Wirtschaft + Unternehmen

Weimarer Wirtschaftsforum: Fachkräfte dringend gesucht

Jörn-Heinrich Tobaben, Geschäftsführer der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland, unterstützt die Mitglieder bei der Entwicklung von nachhaltigen Personalstrategien.

Thüringens Wirtschaft braucht bis 2025 rund 75.000 zusätzliche Fachkräfte. Über diese Aufgabe diskutierten Fachleute auf dem 4. Weimarer Wirtschaftsforum. Auf der Tagung wurden die Ergebnisse der Studie "Fachkräftebedarf in den Wachstumsfeldern Thüringens" veröffentlicht.

Unter dem Motto "Wachstum, Beschäftigung, Qualifikation" diskutierten in der vergangenen Woche rund 500 Teilnehmer auf dem 4. Weimarer Wirtschaftsforum über Fachkräftesicherung, attraktive Arbeitsbedingungen und strategische Fragen der Fachkräftegewinnung. Auf der Tagung wurden die Ergebnisse der Studie "Fachkräftebedarf in den Wachstumsfeldern Thüringens" veröffentlicht, wonach bis 2025 rund 75.000 zusätzliche Fachkräfte in Thüringen benötigt werden, darunter rund 47.000 Facharbeiter und etwa 19.000 Hochqualifizierte.

Zwei Drittel der Neueinstellungen werden aufgrund des Renteneintritts von Arbeitnehmern notwendig. Bereits jetzt klagt laut der Untersuchung ein Viertel der Betriebe über Probleme bei der Besetzung von Stellen für Hochqualifizierte, ein Drittel hat Schwierigkeiten bei der Besetzung von Facharbeiterstellen.

"Die Zahlen verdeutlichen eine Entwicklung, die für ganz Mitteldeutschland gilt: Die Unternehmen der Region stehen bei der Sicherung ihres Fachkräftebedarfs vor großen Herausforderungen", so Wirtschaftsinitiative-Geschäftsführer Jörn-Heinrich Tobaben. Die Wirtschaftsinitiative unterstütze ihre Mitglieder bei der Entwicklung von nachhaltigen Personalstrategien und bietet als Partner der Absolventenmesse Mitteldeutschland eine attraktive Plattform für die Nachwuchsgewinnung. "Gleichzeitig zeigt das Beispiel der SAMAG, dass es möglich sei, erfolgreich im Wettbewerb um die klügsten Köpfe zu bestehen", so Tobaben weiter.

"Um als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen zu werden, müssen Unternehmen an ihren Standorten sichtbar sein. Dazu gehört eine starke Verankerung in der Gesellschaft und den Köpfen der jungen Menschen vor Ort", erklärt Dipl.-Kaufmann Roland L. Emig, Geschäftsführer der SAMAG Saalfelder Werkzeugmaschinen GmbH, im Podium des Forums "Fachkräftebedarf- Strategien zur Gewinnung qualifizierter Fachkräfte national und international" teilnahm. Dazu könnten Kooperationen mit Schulen und Kindergärten sowie "Tage der offenen Tür" beitragen. "Viele Schüler haben bis zu ihrem Abschluss noch kein Unternehmen von innen gesehen. Das gilt es zu ändern", bekräftigte Emig. Mindestens ebenso wichtig sind die Ausbildung eigener Fachkräfte und eine langfristige Personalplanung, um nicht von Altersprozessen im Unternehmen überrascht zu werden. Beides werde in der SAMAG-Gruppe, die rund 650 Mitarbeiter sowie 35 Auszubildende und Studenten von Berufsakademien an den thüringischen Standorten Saalfeld, Rottenbach und Gera beschäftigt, täglich gelebt. Entsprechend gesund sei die Altersstruktur in der Unternehmensgruppe. "Und drittens brauchen Unternehmen innovative Produkte und spannende Geschichten, die auch potenzielle Bewerber begeistern", betonte der Geschäftsführer. kf

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