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Leasen oder Mieten in der QS?
Ging es in den letzten Jahren für die Industrie vor allem um eine Zertifizierung gemäß der Euronormen EN ISO 9000 und folgende, so hat sich der Wind in letzter Zeit deutlich gedreht. Nicht zuletzt aufgrund des Drucks der konjunkturellen Entwicklung ist Kostendämpfung angesagt.
Ein erstklassiges Mess- und Prüfmittelmanagement als integraler Bestandteil der Qualitätssicherung von Produktion und Fertigung braucht ein qualifiziertes und effizientes Kalibrierwesen. Die Betonung liegt hier auf Qualifikation und Effizienz, denn nicht alles was technisch machbar, ist auch wirtschaftlich sinnvoll.
Im Vergleich zur eigentlichen Kalibration von Gebrauchs-, Mess- und Prüfnormalen verursacht das Erarbeiten der Prüfprozeduren und deren Dokumentation den Löwenanteil des Aufwands. Heute wird kaum noch ein Fertigungsbetrieb der Idee verfallen, ein eigenes Kalibrierlabor einzurichten und auf Dauer zu unterhalten. Das Auslagern der Kalibrierung an externe Dienstleister war ¿ und scheint auch heute noch ¿ die logische Konsequenz aus technologischen Anforderungen und kommerziellen Zwängen. Zunächst ist dem Kundenwunsch natürlich erst einmal genüge getan. Aber, ein reiner Kalibrierdienstleister kann kein Interesse daran haben, dass sich das zur Vergabe stehende Volumen nennenswert reduziert. Eine auf Steigerung der Effizienz, das heißt auf kosteneffektives Prüfmittelmanagement ausgerichtete Partnerschaft, welche sich von starren Vergaberahmen löst, erfordert ein anderes Anforderungsprofil.
Analyse und Optimierung derartig komplizierter Nebenprozesse sind in fertigungsorientierten Produktionsbetrieben häufig uneffektiv organisiert. Es wird jedoch gerne übersehen, dass gerade diese Leistungsbereiche einen enormen Beitrag zur Kostenreduzierung leisten können und erheblich zur Erhöhung der Qualität beitragen. Organisation und das begleitende Management solcher Prozesse stützen sich auf ein umfassendes Know-how über Einsatz und Verwendung technischer Geräte im Service- oder Produkionsprozess sowie fundierte betriebswirtschaftliche Kenntnisse im Rahmen von Investitionsentscheidungen.
Eine Zusammenarbeit mit spezialisierten Partnern drängt sich geradezu auf. Dabei muss der Gesamtnutzen im Vordergrund stehen. Das reine Outsourcing der Kalibrierleistung ist normalerweise zu kurz gedacht, da der Integrations- und Abstimmungsaufwand die erschlossenen Potenziale unter Umständen sofort wieder aufhebt.
Das exakt aufeinander abgestimmte Zusammenspiel von Kalibrierung, Überwachen der Intervalle zur Rekalibrierung, Ablösen veralteten Equipments und Überbrücken der Ausfallzeiten mit Ersatzgeräten, bieten dem langfristig denkenden Unternehmer die Chance sich deutliche Ratiopotentiale zu erschließen. Durch Einbindung innovativer Finanzierungskonzepte kann der optimierte, also reduzierte Invest auch bilanztechnisch optimiert eingesetzt werden.
Mieten oder Leasen ¿ alternative Finanzierungskonzepte
Spricht man von Leasing, denkt man meist nur an Autos und das Wort Mieten wird in Zusammenhang mit Immobilien gebracht. Doch Fahrzeuge zu leasen oder Immobilien zu mieten sind nur zwei Möglichkeiten, die für Geschäftsleute interessant sein können. Neben Produktionsanlagen können beispielsweise auch Mess- und Prüfgeräte geleast oder gemietet werden. Zur Erhaltung der Liquidität eines Unternehmens bieten sich zwei Methoden an: Mietbeschaffung oder Leasing. In beiden Fällen liegt der Vorteil in der Freisetzung eigener Mittel.
