Lieferketten nachhaltig optimieren

Wie ein Operational Excellence Projekt Kabelhersteller Leoni zum Erfolg führte

Hohe Ausfallquoten in der Produktion, keine zuverlässige Lieferung und unverhältnismäßig hohe Kosten: Noch vor fünf Jahren sah es für die osteuropäischen Produktionsstätten der Leoni AG, weltweit tätiger Anbieter von Drähten, optischen Fasern, Kabeln und Kabelsystemen, im Geschäftsbereich „Industry & Healthcare“ äußerst kritisch aus.

Das Management der Business Group Industry & Healthcare stand beim Restrukturierungsprojekt vor großen Herausforderungen: Zum einen geht die Lieferkette des Unternehmens über nationale Grenzen hinweg. Zum anderen galt es, internationale Standorte miteinander zu verbinden. Das Management der Business Group Industry & Healthcare stand beim Restrukturierungsprojekt vor großen Herausforderungen: Zum einen geht die Lieferkette des Unternehmens über nationale Grenzen hinweg. Zum anderen galt es, internationale Standorte miteinander zu verbinden.

"Für den Sektor Healthcare produzieren bei uns drei internationale Standorte gemeinsam. Die Abstimmungsprozesse gestalteten sich dabei kompliziert und sorgten dafür, dass die Performance nicht die erwarteten Ergebnisse erbrachte“, erklärt Siemen-Jannes Meinders, Business Unit Leiter im Geschäftsbereich Healthcare bei der Leoni. Aufgrund dieser Situation entschloss sich das Unternehmen diese Hürden bewusst anzugehen und gemeinsam mit candidus management consulting als Partner ein Operational Excellence Projekt durchzuführen. In etwa zwei Jahren sollten die logistischen Prozesse so umgewandelt werden, dass die Teilschritte der Supply Chain länderübergreifend einheitlich aufeinander abgestimmt laufen. Mit Blick auf die Kosteneffizienz stand dabei die Stabilisierung der Prozesse, die Reduktion der Ausfallquote, eine Verkürzung der Durchlaufzeiten und das Senken der Bestände im Vordergrund. „Unser wichtigstes Ziel war es, eine Lösung zu finden, mit der wir die Lieferkette nachhaltig optimieren konnten“, so Markus Thoma, COO der Leoni Division Wire & Cable Solutions.

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Die Herausforderung der Einheitlichkeit und Vernetzung

Für die Business Unit Healthcare arbeiteten bei Leoni drei europäische Produktionsstandorte zusammen: Friesoythe in Deutschland mit der Gesamtverantwortung für dieses Geschäftsfeld, Děčin in Tschechien und Stará Turá in der Slowakei

Das Management der Business Group Industry & Healthcare stand beim Restrukturierungsprojekt vor großen Herausforderungen: Zum einen geht die Lieferkette des Unternehmens über nationale Grenzen hinweg. Zum anderen galt es, internationale Standorte miteinander zu verbinden. „Nicht nur rein rechtlich müssen dabei Unterschiede beachtet werden, auch in der Kommunikation war eine sorgfältige Planung notwendig“, erklärt Roland Rech, Leiter dieses Projekts und langjähriger Berater bei candidus management consulting. Für die Business Unit Healthcare arbeiteten bei Leoni drei europäische Produktionsstandorte zusammen: Friesoythe in Deutschland mit der Gesamtverantwortung für dieses Geschäftsfeld, Děčin in Tschechien und Stará Turá in der Slowakei. Dem Standort in der Slowakei galt bei der Restrukturierung besondere Aufmerksamkeit: Erst kurz vor Beginn des Projekts war die Produktionsverantwortung in erheblichem Umfang dorthin verlagert worden und der Standort hatte massive Probleme bei der Lieferperformance zu verzeichnen. Die Ziele, die für diesen Standort festgelegt worden waren, konnten nicht wie erwartet erfüllt werden. „Mit candidus stand uns ein Partner zur Seite, der sowohl methodisch als auch persönlich gut harmonierte und dessen Grundsatzmethodik individuell an unsere identifizierten Engpässe angewandt werden konnte“ so Thoma.

Maßgeschneidert und effizient: Die entscheidenden Schritte

Roland Rech, Leiter des Projekts und langjähriger Berater bei candidus management consulting.

