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Artikel und Hintergründe zum Thema

Biglia-Drehzentrum für Herzog

Drei Revolver für kurze Stückzeiten

Drehteilehersteller Herzog stand vor der Aufgabe, komplexe Werkzeughalter aus Pressrohlingen in hoher Qualität und knapper Zeit auf einer Maschine fertigbearbeiten zu müssen. Dazu investierte das Unternehmen in ein doppelspindliges CNC-Drehzentrum B 465T3Y3 von Biglia.

Herzog ist auf die Herstellung von Drehteilen, Zahnräder, Steuerscheiben, Kurbelwangen, Pleuelstangen oder Nockenwellen als Einzelprodukte, Baugruppen oder Systemlösungen spezialisiert. (Foto: Herzog)

Die zur hGears-Gruppe gehörende Herzog GmbH weist als Hersteller von Präzisionsdrehteilen, Antriebselementen und Getriebebausätzen die Kernkompetenzen Drehen, Verzahnen, Innenräumen und Rundschleifen aus. Technologien, für die in den Produktionshallen über 300 Maschinen bereitstehen.

Für den Auftrag, Werkzeughalter für einen großen Abbruchhammer aus Pressrohlingen zu fertigen, fehlten zunächst die geeigneten Kapazitäten. Daher informierten sich der technische Leiter Jan Trenkle und seine Zerspanungsfachleute, welche Drehmaschine für diese Anforderungen geeignet wäre. Herzog hatte bereits Erfahrung mit der Bearbeitung ähnlicher Werkzeugaufnahmen gesammelt, allerdings aus Stangenmaterial und nicht aus Pressrohlingen. Auf der Hausmesse von EB Turn-Key, Tuttlingen, einem auf die Dreh- und Komplettbearbeitung spezialisierten Maschinenhandelsunternehmen, stellte teamtec CNC-Werkzeugmaschinen, das Biglia CNC-Drehzentrum B 465T2Y2 aus, das die Anforderungen erfüllt.

Frei konfigurierbares Drehzentrum

Zu den gefragtesten Biglia-Produkten gehört die Quattro-Baureihe, welche Maschinen unterschiedlicher Größe mit bis zu drei Revolvern und drei Y-Achsen umfasst. teamtec-Vertriebsleiter Claudio Lista erklärt: „Der Kunde kann die Anzahl der Revolver und Y-Achsen sowie deren Anordnung seinem Bedarf entsprechend wählen. Dadurch eignen sich die Quattros für eine Komplettbearbeitung.“

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Letzten Endes setzte sich die Quattroauch in Form des doppelspindligen CNC-Drehzentrums B 465T3Y3 mit drei Revolvern und drei Y-Achsen durch.

Bauteil mit hohen Anforderungen

Um die Pressrohlinge aus 16MnCr5-Einsatzstahl mit ihrer harten äußeren Schicht bearbeiten zu können, muss die Maschine eine hohe Steifigkeit aufweisen und über leistungsstarke Antriebe verfügen. Denn vom Rohling wird ein Großteil des Materials zerspant. Die Biglia B 465T3Y3 überzeugte mit ihren 26 Kilowatt an der Haupt- und elf Kilowatt an der Gegenspindel. Eine wichtige Rolle spielen auch die angetriebenen Werkzeuge, die für Fräsbearbeitungen immerhin 3,7 Kilowatt Leistung und ein Drehmoment von 47 Newtonmeter zur Verfügung stellen.

Die optimale Aufteilung der Bearbeitungen führten die Zerspanungsfachleute von Herzog und teamtec gemeinsam durch. Schon vor der endgültigen Maschinenwahl verglichen sie verschiedene Konfigurationen, bis sie feststellten, dass die B 465T3Y3 mit ihren drei Revolvern und drei Y-Achsen die gewünschten kurzen Bearbeitungszeiten erlaubt.

Vom Rohteil bis zum Fertigteil läuft die Produktion auf der Biglia B 465T3Y3 völlig autonom ab. (Foto: Teamtec)

Die anspruchsvolle Geometrie erforderte dann noch einige Programmoptimierungen. „Gerade die Bearbeitung der Innenkontur, die sich durch Pressen nicht ausformen lässt, war ein Knackpunkt, den wir erfolgreich lösen konnten“, erwähnt Projektleiter Sascha Domrös. Auch die zahlreichen Merkmale mit Toleranzen bis zu 5/100 Millimeter halten die Maschinenbediener bei Herzog heute prozesssicher ein.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Roboterautomatisierung. Denn bei der Fertigung der Werkzeughalter muss der Rohling positionsgenau eingelegt werden, da seine Außenkontur bereits vorgeformte Nuten enthält. Das Fertigteil darf dann nur eine geringe Winkelabweichung aufweisen und muss zahlreiche enge Form- und Lagetoleranzen einhalten.

Automatisierung schafft die Basis

Automatisierungslösungen werden immer stärker nachgefragt. Daher arbeitet teamtec schon seit langem mit ND Technik, Faulbach, zusammen. Automatisierungsfachmann Nikolaus Dobrov passt seine verfahrbare Roboterzelle individuell an die Anforderungen des jeweiligen Bauteils und der Maschine an. Bei Herzog hat ND Technik unter anderem eine Lageerkennung für die Rohlinge integriert und durch ein paar weitere Kniffe das exakte Einlegen sichergestellt. bw

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