Wirtschaft + Unternehmen

Rexroth sieht den Erfolg zurückkehren

"Bosch Rexroth hat den Wandel auf den Märkten als Chance verstanden und in starkes Wachstum umgesetzt", erklärte Dr. Karl Tragl, Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG während der Jahrespressekonferenz in Frankfurt. Diese Entwicklung wird sich 2011 fortsetzen, zumal sich bereits im Vorjahr der Auftragseingang auf rund sechs Milliarden Euro verdoppelt hat. "Damit kommen die Spitzenwerte aus den Zeiten vor der Krise schneller wieder in Sicht als noch vor einem Jahr gedacht", betonte Tragl. Im laufenden Jahr baut das Unternehmen seine internationalen Aktivitäten weiter aus und erwartet erneut einen zweistelligen Zuwachs.

Foto: Vorstandschef Dr. Karl Tragl.

In den noch im ersten Halbjahr 2010 von der Krise geprägten Märkten konnte Bosch Rexroth weltweit Marktanteile hinzugewinnen. In Asien erzielte das Unternehmen die stärksten Zuwächse und erhöhte den Umsatz um 38 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Innerhalb Asiens hat sich China zum größten Einzelmarkt außerhalb Deutschlands entwickelt. In Nord- und Südamerika stieg das Geschäftsvolumen um 36 Prozent auf 829 Millionen Euro. Hier schob sich Brasilien erstmals unter die zehn umsatzstärksten Länder des Unternehmens vor. "Ähnlich wie in Indien zahlt sich auch in Brasilien unsere langjährige Präsenz vor Ort aus. Wir wachsen in diesen Märkten überproportional schnell", sagte Vorstandschef Dr. Karl Tragl. In Europa (ohne Deutschland) legte das Geschäft insgesamt um knapp neun Prozent auf 1,6 Milliarden Euro zu. Deutlich kräftiger entwickelte sich der Umsatz in Deutschland, wo der Umsatz 2010 mit 1,3 Milliarden Euro 18 Prozent über dem Wert des Vorjahres lag.

Anzeige

Bosch Rexroth investierte 2010 mehr als 260 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung. Die F&E-Quote lag im vergangenen Jahr auf dem im Branchenvergleich überdurchschnittlichen Wert von 5,3 Prozent. Innerhalb des weltweiten Verbunds arbeiten deutsche Entwickler eng mit ihren Kollegen in Asien und Amerika zusammen. Mit dem kontinuierlichen Ausbau seines internationalen Entwicklungs- und Produktionsverbundes will das Unternehmen die Potenziale wachstumsstarker Regionen in Asien und Südamerika noch besser ausschöpfen. So werden beispielsweise auf Basis von in Deutschland entwickelten Plattformen Produkte und Lösungen an die besonderen Anforderungen der jeweiligen Regionen angepasst.

Besonders positiv entwickelten sich im vergangenen Geschäftsjahr die Aktivitäten für mobile Anwendungen. Als Weltmarktführer für die Ausrüstung mobiler Anwendungen bietet Bosch Rexroth Systemlösungen. Diese unterstützen Hersteller mobiler Arbeitsmaschinen, die international verschärften Abgasregelungen einzuhalten. Im Anlagenbau und der Fabrikautomation erholten sich besonders frühzyklische Branchen wie Kunststoffmaschinen. Anwender und Maschinenhersteller erwarten zunehmend mechatronische Lösungen aus einer Hand. Als Anbieter aller Antriebs- und Steuerungstechnologien profitiert Bosch Rexroth von einem Innovationsvorsprung mit technologieübergreifenden Drive & Control-Lösungen. Sie reduzieren den Engineeringaufwand von der Auslegung bis zur Inbetriebnahme und erhöhen die Energieeffizienz von Maschinen.

Bosch Rexroth erweitert zudem seine Lösungspalette in den Bereichen Rohstoffgewinnung und Recycling. So liefert das Unternehmen derzeit die Komponenten für den Bau der ersten vollhydraulischen Anlage zur Gewinnung von Ethanol aus Zuckerrohr in Bolivien. Der Verarbeitungsprozess erfordert hohen Krafteinsatz. Hydraulik erfüllt diese Anforderungen. Dabei ergänzen sich hier Hochleistungsantriebe des von Bosch Rexroth erworbenen schwedischen Unternehmens Hägglunds mit den Hydraulikaggregaten und Zylindern von Bosch Rexroth. "Das Beispiel verdeutlicht, wie die Akquisition uns zusätzliche Marktchancen in der Rohstoffgewinnung, dem Recycling und beim Handling schwerer Lasten eröffnet", sagte Tragl.

In der Windenergie ging die Zahl der neu installierten Anlagen in Europa und den USA deutlich zurück, während der Markt in China nochmals zulegte. Dort wurde 2010 die Hälfte aller weltweit errichteten Windturbinen in Betrieb genommen. Das Unternehmen arbeitet darüber hinaus eng mit Herstellern von Meeresenergieanlagen zusammen. "Es wird noch einige Jahre dauern, bis wir gemeinsam mit unseren Partnern die Serienreife erreichen. Aber das Potenzial der Meeresenergie ist genauso groß wie das der Windenergie", betonte Tragl. bw

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Anzeige

Wettbewerbsvorteile bei großen Maschinen

Ob 3D-gedruckte Bauteile für Maschinen und Anlagen, Prototypen oder Hilfsmittel für die Konstruktion: Die Additive Fertigung ist für moderne Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Automatisierung nahezu unverzichtbar, wenn man in der...

mehr...

Lineartechnik

Transporttechnik aus dem Baukasten

Viele Transportaufgaben lassen sich mithilfe von Lineartechnik realisieren. Um das Zusammenspiel von Lineareinheit, Motor, Getriebe und Steuerung zu vereinfachen, bieten sich vorkonfigurierte Lösungen an. So kann der Aufwand für Recherche und...

mehr...
Jetzt Newsletter abonnieren