Anwenderkonferenz

Siemens PLM Software stellt neue Version der CAD/CAM-Lösung NX vor

Chuck Grindstaff, CEO von Siemens PLM Software, skizzierte anlässlich der Anwenderkonferenz in Berlin, wie Fertigungsunternehmen zukünftig aufgestellt sein müssen, um erfolgreich zu sein. Des weiteren wurde unter anderem die neue Version der CAD/CAM-Lösung NX vorgestellt.

"Die industrielle Fertigung ist ein grundlegender Baustein für die Wirtschaft", erklärte Chuck Grindstaff auf der 2-tägigen Anwenderkonferenz von Siemens PLM Software Mitte Oktober in Berlin, "sie ist die Basis für Arbeitsplätze und Wohlstand weltweit." Doch die Strategien der führenden Industrienationen, wie Deutschland, USA, China und Japan würden sich deutlich in ihrer Zielsetzung unterscheiden. In den USA sei eine Renaissance der Fertigung zu beobachten, die Initiativen für niedrige Energiekosten würden sich bemerkbar machen und es bilde sich ein "National Network for Manufacturing Information". "In Deutschland gibt es die Industrie 4.0-Initiative, die das Ziel hat, Informations- und Produktionssysteme zu verschmelzen", erläuterte Grindstaff weiter, "also den nahtlosen Informationsfluss von der Fertigungsebene bis zur Entscheiderebene zu realisieren." In China stehe der Fokus auf Qualitätssteigerung und Fertigungsautomation. In Japan sei die "Innovation 25 Initiative" angestossen worden, die unter anderem das Ziel habe, die Zusammenarbeit zwischen Staat, Hochschulen und Industrie noch enger zu koordinieren. Auch auf technologischer Seite würden die Entwicklungen schneller voranschreiten als je zuvor, wie beispielsweise beim Thema Crowdfunding (Einbeziehung der Kunden und Partner bei Design und Entwicklung neuer Produkte) oder 3D-Printing.

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Der Siemens PLM Software-Boss zitierte dazu auch eine Aussage des Beratungshauses Mc Kinsey: "Diese Next Generation Manufacturers werden intelligente und flexible Unternehmen sein, die Big Data nutzen und in einem Netzwerk von Partnern entlang der Wertschöpfungskette eng zusammenarbeiten, um Entscheidungen zu beschleunigen, Performance zu steigern und Komplexität zu managen." Unterstützt werden diese Unternehmen dabei durch entsprechende Softwarelösungen. Siemens PLM Software stellte dazu in Berlin die aktuelle Version der CAD/CAM-Software NX vor.

NX 9 bringt neue Funktionen und weiterentwickelte Technologien für mehr Flexibilität bei der Produktentwicklung. Darüber hinaus profitieren verschiedene Branchen von bis zu fünfmal höherer Produktivität. Innovative Werkzeuge, wie zum Beispiel Synchronous Technology für 2D, erleichtern die Bearbeitung von 2D-Daten erheblich. Die neu eingeführte Fourth Generation Design (4GD) Technologie macht die Konstruktion großer Baugruppen noch produktiver. Mit der NX Applikation Realize Shape steht jetzt außerdem ein neuer Technologieansatz für die Freiformkonstruktion zur Verfügung, der optimal in den Entwicklungsprozess integriert ist. NX 9 ist über die Active Workspace-Umgebung von Siemens noch besser in das Product Lifecycle Management (PLM) eingebunden. Insgesamt hat die integrierte Lösung für Computer Aided Design, Manufacturing und Engineering (CAD/CAM/CAE) zahlreiche weitere Verbesserungen in allen Bereichen erfahren. Sie alle gehen auf Herausforderungen verschiedener Branchen wie dem Automobilbau, der Luftfahrtindustrie, dem Schiffbau, der Konsumgütersparte oder dem Maschinenbau ein und schaffen dadurch Mehrwert. "NX 9 ist ein wichtiger Schritt nach vorne - für Siemens, unsere Kunden und für die Produktentwicklung ganz allgemein", erläuterte Jim Rusk, Senior Vice President Product Engineering Software bei Siemens PLM Software. "Mit Weiterentwicklungen wie Synchronous Technology für 2D, 4GD und NX Realize Shape verschaffen wir unseren Kunden hohe Flexibilität bei der Konstruktion. Gleichzeitig wird ihre Produktentwicklung deutlich leistungsfähiger. Und durch den Einsatz unserer erfolgreichen Lösung Active Workspace verbessern wir die High-Definition-Anwendererfahrung noch weiter. So treffen unsere Kunden fundierte Entscheidungen und stellen im Ergebnis bessere Produkte her."

