Wirtschaft + Unternehmen

Angebote in oberes Marktsegment erweitern

Sage hat den Wettbewerber Bäurer übernommen. SCOPE-Chefredakteur Hajo Stotz erfuhr von Sage-Deutschland-Chef Peter Dewald, welche Ziele der fünftgrößte ERP-Hersteller damit verfolgt.

SCOPE: Sage zielte bisher mit seinen ERP-Lösungen vor allem auf den Markt der kleinen Unternehmen. Mit Bäurer ist Sage nun auch im Mittelstand präsent, trifft dort aber auf einen starken Wettbewerb. Was kann Sage/Bäurer diesen mittelständischen Unternehmen mehr bieten als die Konkurrenz?

Dewald: Sage und Bäurer sind Unternehmen, die auf den Mittelstand in Deutschland spezialisiert sind. Auch Sage verfügt übrigens über Produktionslösungen für kleine und mittlere Unternehmen, aber es ist richtig, die Produkte von Bäurer erweitern das Angebot von Sage in ein oberes Marktsegment. Sage und Bäurer bieten dem Mittelstand in Deutschland „Software made in Germany“. Der Kunde in Deutschland profitiert so von Lösungen, die genau auf seine Bedürfnisse zugeschnitten sind. Das kann ihm kein Unternehmen bieten, das mit einer Lösung den weltweiten Markt adressiert.

SCOPE: Welche Änderungen kommen auf den Anwender von Bäurer-Software zu? Wie lange werden z.B. die Produkte von Bäurer weiterentwickelt?

Dewald: Auf Bäurer Anwender kommen keine Änderungen zu, alle Produkte werden ohne Einschränkung weiterentwickelt. Die Kunden profitieren aber von erweiterten Angeboten, etwa im CRM-Umfeld, die ihnen Bäurer zukünftig machen kann.

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SCOPE: Sage hat einen sehr starken Vertriebskanal über seine Partner, Bäurer vertreibt zu 90 Prozent direkt. Werden die Bäurer-Lösungen zukünftig auch über die Sage-Händler vertrieben?

Dewald: Nein, aktuell wird sich an der bestehenden Konstellation nichts ändern. Der bestehende Vertriebkanal bleibt auf jeden Fall erhalten.

SCOPE: Werden die HR- und CRM-Lösungen von Sage in die Bäurer-Produkte integriert?

Dewald: Ja, wir werden die entsprechenden Schnittstellen bieten, mit denen die genannten Produkte umfassend in die Bäurer-Produkte integriert werden.

SCOPE: Bäurer ist stark auf die Fertigungsindustrie konzentriert. Wird der Fokus unter Sage auch auf andere Branchen erweitert?

Dewald: Die bestehende Ausrichtung von Bäurer bleibt erhalten. Kurzfristig wird sich daran nichts ändern. Übrigens ist Bäurer aber beispielsweise schon heute sehr erfolgreich im Marktsegment „Technischer Handel“ vertreten.

SCOPE: Gibt es für Classic- oder Office-Line-Anwender zukünftig eine einfache Möglichkeit, auf eine Bäurer-Lösung „aufzusteigen“?

Dewald: Wir werden zukünftig entsprechende Migrationswege anbieten. Die technische Umsetzung wird zur Zeit noch geprüft.

SCOPE: Unter welchem Namen wird Bäurer zukünftig firmieren?

Dewald: Bäurer firmiert zukünftig mit neuem Logo unter dem Namen Sage Bäurer. Dieses Vorgehen soll die Kontinuität verdeutlichen, die der Kunde auch nach der Übernahme von uns erwarten kann.

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