Wirtschaft + Unternehmen
Gut Investiert?
Das Zeitalter der Elektronischen Datenverarbeitung startete im schwäbischen Güglingen Ende der Achtziger Jahre. Bis dahin war bei dem Maschinenbauer ¿alles beim Alten¿. Man baute hochwertige Parkettschleifmaschinen und setzte im kaufmännischen Bereich auf herkömmliche Methoden: Papier, Bleistifte, halbautomatische Buchungsgeräte und Datev-Unterstützung.
Firmengründer und Inhaber Eugen Lägler entwickelte bereits in den fünfziger Jahren seine Parkettschleifmaschinen, die er wegen ihres tief summenden Fahrgeräusches ¿Hummel¿ taufte. Die von Handwerkern geschätzten Qualitätsprodukte avancierten bald zum Weltmarktführer. Seinen Kindern, Susanne und Karleugen Lägler, die später das Unternehmen übernehmen sollten betraute er damals mit der Auswahl und Einführung eines Warenwirtschafts- und Produktionsplanungssystems (WWS/PPS).
Die Geschwister Lägler gingen mit viel Elan an die schwierige Aufgabe, denn schließlich war dies selbst für einen gestandenen EDV-Leiter kein leichtes Unterfangen. Zusammen mit einem Unternehmensberater, den das Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft (RKW) damals vermittelte, erstellten sie ein dickes Pflichtenheft, das 30 EDV-Anbietern zur Ansicht und Angebotserstellung zugesandt wurde. In die Endausscheidung kam neben namhaften Anbietern wie Nixdorf, Honeywell Bull und Phillips die kleine Karlsruher Software-Schmiede Abas mit ihrer Eigenentwicklung Abas-EKS. Gegen die mächtigen Wettbewerber mit ihren etablierten Systemen schien das kleine badische Unternehmen zunächst kaum Chancen zu haben. Dass sich das Blatt wendete, verdankten die Karlsruher ihrer gut durchdachten Software, die auf Anhieb durch ihre Bedienerfreundlichkeit überzeugte und dem kompetenten und sympathischen Auftreten der Abas-Inhaber. ¿Wir waren selbst noch ziemlich jung und fühlten uns von den klassischen Vertretern der mittleren Datentechnik nicht besonders angesprochen¿, berichtet Susanne Lägler. Ungewöhnlich waren auch die Testmethoden mit denen die Geschwister die Präsentationen abrundeten: ¿Die EDV-Leute irritierte ziemlich, dass wir bei laufendem Betrieb den Netzstecker zogen. Wir wollten sehen, wie sich die Systeme bei solchen praxisnahen Pannen verhielten¿, amüsiert sich Karleugen Lägler noch heute.
Die Entscheidung für Abas entstand letztendlich aus dem Bauch heraus, wobei neben einem überzeugenden Produkt viel menschliche Sympathien mitspielten. Dass die ¿EDV-Goliaths¿ von einst - beziehungsweise deren Software - inzwischen vom Markt verschwunden sind und der damalige ¿EDV-David¿ Abas zu einem der führenden Anbieter für ERP-Systeme im Mittelstand werden sollte, konnte damals keiner ahnen.
Start in Raten
Der Start ins Informationszeitalter erfolgte mit dem Einsatz einer Textverarbeitung und der Einführung der Abas-Finanzbuchhaltung sowie dem Modul Einkauf. Den größten Aufwand bereiteten damals die Vorarbeiten, denn die neue Fibu wollte mit Daten gefüttert werden: Alle Rechnungen und Artikel wurden erfasst. ¿Bereits der Einsatz der Fibu läutete bei uns eine neue Ära ein, denn endlich konnten wir täglich abrufen, wo der Betrieb stand. Vorher hatten wir unsere Fakturierung über Datev abgewickelt und mussten immer warten, bis der Monat abgeschlossen und ausgewertet war¿, erinnert sich die Geschäftsführerin. Heute sind alle Module des ERP-Systems im Einsatz. Erst kürzlich führte Lägler die Module zur Betriebsdaten- (BDE) und Arbeitszeiterfassung (AZE) ein. Für das Frühjahr 2002 werden die Themen Kostenrechnung und Anlagebuchhaltung intensiviert und in Abas-EKS aktualisiert.
Inzwischen arbeiten die Schwaben seit zwölf Jahren mit der ERP-Software Abas-EKS, die seit Anfang 2002 Abas Business Software heißt. In dieser Zeit ist das Unternehmen beständig gewachsen, die Kosten blieben ¿ auch dank Abas-EKS - im Rahmen. Ein anschauliches Beispiel hierfür ist die Mitarbeiterzahl in der Verwaltung, die in zwölf Jahren gleich blieb ¿ trotz der Verdreifachung des Umsatzes. ¿Aufgrund der enormen Flexibilität und Anpassungsfähigkeit dieses Systems ist es uns möglich, fast jede Idee zur Erhöhung der Betriebseffizienz, im Fertigungs- und Verwaltungsbereich, zu realisieren¿, freut sich der Junior-Chef.
Investitionen zahlen sich aus
Überzeugt von der Qualität und dem Nutzen des Systems, investierte Lägler über die Jahre hinweg in Systemerweiterungen, Updates, technischen Service und Beratung, denn neben den Abas-Technikern, die den Betrieb der Hardware sicherstellen, stehen den Kunden auch Spezialisten für betriebswirtschaftliche und organisatorische Themen zur Seite. ¿Wir haben praktisch jede Woche jemanden von Abas oder deren Partnern im Haus, da wir permanent neue EDV-Projekte durchführen. Neue Projekte sprengten bislang nie den Kosten- oder Zeitrahmen und Probleme mit Hard- oder Software wurden immer sehr schnell behoben¿, berichtet Susanne Lägler.
Weitere Aktivitäten stehen für 2002 bereits an: Zur Vereinfachung der Geschäftsprozesse mit Zulieferern und Kunden soll die E-Commerce-Lösung Abas eB zum Einsatz kommen.
¿Wir sind froh, dass wir uns damals für Abas entschieden haben. Sicherlich spielte bei dieser Entscheidung auch etwas Glück eine Rolle, denn wer war im Jahre 1989 schon in der Lage, zu prognostizieren, ob es 2001 diesen Lieferanten, geschweige denn das gewählte EDV-System noch geben würde¿, betont Susanne Lägler.
Stefan Graf
Links: http://www.Abas.de