Die Hauptaufgabe im Restrukturierungsprozess bestand darin, den Standort in der Slowakei mit den erforderlichen Maßnahmen neu aufzustellen und die Abläufe aller drei Standorte für die Business Unit Healthcare aus einem Guss zu konzipieren. Dazu wurden in einem ersten Schritt eine Ist-Analyse durchgeführt und die Anforderungen aller Anspruchsgruppen identifiziert. Auf dieser Grundlage beschlossen die Business Group Industry & Healthcare und candidus gemeinsam einen Paradigmenwechsel, hin zu einer expliziten Kundenorientierung, um langfristig die gewünschten Ergebnisse im gesamten Lieferprozess zu erzielen. Der Schlüssel zum Erfolg: Im Fokus sollte ab jetzt die Produktion nach den Spielregeln des Marktes stehen, nicht mehr das Verteilen im Rahmen der kapazitiven Produktionsmöglichkeiten des Werks. „Auf diese Weise haben wir die Grundausrichtung von einer kapazitätsgetriebenen Produktion hin zu einer marktgetriebenen Produktion verändert. Damit konnten wir erreichen, dass das Qualitätsniveau stabilisiert wird, die fristgerechte Einhaltung von Terminen gewährleistet werden kann, die Durchlaufzeiten verkürzt und die Kosten gravierend gesenkt wurden“, sagt Rech. Dies galt insbesondere für den Produktionsstandort in der Slowakei, wurde jedoch immer im Hinblick auf das Ziel, die gesamte Business Unit Healthcare in den einzelnen Prozessen zu verbinden, betrachtet.

Für die Umsetzung wurde basierend auf einem gemeinsam verabschiedeten Konzept ein Plan mit verschiedenen Maßnahmen erstellt: Die erforderlichen Lieferzeiten sollten quantifiziert und in SAP als sogenannte Serviceklassen hinterlegt werden. Es wurde beschlossen, die Kapazität durch aktive, vorausschauende Kapazitätssteuerung an die Kundenbedarfe anzupassen und die Materialverfügbarkeit durch die entsprechenden Dispositionslogiken sicherzustellen. Um nachhaltige Erfolge zu generieren, gehörten auch intensive Mitarbeiterworkshops und -schulungen zum Konzept. Die Abbildung der Performance bis auf Shopfloor-Ebene, eine Neugestaltung der Zeichnungen mittels Layer-Technik sowie die Modularisierung der Produkte kamen ebenfalls auf den Maßnahmenplan, um die Qualität der Produkte sicherzustellen. Die Lieferzuverlässigkeit wurde durch die Einführung einer PULL-Steuerung und der dazugehörigen IT-Tools deutlich verbessert. Zusätzlich wurde die Erhöhung der Produktivität u.a. durch GEMBA-Workshops sichergestellt. Begleitet wurden diese Maßnahmen von Change Management durch intensives Training und Coaching. Sechs Arbeitsteams, aufgeteilt in die Aufgabenkreise Organisation, SCM, Einkauf, Technik und KPIs, beteiligten sich an dem Projekt. Sie bestanden aus Entscheidungsträgern, Fachexperten und Meinungsführern, geleitet und koordiniert durch die Projektleiter, die parallel an den einzelnen Standorten mit der Integration der Maßnahmen betraut wurden. Entscheidend für den Erfolg des Projekts war die Schaffung einer standortübergreifenden Denkweise. Mit der stärkeren Vernetzung und einem intensiveren Austausch der einzelnen Standorte sollten sich diese als Teil eines großen Ganzen verstehen.

Mit Nachhaltigkeit erfolgreich in die Zukunft

Leoni-Kabelbäume und -systeme für medizintechnische Geräte verbinden die unterschiedlichsten Funktionen: Neben Energieversorgung und Steuerung übernehmen sie Licht- und Datenübertragung bis hin zu sogenannten Assist-Funktionen, wie zum Beispiel die Kühlung von Gerätekomponenten.

Die Business Group Industry & Healthcare hat das Operational Excellence Projekt sehr erfolgreich umgesetzt und konnte alle zu Beginn gesteckten Ziele erreichen. Das Beste ist: Auf Basis der im Rahmen des Projekts implementierten Methoden konnten sich die Verantwortlichen selbstständig so weiter entwickeln, dass der Standort von einem der Hauptkunden zum Lieferanten des Jahres gewählt wurde. „Durch die Restrukturierung konnte die Rentabilität unseres Standorts in der Slowakei wie geplant erreicht werden. So konnten wir unter anderem die Fehlerquote nach Beendigung des Projekts im Bereich Healthcare halbieren“, sagt Ivan Stražák, Managing Director des Werkes Stará Turá. Ebenso erreicht das Unternehmen heute in diesem Sektor eine Liefertreue und eine Lieferfähigkeit von nahezu 100 Prozent. Die Geschwindigkeit wurde somit nachweislich gesteigert und die Abläufe für den gesamten Prozess der Supply Chain standortübergreifend effizient aufeinander abgestimmt.

„Besonders das hohe Engagement und die Veränderungsbereitschaft der Verantwortlichen und der Mitarbeiter vor Ort haben maßgeblich zu diesen positiven Ergebnissen beigetragen“, betont Roland Rech. Die Betroffenen wurden von Beginn an durch den gesamten Prozess hinweg geführt und haben aktiv Beiträge geleistet. Dadurch integrierte man alle Beteiligten in das Projekt. Schließlich wurde der im Projekt gelegte Grundstein für solch eine Veränderung nicht nur hervorragend durch die Standortleitung sowie die Mitarbeiter mitentwickelt, sondern auch weiterentwickelt und eine nachhaltige Basis für die Zukunft geschaffen. kf

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