Weltweit ist die Modellierung in 3D die bevorzugte Konstruktionsmethode. Allerdings sind in nahezu allen Branchen weiterhin auch 2D-Zeichnungen und Produktdaten in 2D in einer Vielzahl digitaler Formate im Einsatz, zumindest in einigen Bereichen der Produktentwicklung. Inkompatible Datenstrukturen und uneinheitliche CAD-Technologien gestalten die Arbeit mit diesen 2D-Dateien aber üblicherweise zäh und zeitaufwändig. Synchronous Technology für 2D reichert die 2D-Daten mit intelligenten Informationen an und löst so diese Probleme. Eine Umwandlung ist dabei nicht nötig, Anwender bearbeiten Multi-CAD Dateien in 2D auf diese Weise bis zu fünfmal schneller. Das ist besonders für Branchen mit besonders hohem Altbestand an 2D-Produktdaten hilfreich, wie etwa die Automobilindustrie, die Luft- und Raumfahrt oder den Maschinenbau. "Synchronous Technology für 2D von Siemens ist ein hochentwickeltes 2D-Werkzeug. Es hilft dabei, Fallstricke beim Zeichnen und Skizzieren zu umgehen", sagte Chad Jackson, Principal Analyst bei Lifecycle Insights, einem Forschungs- und Beratungshaus für PLM. "Die Software 'versteht' die geometrischen Zusammenhänge innerhalb der 2D-Zeichnungen und setzt bei der Umwandlung auf Annahmen, die der Anwender kontrolliert. Das Ergebnis sind intelligente Änderungen. Diese Annahmen werden außerdem lokal angewendet und nicht umfassend. Das sorgt für mehr Geschwindigkeit und Leistung."

NX Realize Shape, jetzt neu in NX 9, bietet eine einzigartige Umgebung für Freiformkonstruktion. Auf dieser Basis entstehen Produkte mit anspruchsvollen Formen oder komplexen Oberflächen. Die Lösung integriert erstmals in der Branche hochentwickelte, einfach bedienbare und flexible Werkzeuge in eine umfassende CAD/CAM/CAE-Software. Dadurch fallen zahlreiche Schritte weg, die beim Einsatz separater Anwendungen für Freiformkonstruktion und technische Entwicklung nötig sind. Im Ergebnis können Unternehmen aus der Konsumgüterindustrie, aber auch aus der Luft- und Raumfahrt, der Medizintechnik und dem Schiffbau ihre Produktentwicklung deutlich verkürzen.

NX 9 enthält zahlreiche weitere Verbesserungen in fast allen Bereichen von CAD, CAM und CAE. Mit 4GD wird ein neues Paradigma für die Datenverwaltung eingeführt, das vielfältige und effiziente Methoden für die Zusammenarbeit und die Konstruktion im Baugruppenzusammenhang (Design in Context) ermöglicht. Damit lassen sich komplexe, großformatige Produkte mit Millionen von Bauteilen schneller konstruieren.

