Energieverbrauch in der Logistik:

Ökologisch in der Verantwortung

Steigende Energiepreise, abnehmende Energieressourcen und Forderungen von Verbrauchern und der Politik nach umweltfreundlichen Lösungen machen den effizienten Umgang mit Energie zu einer großen Herausforderung für die gesamte Wirtschaft. Die Logistik kann einen entscheidenden Beitrag zu mehr Energieeffizienz, Ressourcenschonung und weltweiter Emissionsreduktion leisten, denn Logistikanwender und -Dienstleister sind besonders von den Auswirkungen steigender Energiekosten betroffen.

Raimund Klinkner, VV des bvl: "60 Prozent der Logistikunternehmen planen, ihre Energiebilanz zu optimieren."

Laut dem Fraunhofer-Institut für Logistik und Materialfluss (ILM) hat der Bereich Logistik einen Anteil von deutlich über fünf Prozent an den weltweiten CO2-Emissionen. Damit steht der Wirtschaftsbereich besonders in der Verantwortung, mit innovativen Strategien, Strukturen und Prozessen nachhaltiger zu agieren. Professor Raimund Klinkner, Vorstandsvorsitzender der Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V., erkennt hierfür ernsthafte Bemühungen:"Über 60 Prozent der Logistikunternehmen planen, ihre Energiebilanz und Energieeffizienz zu optimieren", erläutert Klinkner und beruft sich dabei auf die BVL-Studie "Trends and Strategies in Logistics and Supply Chain Management."

Das Engagement der Unternehmen für einen effizienteren Umgang mit Energie bringt nicht nur ökologische Vorteile, sondern ist auch ein bedeutender Faktor für die Wirtschaftlichkeit. Steigende Energiepreise sind einer der Hauptgründe, die das wirtschaftliche Potenzial des Wirtschaftsbereichs Logistik bremsen. Laut der BVL-Trendstudie wirken sie sich in der Einschätzung von Logistikdienstleistern und -Anwendern ebenso negativ aus wie der Fachkräftemangel und bremsen die Entwicklung noch stärker als unzureichende Infrastruktur.

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Energieeffizienz spielt besonders im Transport eine bedeutende Rolle: Die Staaten, die das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen unterzeichneten, konnten die Emission von Treibhausgasen insgesamt senken. Im Verkehrssektor dagegen stieg der CO2-Ausstoß laut ILM innerhalb von 15 Jahren um über 40 Prozent.

Preisanstiege bei Kraftstoffen und unberechenbare Preisschwankungen machen verlässliche Kostenplanungen für Transportunternehmen nahezu unmöglich. Im Zeitraum zwischen 2002 und 2012 ist der Preis für Dieselkraftstoff von 83,6 Cent auf 147,8 Cent je Liter gestiegen - und damit um rund 77 Prozent. Um den Kostenfaktor Treibstoff zu reduzieren und die fuhrparkbezogene Energieeffizienz zu steigern, gibt es einfach umzusetzende Maßnahmen. Erfahrungen aus der Praxis belegen: Allein durch Fahrerschulungen können Kraftstoffverbrauch und CO2-Emmissionen um bis zu vier Prozent sinken, Reifen mit geringerem Rollwiderstand und die permanente Kontrolle des Reifendrucks können weitere Einsparungen von bis zu sechs Prozent bewirken.

Auch bei der Steuerung komplexer Logistikprozesse finden sich Möglichkeiten, neben der Wirtschaftlichkeit den CO2-Footprint von Unternehmen zu verbessern. Der Einsatz moderner Dispositionssoftware hilft, die Auslastung von Transporten so effektiv wie möglich zu gestalten. Routenoptimierungsprogramme tragen zu einer besseren Fahrzeugauslastung bei und reduzieren die Anzahl von Fahrten. Zudem kann es sinnvoll sein, die Nutzung alternativer Verkehrsträger zu prüfen: Im intermodalen Verkehr zeigt sich die Verlagerung der Verkehre auf die Schiene als besonders wirksam. Verglichen mit einem 40-Tonnen-LKW besitzt die Bahn eine drei Mal höhere Energieeffizienz.

In Warenlagern entfallen durchschnittlich die Hälfte des Energieverbrauchs auf den Betrieb von Förder-, Lager- und Kommissionierungstechnik und 15 Prozent auf Beleuchtung. Die restlichen 35 Prozent des Energieverbrauchs werden nach Angaben des ILM für die Heiz- und Klimatechnik aufgewendet. Die Nutzung von Erneuerbaren Energien kann hier zu großen finanziellen Einsparungen beitragen, besonders, wenn der regenerativ erzeugte Strom selbst genutzt wird. Bei grünen Logistikimmobilien liegt Deutschland im weltweiten Vergleich noch hinter China und Indien, wie die Trendstudie der BVL belegt. Da bei Immobilien rund 80 Prozent der Gesamtkosten in der Bewirtschaftungsphase anfallen, rechnen sich Maßnahmen wie zusätzliche Gebäudeisolierung oder Systeme zur Energierückgewinnung besonders schnell und eröffnen hierzulande noch großes Potenzial. bw

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