Charakteristisch für Leasing ist, dass der Leasinggeber juristischer und wirtschaftlicher Eigentümer des Objekts bleibt. Allerdings werden dem Nutzer des Leasingobjekts Rechte, Risiken und Pflichten übertragen, die bei der ¿traditionellen¿ Miete üblicherweise der Vermieter trägt. So muss sich der Leasingnehmer um Reparatur und Wartung seiner Messmittel in der Regel selbst kümmern, während ihm dies beim Mieten der Vermieter abnimmt.
Leasing schont das Eigenkapital. Die Kreditlinie zur Fremdfinanzierung sowie die Kreditsicherheiten und Beleihungsgrenzen bleiben voll erhalten. Das führt zu einer Liquiditätsentlastung und der Leasingnehmer verfügt über ein Produkt, dass erst ab dem Zeitpunkt der Nutzung bezahlt werden muss.
Der Hauptvorteil des Mietens hingegen liegt darin, dass die Kosten verteilt über die Nutzungsdauer anfallen und mit dem Geräteeinsatz erwirtschaftet werden. Hinzu kommt, dass Kosten für Kalibrierung und Reparatur sowie die Entsorgung von nicht mehr benötigten Geräten beim Mieten nicht entstehen. Auch wenn es darum geht, Kapazitätsengpässe innerhalb eines Projekts zu überbrücken, eignet sich die Anmietung technischer Ausrüstungen gut. Darüber hinaus kann das Mietobjekt bei vorzeitiger Erledigung des Auftrags sofort zurückgegeben werden.
Wirtschaftlichkeit
Marktkenntnis, Beratung und Support des Anbieters, zum Beispiel eine Telefon-Hotline, sind weitere wichtige Punkte, auf die der Anwender bei seiner Beschaffungsstrategie sein Augenmerk richten sollte. So bieten einzelne Unternehmen beim Mess- und Prüfmittelmanagement den Anwendern von Messmitteln die Wahl zwischen klassischer und flexibler Kurzzeitmiete, einer eingeplanten Festzeitmiete, dem Leasing oder dem Kauf. Damit ergeben sich Einsparungspotentiale für Unternehmen, die mit dem Gedanken des Outsourcens spielen, indem sie sich die Skaleneffekte eines externen Messmittelmanagements, resultierend aus größeren und umfangreicheren Labors, größerem Erfahrungspotential, einem größeren Kundenstamm, die diese Einrichtung nutzen und geringeren anteiligen Fixkosten, zu eigen machen.
Siemens verfügt als eines der größten Industrieunternehmen nach eigenen Angaben schon seit Jahrzehnten über ein permanent angepasstes Qualitäts- und Messmittelmanagement. Das hier zur Verfügung stehende Know-how ist über die technischen Industriedienstleister von Siemens Industrial Services abrufbar und nicht auf die Kalibrierung beschränkt. Projektleiter, Serviceverantwortliche können Engpässe in Ihrer Geräteausstattung kurzfristig, beispielsweise durch mieten überbrücken. So besteht auch für mittelständische Unternehmen die Möglichkeit Ihren Geschäftserfolg durch den Zugriff auf die Erfahrung und Leistungsfähigkeit eines weltweit agierenden Technologiekonzerns zu steigern.
Dass man sich mit durchdachter Auslagerung solcher, für die wenigsten Unternehmen zum Kerngeschäft gehörender, jedoch für den Erfolg außerordentlich wichtigen Aufgaben nicht nur einen dicken Kostenblock vom Halse schaffen kann, ist nur die eine Seite der Medaille. Noch wichtiger kann im Einzelfall sein, dass damit auch ein erklecklicher Teil von Verwaltungsaufgaben das Haus verlässt, der ansonsten ¿die Leute von der Arbeit abhält¿, wie es kürzlich ein Technischer Betriebsleiter formulierte.
dr
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