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Artikel und Hintergründe zum Thema

Schraubenkompressoren

Strom rein, Luft raus

Energieeffizienz ist quer durch alle Branchen ein Riesenthema. Insbesondere in Querschnitttechnologien wie etwa bei Druckluftsystemen lässt sich der Energiebedarf Experten zufolge um bis zu 50 Prozent reduzieren. Boge Kompressoren gehört hier zu den Vorreitern. Im Gespräch mit SCOPE-Redakteur Johannes Gillar verrät Thorsten Meier, Geschäftsführer beim Druckluftspezialisten, weshalb sich die Bielefelder das Thema Energieeffizienz auf die Fahnen geschrieben haben.

SCOPE: Welche Trends sieht Boge Kompressoren im Bereich der Drucklufttechnik?

Meier: Ein ganz großes Thema ist Energieeffizienz. Wir beschäftigen uns intensiv damit, energieeffizientere Produkte und Lösungen zu entwickeln. Ein Beispiel dafür ist unsere neue Verdichterstufe Boge Effilence, die über eine innovative Profilgeometrie der Rotoren, ein weiches Abrollverhalten sowie eine optimale Auslegung der Leistungsbereiche verfügt. Dadurch ergeben sich sehr geringe Leistungsverluste und ein hoher volumetrischer Wirkungsgrad. Andere Maßnahmen, die den Kunden helfen, den Energieverbrauch zu senken, sind intelligente Steuerungen in den Maschinen. Auch die Wärmerückgewinnung spielt bei diesem Thema eine Rolle. Letztlich geht es darum, dem Kunden genau die Menge Druckluft zu Verfügung zu stellen, die er benötigt - und das zu einem möglichst geringen Aufwand. Ebenfalls im Trend liegt die zunehmende Individualisierung der Anlagen. Daher haben wir im vergangenen Jahr das Unternehmen Boge Anlagenbau gegründet. Wir stellen fest, dass immer mehr Anfragen für sehr spezielle Projekte kommen. Dabei handelt es sich um Dinge, die nicht von der Stange realisierbar sind, sondern die individuell für den Kunden geplant und erstellt werden. Eine weitere Entwicklung sind sogenannte Container-Lösungen: Die hatten im letzten Jahr einen regelrechten Boom zu verzeichnen. Für den Kunden hat das den Vorteil, dass Boge mit ihm zusammen im Vorfeld die komplette Anlage plant und dann den schlüsselfertigen Container liefert. Dieser wird vor Ort nur noch angeschlossen und kann direkt Druckluft liefern. Strom rein, Luft raus - das ist für den Kunden eine denkbar günstige Angelegenheit.

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SCOPE: Welche Neuentwicklungen haben Sie zu bieten und was bringen diese dem Anwender?

Meier: Eine Neuentwicklung ist die erwähnte Verdichterstufe Boge effilence. Diese Lösung, ausgelegt für 30 kW bis 110 kW, ist die effizienteste Verdichterstufe, die wir je verbaut haben. ¿effilence¿ steht für zwei Qualitätsmerkmale: Effiziente Verdichtung (efficiency) und leiser Lauf (silence). Die Kunden profitieren unter anderem von sehr geringen Leistungsverlusten, einem hohen volumetrischen Wirkungsgrad sowie der Langlebigkeit der Lösung. Eingesetzt wird die Verdichterstufe in einer weiteren Innovation: der neuen Generation der Boge S-Baureihe. Diese Schraubenkompressoren der Baureihe S-3 sind effizient und bieten einen ruhigeren Lauf sowie einen optimierten Schalldruckpegel. Die Kompressorsteuerung erfolgt serienmäßig über unsere Focus-Steuerung, die den Anwendern zahlreiche Überwachungs- und Steuerungsfunktionen bietet. Damit haben wir nicht nur das Herz der Maschine erneuert, sondern gleich das ganze Maschinenkonzept auf neue Füße gestellt. Also das ist für uns ein ganz großer Meilenstein.

SCOPE: Welche Branchen adressieren Sie mit Ihren Lösungen?

