Laserbeschriftung

"Einfache Handhabung"

Mirko Wunderlich, ACI-Laser

SCOPE: Herr Wunderlich, Sie haben das Unternehmen 1999 gegründet - wie kamen Sie damals darauf, dass es bei Beschriftungslasern noch Bedarf im Markt gibt?

Wunderlich: Der Markt im Bereich der Laserbeschriftung stand Ende der 1990er Jahre noch ganz am Anfang. Er war geprägt von teuren, ineffizienten lampengepumpten Beschriftungslasern. Diese Tatsache machte den Einsatz nur für einen kleinen Anwenderkreis möglich. Mit der Gründung der ACI Laser GmbH haben wir uns klar das Ziel gesetzt, kompakte und effiziente Laserbeschriftungssysteme zu entwickeln, die für einen breiten Markt, also auch dem Mittelstand erschwinglich sind. Insofern haben wir mit unserem Konzept eine klare Vorreiterrolle am Markt eingenommen und konnten weltweit bis heute in diesem Markt über 2500 Systeme installieren.

SCOPE: Warum gewinnt die Produktkennzeichnung in immer mehr Branchen an Bedeutung?

Wunderlich: Waren Lasersysteme in der Vergangenheit komplexe und störanfällige Anlagen, so stellen Lasersysteme heute ein bewährtes Werkzeug zur Materialbearbeitung dar. Sinkende Anschaffungskosten tragen ebenso wie gestiegene Anforderungen an Beschriftungslösungen, z.B. bei Fragen der Rückverfolgbarkeit, zur Verbreitung der Lasertechnologie bei. Der Einsatz von Laserbeschriftung gewinnt aber auch auf Grund der Dauerhaftigkeit und Flexibilität der Beschriftung zunehmend an Bedeutung und ersetzt immer mehr herkömmliche Beschriftungsverfahren wie Inkjet, Thermotransferdruck sowie Ritz- und Prägeverfahren im Metallbereich. Zudem punktet die Lasertechnologie auch bei Umweltaspekten. Verbrauchsmaterialien wie Tinte oder Label sind hier nicht notwendig. Dies ist natürlich auch ein nicht zu unterschätzender Aspekt bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung einer Beschriftungsanlage.

SCOPE: Welche Branchen sprechen Sie mit Ihren Lösungen derzeit hauptsächlich an und wo sehen Sie neue Märkte?

Wunderlich: Unsere Systeme sind sehr vielfältig einsetzbar. Ob Metalle, Kunststoffe, Folien oder Keramiken, die Bandbreite der beschriftbaren Materialien ist sehr groß. Entsprechend vielfältig sind auch die Märkte, für die unsere Produkte interessant sind. Dies beginnt natürlich mit der Automobilindustrie und deren Zulieferfirmen, der Luft- und Raumfahrtindustrie, dem Maschinenbau, der Medizintechnik sowie die Werkzeugindustrie. Neue Märkte und Wachstumspotential sehen wir für ACI insbesondere in der Breite des Marktes. Auch sehr kleine und mittelständische Unternehmen können sich mittelfristig diesem Trend nicht entziehen und müssen in Laserbeschriftungstechnologie investieren.

SCOPE: Wo beginnt der preisliche Einstieg für einen ACI Beschriftungslaser?

Wunderlich: Zuallererst steht für einen Anbieter wie ACI die Qualität der Produkte klar im Fokus. Unsere Systeme sind für Zuverlässigkeit bei einfachster Bedienbarkeit am Markt bekannt. Die gesamte Entwicklung und Fertigung erfolgt mit sehr hoher Tiefe zu 100% in Deutschland. Insofern steht für ACI nicht ausschließlich der Preis sondern ein bestes Qualitäts-Preisverhältnis im Vordergrund. Um dennoch auf Ihre Frage zurückzukommen; der preisliche Einstieg für einen Festkörperlaser in unserer Economy Baureihe beginnt bei etwas mehr als zwanzigtausend Euro.

SCOPE: Laserbeschriftungssysteme verdrängen immer stärker die klassischen Kennzeichnungsverfahren wie Drucken oder Stanzen. Wo liegen die Vorteile des Lasers?

Wunderlich: Hier liegen die Vorteile klar in der Flexibilität der Beschriftung. Durch die softwaregesteuerte Ablenkung des Laserstrahls lassen sich am Material variable Inhalte, wie Seriennummern oder Datumscodes teilespezifisch aufbringen. Neben Klartext besteht natürlich auch die Möglichkeit ein- und zweidimensionale Codes mit wechselnden Inhalten auf das Teil aufzubringen. Erwähnenswert scheint mir hier die zunehmende Verbreitung des Data-Matrix-Codes, mit welchem auf kleinstem Raum sehr viel Information direkt auf das Werkstück aufgebracht werden kann.

SCOPE: Wie kommt das Schriftbild in den Beschriftungslaser? Reicht da ein PC, auf dem man Ihre Software installiert und ihn per USB mit dem Laser verbindet?

Wunderlich: In der Tat ist es so einfach. Markenzeichen von ACI Lasern war immer die Möglichkeit, Standardschnittstellen eines handelsüblichen Windows-PC zu nutzen. Waren dies in der Vergangenheit serielle oder parallele Schnittstellen, so werden heute alle ACI Laser eine USB-Schnittstelle angesprochen. Insbesondere ausländische Kunden schätzen diesen Vorteil sehr, haben Sie doch so die Möglichkeit ihr lokales Windows-Betriebssystem in der jeweiligen Landessprache zu nutzen.

