Zulieferer

Führen, fördern und fixieren

Technische Bürsten sind heute in vielen Branchen alltägliche Zulieferteile. Je nach Ausführung dichten, transportieren, führen oder fördern sie. Und das ist noch längst nicht alles! SCOPE-Redakteur Michael Stöcker fasst exemplarisch einige Bürsten-Anwendungen aus Apparatebau, Transport- und Oberflächentechnik zusammen.

Führen, fördern und fixieren
Bürsten in der Blechbearbeitung: Schonendes Fixieren empfindlicher Blechtafeln.

Woran denken Sie bei Wort Bürsten? Ans Frisieren, Zähne putzen oder Auto waschen? Das geht wohl den meisten so. Den wahren Funktionsumfang moderner technischer Bürsten erfasst jedoch nur, wer nach Anwendungen in der Industrie sucht. Denn hier haben technische Bürsten aufgrund der inzwischen vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten von Fasern und Grundkörpern einen hohen Stellenwert.

Die Anwendungsgebiete technischer Bürsten erstrecken sich heute über nahezu alle Branchen. Ihre beweglichen, anpassungsfähigen und vielseitig verwendbaren Fasern sind in vielen Bereichen die optimalen Helfer – etwa beim Abdichten, Transportieren, Waschen, Tragen, Fixieren, Führen, und, und, und. Einer der führender Hersteller auf diesem Gebiet – das Unternehmen Mink-Bürsten – hat vor allem durch die Jahrzehnte lange Zusammenarbeit mit seinen Kunden zahlreiche innovative Faser- und Problemlösungen realisiert.

Im Maschinen- und Apparatebau werden flexible Leistenbürsten beispielsweise zum Schutz gegen Staub und andere unerwünschte Schmutzpartikel verwendet. Auch Hersteller von Industrietoren und -türen setzen die flexiblen Komponenten ein. Dabei gelten die einfache und schnelle Montage, die Reduzierung von Lärm und Klappergeräuschen und die einfache Abdichtung – etwa gegen Zugluft – zu den großen Vorteilen technischer Bürsten. Von großer Bedeutung ist dabei immer wieder die Flexibilität ihrer Fasern, sie sich an fast jede erdenkliche Form oder Kontur anpassen. Darüber hinaus ist die Montage – oder besser: das Befestigen – technischer Bürsten heute denkbar einfach: Aufstecken und Klemmen bei Blechschenkeln, Einstecken in vorgefräste Nuten oder Kleben an Oberflächen.

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Durch den Einsatz des Flex-Systems von Mink-Bürsten entfällt zudem ein aufwändiges Befestigen der Bürstenkörper, was eine erhebliche Reduzierung der Montagekosten bedeutet. Ebenso besteht die Möglichkeit, jede beliebige Länge zuzuschneiden, so dass kaum Abfälle durch Verschnitt entstehen. Und größere Mengen liefert der Göppinger Hersteller nach Kundenwunsch auf einem Coil. So lassen sich mehrere hundert Meter Leistenbürsten auf nur einem halben Quadratmeter lagern.

Neben Abdicht-Funktionen übernehmen technische Bürsten immer häufiger Transportaufgaben. Dabei haben sich Walzenbürsten, Keil- oder Flachriemenbürsten zum schonenden Fördern von Stück- oder Schüttgut inzwischen international etabliert. Als bewährtes Transportelement gilt auch das Mink MBS-System. Es vereint die Vorteile eines schonenden Transportes mit technischen Bürsten mit den Vorzügen einer modularen Bauweise von Gliederbändern. Durch die spaltfreie Umlenkung können sich an Austragbändern keine Kleinteile verklemmen. Die Prozesssicherheit wird erhöht, Maschinenstillstandzeiten werden minimiert. Und da für die Kettenglieder Polypropylen-Spritzgussteile verwendet werden, lassen sich günstige Preise und kurze Lieferzeiten erzielen.

In der blechbe- und verarbeitenden Industrie dient das MBS-System als Material schonendes und zuverlässiges Transport- und Austrageband für Bleche. Späne, Splitter oder andere Verunreinigungen fallen zwischen die Faserbündel. Große Vorteile bietet diese Lösung auch in der Lebensmittelindustrie, wo sie zum Transport von empfindlichen oder weichen Gemüse- und Obstsorten eingesetzt wird und deren Beschädigung verhindert. Dabei bietet das System durch die Verwendung unterschiedlicher Faserhöhen stets die Möglichkeit, auf dem Transportband definierte Mitnehmer „aufzustellen“, mit denen sich die Fördermenge beeinflussen lässt. Ebenso können Teile mit Hilfe der nachgiebigen Fasern auf Stau gefördert werden oder gar gebremst werden. Letzteres geschieht durch Schrägstellung der Fasern. Die Trockenreinigung eines verschmutzten Gliederbandes genügt meist Druckluft. Aber auch die Nassreinigung mit einem Dampfstrahler stellt kein Problem dar.

Nachgiebigkeit siegt

Aus Gründen der Prozessoptimierung und der Kostenreduktion setzen auch die Automobil- und Möbelindustrie immer mehr Systeme ein, die auf dem Einsatz technischer Bürsten beruhen. Nachgiebig und weich ersetzt hier hart und starr: Empfindliche Bleche und Möbelfronten wurden lange Zeit in Ladungsträgern und Transportgestellen transportiert. Diese meist aufwändigen Stahlkonstruktionen haben ebenso wie mit Kettenantrieben konstruierte Transportmittel den Nachteil, dass die Oberflächen der beförderten Güter nur allzu leicht Schaden erleiden: Kratzer, Mattierungen und andere Oberflächenbeschädigungen führen zu erheblichem Ausschuss. Durch den Einsatz von Leisten- und Rundbürsten von Mink-Bürsten in Transportsystemen wird der Ausschuss auf ein Minimum reduziert. Die weichen, flexiblen Fasern passen sich an die Form der Teile genau an und verhindern, dass sich die zu transportierenden Güter berühren. Eventuelle Fremdkörper (Späne) fallen zwischen die Faserbündel. Klappergeräusche werden stark minimiert und Beschädigungen werden weitgehend vermieden. Zudem ist ein einfacher Austausch der Bürsten gewährleistet. Alles in allem wird ein attraktives Kosten-Nutzenverhältnis erzielt. Und sowohl das Fasermaterial als auch der Bürstenkörper kann speziell für die Anwendung ausgewählt werden.
Michael Stöcker ([email protected])

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