NX 9 ist darüber hinaus in Active Workspace 2.0 eingebunden, die Schnittstelle zur Teamcenter Software von Siemens. Anwender finden relevante Informationen zu Bauteilen, Aufgaben, Arbeitsabläufen, Anforderungen und Spezifikationen sehr schnell - selbst dann, wenn diese auf verschiedene externe Datenquellen verteilt sind. NX enthält innovative CAE-Werkzeuge für bessere Temperatursimulationen an Flugzeugmotoren. Damit lassen sich komplexe Randbedingungen um bis zu 75 Prozent schneller erstellen. Ein neuer paralleler Temperatur-Solver für NX CAE verbessert die Leistungsfähigkeit bei großen Modellen. Ergebnisse liegen damit schneller vor. NX Nastran, der FEM-Solver für optimale Leistungsfähigkeit, Genauigkeit, Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit bei Berechnungen, wurde ebenfalls verbessert. Simulationen von Geräusch, Vibration und Schwingungen (Noise, Vibration and Harshness - NVH) sind jetzt in der Hälfte der Zeit möglich. Neue Funktionen bei NX für die Fertigung lassen bessere Kontrolle zu und ermöglichen damit schnellere und flexiblere CAM- und CMM-Programmierung. Die aktuelle Management-Funktion für bereits abgetragene Bereiche, die bei der Verarbeitung im Formenbau zum Einsatz kommt, lässt sich über eine grafische Oberfläche effizienter programmieren. Das beschleunigt den Prozess bei einigen komplexen Teilen um bis zu 40 Prozent. Außerdem lässt sich die Verarbeitung dadurch sehr präzise steuern. Mit einer Funktion für die Programmierung mehrerer Bauteile können Programmierer Verarbeitungsschritte bei einer beliebigen Anzahl ähnlicher Bauteile in einer Anordnung wiederverwenden. So lässt sich beispielsweise eine Anordnung mit sechs identischen Bauteilen bis zu viermal schneller programmieren. Die neue Funktion MRL Connect für NX verbindet NX CAM direkt mit der Manufacturing Resource Library (MRL) in Teamcenter. Dadurch können Programmierer einfach auf eine integrierte Bibliothek mit Standardwerkzeugen, Halterungen und Vorlagen zugreifen. Die Möglichkeiten für CMM Inspection Programming wurden ebenfalls erweitert und unterstützen jetzt neben massiven Bauteilen auch solche aus Blech. Damit steht Herstellern aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt, High-Tech-Elektronik sowie Automobilbau eine hochautomatisierte Lösung bereit, um Prüfprogramme zu erstellen. NX 9 ist ab sofort verfügbar. hs

Urban August, Deutschland-Chef von Siemens PLM Software, nimmt im unten stehenden Video Stellung zu folgenden Fragen:

SCOPE: 2012 war das erfolgreichste Jahr der Firmengeschichte - werden Sie 2013 in ähnlicher Größenordnung wachsen?

SCOPE: In Deutschland waren Sie 2012 mit einem Zuwachs von 25 Prozent besonders im Maschinenbau überaus erfolgreich. Was bietet Siemens PLM Software dem Maschinenbau, was andere nicht haben?

SCOPE: Als Sie 2010 Ihre Position übernommen haben, haben Sie die Vision der Datendurchgängigkeit als Ziel von Siemens PLM Software geschildert. Wie weit haben Sie sich diesem Ziel genähert?

SCOPE: Welche konkreten Vorteile hat der Anwender von einer solchen Datendurchgängigkeit?

SCOPE: 2010 hat Siemens PLM Software bekannt gegeben, dass Daimler komplett auf NX umsteigt. In einem Interview vor einigen Monaten hat Dassault-Chef Bernard Charles nun gesagt, dass Daimler Catia nicht (vollständig) ablöse. Wie ist der Stand des NX-Projektes bei Daimler?

SCOPE: Siemens hat angekündigt, 15.000 Mitarbeiter in allen Bereichen zu entlassen. Ist Siemens PLM Software davon ebenfalls betroffen?

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