Antriebselemente

„Heute die gesamte Einheit“

Das Haus Rodriguez liefert allerlei nützliche Antriebskomponenten wie etwa Kaydon-Dünnring-, Präzisions-Rollen- und Sonderlager sowie auch Rund-, Profilschienen- und Kreuzrollenführungen, Kugel- und Rollengewindetriebe. Sogar lineartechnische Komplettsysteme gehören inzwischen zum Portfolio. SCOPE-Redakteur Michael Stöcker stellt das Unternehmen vor.

Anfang der 1990er begann Rodriguez mit der Eigenfertigung für kundenspezifische Lösungen. Zunächst beschränkte es sich auf die Konfektionierung von gehärteten und geschliffenen Wellen. Inzwischen fertigt das Unternehmen auch die Lagergehäuse und Komponenten: die Kugelumlaufführungen und Kugelbuchsen werden noch zugekauft. „Hier würde sich die Produktion nur als Massenfertigung lohnen und wir bräuchten Schleif- und Härteanlagen. Das ist jedoch zurzeit nicht realisierbar“, sagt Gunther Schulz, der das Unternehmen 2008 im Rahmen eines Management-Buy-Outs übernahm und heute als geschäftsführender Gesellschafter leitet. Seit dem Start der Eigenfertigung erweiterte das Unternehmen seinen Maschinenpark für die Herstellung linearer und rotativer Lagertechnik sowie für umfangreiche Montagearbeiten. Zu den jüngsten Neuzugängen gehört ein vertikales Dreh-Bearbeitungszentrum für die 5-Achs-Simultanbearbeitung. „Damit ist die rotative Fertigung von Großwälzlagern mit Außendurchmessern bis 1.600 Millimeter, aber auch die Umsetzung diverser zusätzlicher Sonderausführungen und Kundenwünsche möglich“, heißt es aus Eschweiler. Auch in der Lineartechnik erweiterte Rodriguez den Maschinenpark: Ein 5-Achs-Fräszentrum zur Bearbeitung von Werkzeugen, Formen und Serienteilen kommt zum Einsatz, wenn Medizintechnik, optische Industrie, Luftfahrt- und Automobilindustrie, Werkzeug- und Formenbau und deren Zulieferer bedient werden müssen. Zudem wurde eine Maschine zum Trennen von gehärteten und geschliffenen Präzisionsstahlwellen angeschafft. Damit stehen der Lineartechnik fünf CNC-Drehzentren zum Hartdrehen von Rundmaterialien, drei CNC-Fräszentren für die Bearbeitung von Aluminium und Stahl, mehrere Trenn- und Sägeanlagen sowie drei Poliermaschinen für die Oberflächenbearbeitung zur Verfügung. Ergänzend dazu sind eine Richtpresse und eine Weichglühanlage im Einsatz. So ist Rodriguez für die steigende Nachfrage im Hinblick auf kurze Lieferzeiten gut aufgestellt. „Wir versuchen zu liefern, bevor unsere großen Wettbewerber ein Angebot erstellt haben“, sagt Schulz.

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Das Produktspektrum seines Unternehmens: Präzisionslager, Lineartechnik und Komponenten für die Automobilindustrie. Der umsatzstärkste Bereich sind die Präzisionslager. Hier ist die Applikationsbandbreite groß, weil kaum ein automatisierter Prozess ohne Wälzlager auskommt. Von robusten Kugeldrehverbindungen bis hin zu torsionssteifen Ultra-Slim-Dünnringlagern ist alles dabei. In der Lineartechnik reicht das Angebot von einfachen Linearführungen über Trapezgewindetriebe bis hin zu Profilschienenführungen, Kugelgewindetrieben und vielem mehr. An dritter Stelle folgen die Automotive-Produkte.

Mehrwert-Produkte mit System

Neben den Kapazitäten für kundenspezifische Lösungen dürften viele Kunden des Unternehmens vom langjährigen Engineering-Know-how sowie den speziellen Kenntnissen und Erfahrungen in der Mechanik profitieren. Auf dieser Basis entwickelte Rodriguez seinen Geschäftsbereich Value-Added Products. Firmenchef Schulz erklärt: „Vonseiten unserer Kunden werden immer häufiger ganze Systemlösungen und weniger Einzelkomponenten angefragt. Die Kunden wünschen sich einbaufertige Komplettpakete. Diesen Trend können wir in den Geschäftsfeldern Lineartechnik und Präzisionslager dank unserer Value Added Products bestens bedienen.“ Seine Ingenieure entwickelten beispielsweise ein Rotationslager zur Einstellung der Linse in Röntgengeräten. Dazu kombinierten sie die äußere Hülle eines Dünnringlagers mit einem maßgefertigten Innenlager mit radial geschliffenen Nuten. So ersetzten sie sechs Einzelkomponenten! Ein anderes Beispiel für ein Value Added Product aus dem Bereich Präzisionslager ist die Entwicklung einer Dreheinheit für einen Computer-Tomographen. „Der Kunde bestellte bei uns früher nur die Dünnringlager für die Dreheinheit und baute dann alles selbst zusammen. Heute kauft er die gesamte Einheit von uns“, berichtet Schulz. Wie die im Detail ausgestaltet ist, überlässt der Kunde Rodriguez. Wichtig ist nur, dass die Rahmenbedingungen erfüllt und die Mitteilungspflicht eingehalten werden. Das galt auch für die Konzeption und Fertigung einer auf Reali-Slim-Dünnringlagern basierenden Dreheinheit für die Röntgenquelle von Kofferscannern, die an Flughäfen für eine gründliche Gepäckkontrolle sorgen. Die Einheit wurde im Hause montiert, getestet und einbaufertig ausgeliefert. Der Kunde erhielt damit nicht nur die Lagertechnik, sondern auch die präzise darauf abgestimmte Umgebung aus einer Hand und profitiert von einer reibungslosen Funktion. ms

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