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Artikel und Hintergründe zum Thema

Wechselbohrkopfsystem

Rüst- und Wechselzeiten minimieren

Eines der weltweit führenden Unternehmen für hochverschleißfeste Schnecken und Zylinder in Extrusion und Spritzguss ist Reiloy. Eine Umstellung von herkömmlichen Vollhartmetallbohrern auf das modulare Sumocham-Wechselkopfsystem von Iscar brachte dem Unternehmen mehr Prozesssicherheit und mehr Produktivität bei spürbarer Kosteneinsparung.
Ein komplettes Sumocham-Bohrwerkzeugsystem

Etwa 24.000 Zylinderrohlinge und 4.000 fertige Zylinder sowie 1.200 Schnecken jährlich fertigt Reiloy Metall jeweils nach Auftragsvorgaben aus den Gruppen-Unternehmen bzw. nach Kundenzeichnungen der externen Auftraggeber. Dementsprechend sind auch die maschinellen und personellen Kapazitäten auf die mechanische Bearbeitung ausgelegt. Aufgrund der teilweise sehr komplexen Bearbeitungsprozesse setzt man bevorzugt auf großformatige Dreh- und Fräsmaschinen sowie vor allem auf multifunktionale Dreh-Fräszentren zur Komplettbearbeitung in einer Aufspannung. Reiloy ist in der Lage, Schnecken und Zylinder bis zu einem Gewicht von zehn Tonnen, einer Länge von 10.000 mm, einem Außendurchmesser von 800 mm und mit Zylinderbohrungen bis 400 mm herzustellen. Folgerichtig geht es hier immer um die massive Zerspanung in allen Varianten, weshalb nicht nur den großen Hochleistungswerkzeugmaschinen, sondern auch der Anwendung von entsprechenden Hochleistungswerkzeugen hohe Aufmerksamkeit gilt. Reiner Sommerfeld, bei der Reiloy Metall in Troisdorf für das Werkzeugmanagement zuständig, führt dazu aus: „Wir arbeiten im Dreischichtbetrieb auf 14 Großmaschinen von Heyligenstedt, Weingärtner, WfL und dergleichen mehr. Wir haben oftmals nur Einzelstücke oder Kleinstserien bis zu drei Stück zu fertigen, wobei die komplexe Bearbeitung je nach Größe und Ausführung der Schnecken und Zylinder mehrere Stunden in Anspruch nimmt und die Werkstücke einen sehr hohen Wert darstellen. Da muss buchstäblich jeder Schuss sitzen. Wir können uns keine Störungen und Stillstandzeiten erlauben und sind, sowohl die Maschinen als auch erst recht die Werkzeuge betreffend, auf eine sehr hohe Verfügbarkeit und Dauerleistungsfähigkeit angewiesen. Aus diesem Grund arbeiten wir mit allen führenden Werkzeugherstellern zusammen, wozu auch Iscar zählt.“ Ihren Ursprung hatte die langjährige Zusammenarbeit mit dem Werkzeug-Spezialisten aus Ettlingen im Bereich der bewährten Abstech-/Einstech-/Stechdrehwerkzeuge. Reiner Sommerfeld zeigte sich vielversprechenden Neuerungen gegenüber immer aufgeschlossen und gab dem Werkzeughersteller die Möglichkeit, das hoch innovative, modular aufgebaute Bohrwerkzeugsystem Sumocham vorzustellen. Das System besteht aus einem Bohrkörper aus Werkzeugstahl, der einen bestimmten Durchmesserbereich abdeckt, und wechselbare Bohrköpfe aus Hartmetall. Das Team von Iscar analysierte zunächst die zahlreichen Bohrbearbeitungen pro Zylinder bzw. Schnecke und stellte für erste Tests ein paar entsprechende Bohrkörper und Bohrköpfe zur Verfügung.

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Probleme aus der Welt geschafft

„Wir sind permanent am Optimieren, versuchen Zeitverluste auszumerzen, Prozesse zu verkürzen und Kosten zu sparen“, erläutert Reiner Sommerfeld. „Im Fall der aufwändigen Bohrbearbeitung mittels konventioneller Vollhartmetallbohrer war häufiges Wechseln der Werkzeuge die Regel, erforderlich wegen Verschleiß und Nachschleifen. Daraus resultierten unproduktive Nebenzeiten, die durch den Austausch sowie das erneute Vermessen und Anpassen des Programms verursacht wurden. Hinzu kamen ein hoher Handlingaufwand, eine entsprechende Mehrfach-Lagerhaltung an Werkzeugen aller relevanten Durchmesser und schließlich auch der Beschaffungsaufwand, weshalb wir hier die Chance sahen, mit dem Sumocham-Wechselbohrkopfsystem auf einen Schlag eine ganze Reihe von Problemen aus der Welt zu schaffen.“ Sukzessive wurden die meisten herkömmlichen Bohrer durch die Wechselkopfbohrer der Serie ersetzt, sodass in der mechanischen Fertigung heute weit über 100 Sumocham-Bohrkörper im Einsatz sind. Pro Maschine kommen im Durchschnitt 30 unterschiedliche Bohrwerkzeuge zum Einsatz. Um die Rüst- und Wechselzeiten so gering wie möglich zu halten, wird jedem gebohrten Durchmesser ein Träger zugewiesen, der immer in der Maschine bleibt. ee

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