Mehr als sieben Prozent

Marvin Meyke,

Photonikhersteller verzeichnen Umsatzwachstum

Im Jahr 2023 konnten die rund 1.000 deutschen Photonikhersteller ihren Umsatz erneut steigern und damit an den Erfolg des Vorjahres anknüpfen. Ausgehend von einer Umfrage von Photonics Germany, der Allianz zwischen dem Deutschen Industrieverband Spectaris und OptecNet Deutschland, ist der Gesamtumsatz im Vergleich zu 2022 nominal um 7,5 Prozent gestiegen. Das entspricht einem Wert von rund 54 Milliarden Euro.

Dr. Bernhard Ohnesorge, Vorsitzender des Industrieverbands Spectaris © Spectaris

Getragen wurde das Ergebnis dabei vom Inlandsgeschäft mit einem Plus von sieben Prozent und einem Wachstum des Auslandsumsatzes um knapp acht Prozent. Vor dem Hintergrund der stark gestiegenen Preise - die Erzeugerpreise für den Bereich optische und fotografische Geräte sind im vergangenen Jahr um etwa 6 Prozent gestiegen - relativiert sich das Ergebnis. „Die Photonik profitiert als Treiber innovativer Bereiche innerhalb ihrer Anwendungsmärkte von deren überdurchschnittlich hohen Wachstumsraten. Dies sind beispielsweise KI und Halbleiter“, kommentiert Maik Müller, Vorsitzender des Fachverbands Photonik bei Spectaris, die aktuellen Zahlen.

US-Geschäft legt deutlich zu

Ein Grund für die positive Entwicklung war das erneut erfolgreiche US-Geschäft. Die deutschen Photonikexporte in das wichtigste Zielland der Branche legten 2023 um mehr als 11 Prozent zu. Die Ausfuhren nach China waren dagegen leicht rückläufig, wodurch das Land auf Platz 2 der wichtigsten Zielländer zurückgefallen ist. Die große Bedeutung des internationalen Geschäfts zeigt sich in der unverändert hohen Exportquote von 73 Prozent: 39,2 Milliarden Euro Umsatz wurden im Ausland erzielt. Aufgrund der positiven Umsatzentwicklung stieg die Zahl der Beschäftigten um knapp sieben Prozent auf jetzt rund 190.000 Mitarbeitende.

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Die Herausforderungen: Kosten, politische Spannungen und Bürokratie

Die gestiegenen Kosten, geopolitischen Spannungen und ein hoher bürokratischer Aufwand belasten die Branche. „Das Wachstum hätte noch deutlich höher ausfallen können, doch leider gab es Handelshemmnisse. Hier appellieren wir an die Politik, Bürokratie abzubauen und Ausfuhranträge schneller zu bearbeiten. Nur so können sich Zukunftsbranchen wie die Photonik auch nachhaltig aufstellen und einen wertvollen Beitrag für den Standort Deutschland leisten“, sagt Müller.

Auf das Jahr 2024 schauen die deutschen Hersteller verhalten optimistisch und rechnen mit einem erneuten, aber etwas schwächerem Plus in der Größenordnung von etwa fünf Prozent. Ungeachtet der zurzeit vorhandenen allgemeinen konjunkturellen Unsicherheiten ist das Wachstumspotenzial der Photonik mit ihrer überdurchschnittlich hohen FuE-Quote von fast zehn Prozent weiterhin enorm. Nach Einschätzung des Beratungsunternehmens Tematys wird der Weltmarkt für Photonikkomponenten im Zeitraum 2022-2027 um durchschnittlich 8-9 Prozent und der Weltmarkt für Photonik um etwa 6 Prozent jährlich wachsen. 

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