Wirtschaft + Unternehmen

Metall München: Branchentreff

Kommt der Aufschwung wie ihn momentan die Industrie erlebt auch im Metallhandwerk an?

Peter Mader: "Die Metallhandwerker bilden als Produzenten und Zulieferer eines der Fundamente für den Erfolg des Standortes Deutschland in der Welt. Wir haben einige Federn gelassen und insbesondere die Schwierigkeiten bei der Unternehmensfinanzierung hindert viele unserer Metallhandwerksunternehmen immer noch an der Entfaltung ihrer ganzen Leistungsfähigkeit. Dennoch stehen die Zeichen wieder auf Wachstum. Das Handwerk spürt den Aufschwung nachgelagert zur Industrie. Und somit bestehen gute Vorraussetzungen für das Jahr 2011."

Wo liegen denn die zukünftigen Chancen und Marktfelder für den Maschinenbau - und welche Rolle nimmt Süddeutschland dabei ein?

Der Maschinenbau hat in Bayern und Baden-Württemberg traditionell einen hohen Stellenwert. Vor allen Dingen durch die hohe Exportorientierung hat sich der süddeutsche Maschinenbau in den letzten Jahren als Wachstumsmotor erwiesen. Im Automobilbau, im Energiesektor und im Bereich des Klimaschutzes liegen auch zukünftig große Potenziale. Wenn die Unternehmen jetzt konsequent auf Forschung und Entwicklung setzen und ihre Chancen auf dem Weltmarkt und vor allen Dingen in den Schwellenländern nutzen, dann kann die Branche zuversichtlich in die Zukunft blicken. Die metall München ist eine wichtige Informationsplattform, auf der sich Produzenten und Anwender gleichermaßen über die Trends von morgen informieren können.

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Als ideeller Partner begleitet der Bundesverband Metall die Metall München seit Beginn an. Wo sehen Sie die Stärken und den Nutzen der Messe?

Peter Mader: "Die Zulieferer aus unseren Reihen sind für ihre Innovationskraft bekannt. Sie stehen an der Spitze, wenn es darum geht, neueste Technik zu liefern und den Fortschritt immer weiter nach vorne zu bringen. Das heißt gleichzeitig auch, dass die Anforderungen an die Unternehmen und der Druck, unter dem sie stehen, sehr hoch sind. Eine Messe wie die metall München, die sich explizit an eben diese Unternehmen wendet, stellt eine gute Gelegenheit dar, sich auf den neuesten Stand der Technik zu bringen, einen kompakten und umfassenden Überblick zu erhalten und auch Lösungen und Produkte zu finden, die gleich zum Einsatz kommen können. Der Besucher findet hochwertige innovative Ausstattungen für seinen Betrieb, die ihm Wettbewerbsvorteile verschaffen! Und den Gemeinschaftsstand des Metallhandwerks kann ich als Mitglied ideal nutzen, um Kontakte knüpfen und Aufträge zu schreiben. Zudem erhalten hier beide Gruppen, Industrie und Handwerk, eine gemeinsame Plattform. Das ist in der Form einzigartig und bringt natürlich Vorteile für beide Seiten."

Ein prominentes Thema in den Medien ist der drohende Fachkräftemangel. Rund 10.000 Ausbildungsplätze sind momentan noch unbesetzt. Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung ein?

Brossardt: "Fachkräftesicherung ist vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ein zentrales Thema. Bereits in fünf Jahren rechnen wir demografisch bedingt mit einer Lücke von 520.000 Arbeitskräften allein in Bayern. Wir sehen deshalb fünf Bausteine. Erstens: Menschen ohne Job brauchen schnell wieder eine Perspektive auf Beschäftigung. Ein zweiter Baustein ist die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung insgesamt, vor allem von Frauen. Baustein drei ist die Erhöhung der durchschnittlichen Wochen- und Lebensarbeitszeit. Wir brauchen viertens eine breite Bildungsoffensive, die schon im frühkindlichen Alter ansetzt und über Schule und Hochschule bis hin zur Stärkung der betrieblichen Aus- und Weiterbildung reicht. Unternehmen können und sollten deshalb auch Angebote wie den Ausbildungspark auf der metall München nutzen, um sich mit motivierten, zukünftigen Fachkräften für die Zukunft zu rüsten. Gezielte Zuwanderung von ausländischen Kräften ist der fünfte Baustein des Gesamtkonzepts." lg

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