Digiloger Messtaster

Scannen statt Tasten

Messtaster sind normalerweise genau das, was der Name meint: Taster. Sollten früher mit solch rein digitalen Systemen Werkstückoberflächen im Schleifzentrum auf Bearbeitungsfehler überprüft werden, war das sehr zeitaufwändig, da viele Antastungen notwendig waren. Reishauer hat jetzt eine effektive Lösung gefunden: den digital-analogen Messtaster TC76-Digilog von Blum.

Die Schweizer Reishauer AG bietet den TC76-Digilog inklusive Schwenkarm für Wälzschleifmaschinen an.

Seit kurzer Zeit bietet Reishauer mit Sitz im schweizerischen Wallisellen eine modulare Baureihe an, die vier Maschinen mit den maximalen Bearbeitungsdurchmessern 60, 160, 260 und 360 Millimeter umfasst. Die kleinste Anlage wird unter anderem in der Automobilindustrie für das Schleifen der Planetenräder in Automatikgetrieben eingesetzt, wobei ein hoher Durchsatz im Vordergrund steht. Bei diesen Maschinen wird das Messen zur Qualitätskontrolle üblicherweise stichprobenartig auf speziellen Zahnradmessmaschinen durchgeführt, so dass das Messen in der Maschine eine untergeordnete Rolle spielt. Je größer jedoch die Zahnräder, desto kleiner wird auch die Losgröße und desto länger der Bearbeitungsvorgang, so dass hier das Entnehmen und Wiederaufspannen des Werkstücks zu einer unerwünschten, relevanten Verzögerung der Bearbeitung führt - eine integrierte Messeinrichtung macht hier Sinn.

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Messvorgänge werden unter anderem nach dem Wechsel der Schleifscheibe - was bei größeren Werkstücken durchaus öfters vorkommen kann - oder des Werkstücks notwendig. Hierbei wird eine ganze Reihe von Werten aufgenommen, die unter anderem die Form des Rohteils betreffen. Gerade die Überprüfung von Profil- und Flankenlinien kosteten früher viel Zeit. Nicht zuletzt deswegen suchten die Reishauer-Entwickler nach einem Messsystem, mit dem sich eine scannende Linienmessung durchführen lässt. 2009 kam ein erster Kontakt zum Messtechnikspezialisten Blum-Novotest zustande. Die Experten von Blum sahen schnell, dass die Basis-Technologie ihrer digitalen Tastsysteme auch eine analoge Messung erlauben würde, und so wurde der digital-analoge Messtaster TC76-Digilog entwickelt.

Normalerweise wird nach dem Einrichten der Maschine ein Zahnrad geschliffen und dann in den Messraum gebracht. Der Messraum ist manchmal weit entfernt von den Maschinen und große Zahnräder können häufig nur mit dem Kran aus der Maschine entnommen und auf der Messmaschine aufgespannt werden. Dies kann sehr viel Zeit kosten, teils liegt das Messergebnis erst einige Stunden später vor. Um eine möglichst hohe Maschinenauslastung zu erreichen, kann man das Risiko eingehen, und sofort das nächste Zahnrad bearbeiten, auch wenn das Messergebnis des zuvor gefertigten Zahnrads noch nicht vorliegt. Und soll dieses Zahnrad dann nachgearbeitet werden, ist es sehr schwierig, die Originalbedingungen beim Wiederaufspannen herzustellen. Geht hier was schief, kann es teuer werden - oft beträgt der Wert eines einzigen Rohteils über 15.000 Euro. Oder man installiert eine Messmaschine neben der Schleifanlage, um die Wege zu verkürzen, was jedoch ebenfalls hohe Kosten verursacht. Die reine Messzeit einer Messmaschine unterscheidet sich nicht wesentlich von der eines digilogen Messtasters im Bearbeitungszentrum. Werden jedoch die Umrüst- und Transportzeiten berücksichtigt, bietet das maschinenintegrierte Messen einen erheblichen Zeit- und Kostenvorteil. "Die langwierige Aufnahme der Flankenlinie und des Profils mit den bisher verwendeten digitalen Messtastern ergaben Messzeiten von über einer Viertelstunde", erläutert Produktmanager Tobias Schröder. "Zudem war nie sicher, dass Bearbeitungsfehler - z.B. Riefen - die durch ein defektes Abrichtwerkzeug entstehen können, sicher erkannt werden. Dies waren die Beweggründe, auf eine scannende Messung, bei der hunderte Punkte aufgenommen werden, umsteigen zu wollen."

Heute wird nach dem Abrichten eine Flanke geschliffen und direkt vermessen - so lassen sich Werkzeugfehler sofort erkennen. Konkret verringert sich die Dauer eines Messzyklus von über einer Viertelstunde auf wenige Minuten. Somit ermöglicht das digiloge Messen erstmals eine Kontrolle jedes einzelnen Zahnrades, und dies mit entsprechend steigender Prozesssicherheit. "Die Messprotokolle von Blum-Taster und Messmaschine zeigen fast identische Ergebnisse. Da die scannende Messung einen deutlichen Zeitvorteil mit sich bringt, konnten wir viele neue Einsatzgebiete erschließen und unseren Kunden eine Erhöhung der Qualität und der Prozesssicherheit bei geringen Nebenzeiten ermöglichen", berichtet Andrea Siedmann, Entwicklerin der Messsoftware der Reishauer-Maschinen. "Die digilogen Messtaster von Blum sind auch im Vertrieb ein gewichtiges Argument für unsere Maschinen. Denn der Vorteil des TC76-Digilog ist, dass man sowohl digital wie auch analog messen kann." kf

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