Motek 2022

Daniel Schilling,

Nachhaltige Automation

Handhabung und Automatisierung spielen eine wichtige Rolle bei der Modernisierung der Industrie. Dr. Kurt Schmalz erläutert im Interview mit Daniel Schilling die wichtigsten Trends und Technologien für die kommenden Jahre.

Dr. Kurt Schmalz setzt auf ressourceneffiziente Produktlebenszyklen. © Lisa Heinzel / J.Schmalz

Die deutsche Industrie steht bei guter Auftragslage vor mannigfachen Herausforderungen von Arbeitskräftemangel über Energieversorgung bis hin zur Supply Chain. Was kann die Handhabungstechnik zu Lösungen beitragen?

Die Handhabungstechnik hilft in mehrfacher Hinsicht, den Produktionsstandort Deutschland und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und sogar zu steigern. Zum einen bietet sie vielfältige Lösungen für die Automatisierung, adaptiert an Cobots, Leichtbau- oder Industrieroboter. In Kombination mit der geeigneten Kameratechnik erkennen und greifen sie auch chaotisch angeordnete Objekte. Eine weitere Lösung sind End-of-Arm-Plattformen wie das Ecosystem MATCH. Dieses stellt Industrie- und Leichtbaurobotern verschiedene Greifprinzipien flexibel zur Verfügung.

Stoßen die einarmigen Helfer an ihre Grenzen, kann die Handhabungstechnik auf eine andere Art und Weise helfen: Vakuumheber gestalten Arbeitsplätze ergonomischer – in Kombination mit einer eigenen Batterie und einem mobilen Aufbau auch dort, wo eine feste Installation nicht möglich ist. Zum anderen nutzt sie die Digitalisierung sinnvoll, um Prozesse abzusichern, etwa mithilfe von digitalen Monitoring-Lösungen für die bedarfsgerechte Wartung. Hinzu kommen beschleunigte Bestellprozesse und vereinfachte Inbetriebnahmen durch Konfiguratoren und digitale Zwillinge. Sparsame Vakuum-Erzeuger unterstützen bei jeder Anwendung, Energiekosten zu verringern – unabhängig davon, ob ein Mensch oder eine Maschine zugreift.  

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Das werden dann vermutlich auch Anfang Oktober die Schwerpunkte auf der Motek 2022 sein – oder sehen Sie noch weitere spannende Themen, die die Messe prägen werden?

Die Automatisierung schreitet voran. Es geht darum, die Produktion vor Ort wettbewerbsfähig zu gestalten. Dazu gehören mittlerweile jedoch nicht nur die Themen Losgröße 1 oder der zuverlässige Griff in die Kiste, sondern auch eine Antwort auf die Frage: Wie geht nachhaltiges Automatisieren? Denn der zunehmende Einsatz von Robotern steigert den Energiebedarf und damit den Product Carbon Footprint. Die aktuell explodierenden Energiepreise erfordern mehr denn je eine praktikable Lösung. Schmalz setzt daher auf ressourceneffiziente Produktlebenszyklen und konzipiert neue Systeme für eine nachhaltige Automation – mit einem rein elektrischen Vakuum-Erzeuger. Im Vergleich zu druckluftbasierten Systemen sind diese deutlich sparsamer. Um sie auf ein ähnliches Leistungsniveau zu heben, braucht es jedoch ein Umdenken beim Systemlayout – auch das wird ein spannendes Thema auf unserem Messestand sein.

Welche Innovationen dürfen wir in der Vakuumtechnik in den kommenden Monaten und Jahren erwarten?

Kurz gesagt: Es wird elektrischer und digitaler. Wir denken Systemlayouts neu und entwickeln Konzepte, die gänzlich unabhängig von Druckluft sind und dennoch mit den leistungsstarken pneumatischen Vakuum-Erzeugern mithalten können. Die ersten Schritte gehen wir mit unserer neuen Compact-Pump GCPi, dem neuen Belüftungsventil LQE sowie deren intelligente Kombination. Weitere Innovationen finden auf digitaler Ebene und in den kompletten Prozessen statt – vom Engineering, über die Beschaffung bis hin zum realen Einsatz. Ein Beispiel: Unsere kommunikativen Smart Devices liefern Informationen an die übergeordnete Steuerung und ermöglichen damit Funktionen wie die Predictive Maintenance. Deutlich weiter geht es mit unserer Schmalz Connect Suite. Sie übersetzt die Daten von Sensoren, Aktoren sowie Maschinen und schafft so die Voraussetzung für die Weiterverarbeitung in übergeordneten IT-Systemen auf Betriebsleit- und Unternehmensebene.

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