Meier: Druckluft finden Sie in der industriellen Fertigung in unterschiedlichsten Anwendungsfällen. Dieses große Spektrum decken wir komplett ab. Es gibt einige Branchen, in denen wir dann noch eine ganz spezielle Expertise im Hause Boge sehen: Das ist etwa das Gesundheitswesen, also Krankenhäuser, Arztpraxen und ähnliche Einrichtungen. Hier ist es der gesamte Bereich der Betriebs- und Atemluft. Eine weitere Branche ist die Oberflächentechnik, im Speziellen Lackier- und Beschichtungstechnik. Dann das Thema Spezialgase, also der Bereich Stickstoff- und Sauerstofferzeugung. Recycling ist auch ein Schwerpunkt, der sich in den letzten Jahren gut entwickelt hat. Außerdem der gesamte PET-Markt. In all diesen Bereichen haben wir eine überaus gute Expertise und auch gute Referenzen.

SCOPE: Wie wichtig ist das internationale Geschäft für Boge Kompressoren; welche Märkte sind für Sie die wichtigsten?

Meier: Das ist natürlich das zentrale Thema, wenn es um Wachstum geht. Wir haben im Moment einen Exportanteil von rund 60 Prozent, den wir ausbauen wollen. Und wir sind auch eifrig dabei. Wir haben in den letzten Jahren konsequent Tochtergesellschaften gegründet und neue Märkte erschlossen. Im letzten Jahr wurde beispielsweise die Tochtergesellschaft in Frankreich eröffnet. Das ist eine Strategie, die wir seit 15 Jahren sehr konsequent verfolgen. Wir sehen natürlich Schwerpunkte in bestimmten Regionen beziehungsweise Ländern: China ist der Klassiker, da sind wir mit einer eigenen Fertigung vertreten. Märkte wie Russland sind Wachstumsregionen. Nordamerika entwickelt sich im Moment auch sehr gut. Dazu kommen Tochtergesellschaften in Singapur, Australien und anderen Ländern. Made in Germany ist in vielen Märkten nach wie vor ein ganz wichtiges Thema, da können nicht allzu viele Wettbewerber mithalten.

SCOPE: Welche Dienstleistungen bieten Sie Ihren Kunden an?

Meier: Maschinen enthalten sehr viele bewegliche Teile und die brauchen hin und wieder auch eine Wartung, etwa einen Ölwechsel bei ölgeschmierten Maschinen. Und da gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie man diese Servicedienstleistungen gestaltet. Eine Variante ist, dass der Kunde selbst die Überwachung übernimmt und uns bei Wartungsbedarf anruft. Das ist Standard. Die andere Möglichkeit wäre, dass wir bis hin zum Contracting die Anlage betreiben, also die Anlage gar nicht mehr Eigentum des Kunden ist. Zudem haben wir Full-Service-Angebote, bei denen dem Kunden zwar die Anlage gehört, wir diese aber vor Ort überwachen und betreuen sowie dafür sorgen, dass sie läuft. Dazwischen gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Wir haben beispielsweise unser Bestcair-Programm, dabei handelt es sich um eine Fünf-Jahres-Garantie. Damit geben wir Betreibern unserer Produkte die Gewähr, die Maschine bei etwaigen Schäden auf unsere Kosten Instand zu setzen - vorausgesetzt er verwendet Boge-Originalteile - und eine verlängerte Garantie für die Maschine zu erhalten.

SCOPE: Was erwarten Sie von den nächsten fünf Jahren?

Meier: Unser Unternehmensziel ist es, auch weiterhin ein unabhängiges und wirtschaftlich erfolgreiches Familienunternehmen zu sein. Das konkrete Ziel ist, im Jahr 2015 140 Millionen Euro Umsatz erreicht zu haben. Zudem wollen wir den Exportanteil noch einmal deutlich erhöhen. Deshalb bauen wir ja gerade in Großenhain in Sachsen ein neues Werk, um die entsprechenden Kapazitäten für dieses Wachstum zu schaffen.

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