Wirtschaft + Unternehmen
„Höchste Präzision“
Küssner: Der Werkstoff eines Bauteils ist ein wesentlicher Faktor für dessen Wirtschaftlichkeit und Sicherheit. Hinzu kommt die Notwendigkeit einer schnellen praktischen Umsetzung, beziehungsweise Wandlungsfähigkeit – gerade in Bezug auf die Sicherung der technologischen Wettbewerbsfähigkeit. Außerdem sind Werkstoffe in Konstruktionen häufig einer Kombination von Einwirkungen ausgesetzt, gegenüber der sie sich differenziert verhalten. Jede einzelne ist von unterschiedlicher Intensität und Häufigkeit. Das heißt, jedes Material, jede Konstruktion hat besondere Stärken und Schwächen. Verknüpft man dies mit einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung, die wiederum Ressourcen schonende, umweltverträgliche sowie leistungsfähige Produkte mit entsprechenden Technologien erfordert, dann spielt Granit in der gesamten Prozesskette eine wichtige Rolle. So ist beispielsweise eine Herstellung im Sinn eines Prozesses nicht notwendig, denn Granit kann preiswert überall auf der Welt abgebaut werden. Zudem bietet er herausragende Eigenschaften wie hohe Druckbelastbarkeit beziehungsweise Druckfestigkeit von 250 N/mm², einen extrem niedrigen Ausdehnungskoeffizienten und ein spezifisches Gewicht nahe Aluminium. Ein wichtiger Punkt ist auch, dass Granit sehr präzise bearbeitet werden kann.
SCOPE: Ihre Referenzliste liest sich wie das Who’s Who der Koordinaten- und Präzisionsmessmaschinen. Gibt es auch andere Einsatzmöglichkeiten?
Küssner: Natürlich ist Granit aufgrund seiner geringen Ausdehnung gerade für Präzisionsmaschinen der ideale Werkstoff. Aber auch im allgemeinen Maschinenbau, beim Honen, Schleifen, Fräsen und Erodieren kann Granit viele seiner Vorteile ausspielen. Grundsätzlich gilt für den Entwickler folgende grobe Richtschnur: Ist für eine Komponente in der Endanwendung eine Genauigkeit < 0,01 mm gefordert, sollte der Werkstoff Granit unbedingt in die Konstruktionsentscheidungen mit einbezogen werden.
SCOPE: Wie groß ist der Bedarf in Deutschland und wie sieht Ihre weitere Strategie aus?
Küssner: Das Geschäft des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus wird stark vom Export bestimmt. Mit etwa 900.000 Beschäftigten in Deutschland und ungefähr 300.000 Beschäftigten im Ausland werden mehr als 130 Milliarden Euro erwirtschaftet. Circa drei Viertel des Maschinenumsatzes gehen ins Ausland – und genau dort liegen auch unsere Hauptmärkte. Man darf nicht vergessen, dass diese Branche rund ein Viertel ihrer Umsätze mit neuen oder deutlich verbesserten Produkten erwirtschaftet. So werden drei Viertel der Unternehmen mindestens eine Produkt- und/oder Prozessinnovation durchführen – wobei die Aufwendungen für eine Innovation im Maschinenbau deutlich höher liegen als die für Forschung und Entwicklung. Diese Differenz ist ein Hinweis auf die starke Bedeutung der Entwicklung und Konstruktion, die notwendig sind, um ein neues Produkt in dieser Branche zur Marktreife zu bringen. Hier sehen wir auch in Zukunft unsere Chance.








