Anwendungen in Schienenfahrzeugen

Mara Hofacker,

Flammwidrige 3D-Druck-Kunststoffe

Die Verwendung von Kunststoffen in Schienenfahrzeugen ist seit vielen Jahren Stand der Technik. Für die Bauteilproduktion gewinnt der 3D-Druck auch hier immer größere Bedeutung. 3D-gedruckte Kunststoffbauteile kommen dabei sowohl im Außen- als auch im Innenbereich von Schienenfahrzeugen zum Einsatz.

Demonstrator aus Luvocom 3F PEI 50236 GY. © Lehvoss Group

Neben der Verwendung in neuen Fahrzeugen spielt die additive Fertigung auch ihre Stärken bei der Ersatzteilherstellung aus. Hier können Bauteile in kleinen und mittleren Stückzahlen kostengünstig erstellt werden und teilweise ermöglicht erst der 3D-Druck die Wiederbeschaffung von Bauteilen.

Bauteile in Schienenfahrzeugen obliegen besonderen Anforderungen zum Brandverhalten. In Europa gilt hierzu die EN 45545. Diese Norm beinhaltet verschiedene Prüfungen, die das Verhalten von Materialien im Brandfall simulieren. Unter anderem werden die Rauchgasdichte und der Sauerstoffindex ermittelt. Die Anforderungen liegen dabei, je nach Einsatzbereich, noch über den hohen Anforderungen der Luftfahrtindustrie. Es erfolgt eine Einteilung nach Hazard Levels (HL1–HL3) und Anwendungen beziehungsweise Requirements (R-Klassen).

Aus der Produktreihe Luvocom 3F von Lehvoss wurden drei Produkte auf Basis der Polymere PEI, PPS und PA geprüft und klassifiziert. Die Herstellung der Prüfkörper erfolgte im FFF-Verfahren. Geprüft wurden die Rauchgasdichte (DIN ISO EN 5659-2) und der Sauerstoffindex (DIN ISO EN 4589-2). Die Produkte Luvocom 3F PEI 50236 GY, Luvocom 3F PPS CF 9938 BK und Luvocom 3F PAHT KK 50056 BK FR erfüllen R22 und R23 in HL 1, HL 2 und HL3 und sind damit breit einsetzbar. Das PEI 50236 GY ist nach Forderung der Industrie grau eingefärbt, was das nachträgliche farbige Lackieren überflüssig macht. Alle drei Produkte erfüllen zusätzlich die UL94 V0 ab einer Wandstärke von 0,4 mm mit 3D-gedruckten Prüfkörpern.

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