebiger“, so Wolfgang Schmalz, geschäftsführender Gesellschafter. Beim Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie in Pfinztal wird derzeit eine Großbatterie zur Energiespeicherung einer Zwei-Megawatt-Windkraftanlage aufgebaut.

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Redox-Flow-Batteriesysteme speichern elektrische Energie in flüssigen Speichermedien, die in Tanks gelagert werden. Je nach Bedarf kann die in den Tanks gespeicherte Energie nun in der Wandlereinheit – dem Stack – in elektrische Energie umgesetzt werden. Die Anzahl der Stacks bestimmt die Leistung, die Größe der Tanks bestimmt die Kapazität des Batteriesystems. Damit können Leistung und Kapazität unabhängig voneinander skaliert und die Batteriesysteme optimal auf die Applikation angepasst werden. So lassen sich Redox-Flow-Batterie-Systeme beispielsweise mit einer Windkraftanlage oder mit Photovoltaik-Kollektoren koppeln.

Schmalz baut bei der Entwicklung der Produkte auf seinen bewährten Innovationsprozess. Das Unternehmen investiert jährlich rund 8,5 Prozent vom Umsatz in Forschung und Entwicklung, Schmalz hält rund 450 angemeldete und erteilte Schutzrechte. Erst im vergangenen Jahr erhielt das Unternehmen eine Auszeichnung für das „Beste Innovationssystem“ der deutschen Industrie. bw

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