SCOPE: Herr Wunderlich, welchen Stellenwert nimmt heute die Beschriftungssoftware bei Ihren Systemen ein?

Wunderlich: Die Beschriftungssoftware ist zentraler Bestandteil unseres Produktes, dem wir höchste Aufmerksamkeit schenken. Der Markt hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Viele Unternehmen versuchen mit entsprechender Hardware auf diesem Markt Fuß zu fassen. Die dabei angebotenen Softwarelösungen genügen aber oft nicht den Anforderungen des Marktes. Dabei ist es für einen Anbieter wie ACI umso wichtiger hier ausgeklügelte Lösungsansätze parat zu haben. Dabei liegt unser Fokus auf einfachster Handhabung für den ungeübten PC-Nutzer sowie auch auf dem Integrator, der komplexe Programmabläufe mit Datenbankzugriffen in Fertigungslinien umsetzen muss.

SCOPE: Stichwort Fertigungslinie: Sind Beschriftungslaser schnell genug, um auch Inline eingesetzt zu werden? Wie lange dauert es beispielsweise, einen Text mit 10 alphanumerischen Stellen auf ein Teil zu lasern?

Wunderlich: Etwa 50% unserer verkauften Lasersysteme werden in automatisierten Fertigungslinien eingesetzt. Die Kompaktheit unserer Anlagen ermöglicht eine einfache Integration der Anlagen. Die Lasersysteme verfügen über entsprechende SPS-Schnittstellen. Beschriftungsinhalte können z.B. über TCP/IP an den Laser zur Laufzeit übermittelt werden. Je nach Material, Beschriftungsinhalt und individueller Anforderung des Kunden können Beschriftungszeiten im Bereich von einigen hundert Millisekunden bis zu einigen Sekunden liegen. Für sehr schnelle Prozesse können Teile auch in der Bewegung mit der "Marking on the fly - Funktion" beschriftet werden.

SCOPE: In welchen Märkten finden die verbleibenden 50% Anwendung?

Wunderlich: Dieser Anteil wird in Form von Handarbeitsplätzen an unsere Kunden geliefert. Hierfür halten wir je nach Anforderung des Kunden verschiedene Lösungsansätze bereit. Unser Konzept ist dabei sehr modular. So lässt sich weitestgehend jeder Laser mit jedem Handarbeitsplatz kombinieren. Faktoren wie Baugröße und Stückzahl bestimmen dabei die Wahl des geeigneten Handarbeitsplatzes. Erwähnen möchte ich hier unsere flexibelste Lösung - unsere WorkstationProfessional, die mit einem 4-Achssystem (x-y-z-Rot) ausgerüstet werden kann.

SCOPE: ACI Laser bietet sowohl diodengepumpte Festkörperlaser, diodengepumpte Faserlaser sowie auch CO2 Laser an - welche Technik eignet sich für welche Anwendung?

Wunderlich: Die Wahl des jeweiligen Lasersystems erfolgt in enger Abstimmung mit dem Kunden in unserem Applikationslabor. Hier stehen unseren Applikationsingenieuren alle Technologien für Bemusterungen an Kundenproben zur Verfügung. Ziel der Versuche für unsere Kunden ist immer höchstmöglicher Kontrast, eine kurze Taktzeit und natürlich die Einhaltung gegebener Budgetgrenzen. Während Festkörperlaser weitestgehend das anorganische Materialspektrum, wie Metalle und Kunststoffe abdecken, eignen sich CO2-Laser vorwiegend zur Kennzeichnung organischer Materialien, wie Holz und Pappe.

SCOPE: Sie bieten auch Laser zum Trimmen an. Ist das nicht eine ganz andere Zielgruppe?

Wunderlich: Zum Teil. Oftmals ist es gerade die Kombination aus Trimm- und Beschriftungsanwendung, die unsere Kunden wünschen. Trimmsysteme basieren auf unserer Beschriftungslaserreihe Business Diode. Mit optischen Modifikationen der Pulslängen und der Pulsformen sind diese Systeme von Ihren Eigenschaften sehr gut für Trimmanwendungen, z.B. dem Abgleich von Sensoren geeignet. Wenn dann noch gleichzeitig die Beschriftung des Sensors möglich wird, hat der Kunde einen doppelten Systemnutzen. Für solche Systeme bietet ACI auch entsprechende in den Strahlengang eingekoppelte Kameralösungen an.

SCOPE: Neben dem deutschen und europäischen Markt - was sind weltweit Ihre wichtigsten Absatzregionen?

Wunderlich: Unsere wichtigsten Absatzregionen sind neben Europa - Asien und Nordamerika mit den USA und Mexiko. In Asien sind wir besonders in Japan sehr erfolgreich. Aber auch Wachstumsmärkte wie der nahe und mittlere Osten, Indien und Brasilien stehen im Fokus unserer Marketing- und Vertriebsaktivitäten.

SCOPE: Wie haben sich Umsatz und Mitarbeiterzahl in 2012 entwickelt und welche Ziele haben Sie für dieses Jahr?

Wunderlich: Umsatz- und Mitarbeiterzahlen haben sich im Jahr 2012 weiter positiv entwickelt. Mit deutlich über 8 Mio. Euro Umsatz haben wir bei 25 Mitarbeitern einen hohen Pro-Kopf-Umsatz. In 2013 wollen wir solide weiter wachsen. Insbesondere werden wir in weitere Entwicklungskapazitäten investieren um bereits heute an den Lösungen und Produkten von morgen für unsere Kunden zu arbeiten.

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