Wirtschaft + Unternehmen

Ein-Mann-Show mit PPS

Geringe Einführungskosten und hohe Effizienz ermöglichen schlanke, branchennahe Systeme, wie das Beispiel eines Werkzeugbauers zeigt.
Der Zulieferer an der Leine der Hersteller. Wer ein solches Bild von deutschen Zulieferern hat, muss schleunigst umdenken. Schon lange haben sich viele der meist mittelständischen Unternehmen zu starken Partnern der großen Hersteller gemausert, die kreativ und mit moderner Technik eine wichtige Rolle im Produktionsprozess spielen. ¿Wir sind für unsere Kunden ein zuverlässiger Partner, der Qualität liefert, die durch unser Know-how entsteht ¿ das sichert unsere Zukunft¿. Vor der imposanten Kulisse eines 40 Tonnen-Krans und einer gewaltigen 1600 Tonnen Presse erklärt mir Geschäftsführer Achim Rath die Erfolgsrezepte des Rath Werkzeugbaus. In der reizvollen Kulisse des Siegerlandes gründeten die Gebrüder Rath das Unternehmen nach Kriegsende. Über die Jahrzehnte hinweg wuchs der Einzelfertiger kontinuierlich und beschäftigt heute 125 Mitarbeiter.
Großen Wert legen die Siegerländer auf die eigene Ausbildung: 16 Azubis und ein Ausbildungsmeister sorgen für qualifizierten Nachwuchs. Auch Carsten Arlitt startete als Azubi (¿ich bin ein Kind dieser Firma¿) und ist heute für die Qualitätssicherung verantwortlich. Als Kenner aller Unternehmensbereiche ist er die ideale Besetzung für die Betreuung des installierten PPS/ERP-Systems Beosys des Bocholter IT-Hauses BDE. Die Nordrhein-Westfalen sind spezialisiert auf Organisationssysteme. Ihre Software Beosys unterstützt den Produktionsablauf und den kaufmännischen Bereich, ist speziell auf die Belange von Einzel- und Kleinserienfertiger der Metallbranche zugeschnitten und bei Rath seit 1999 im Einsatz.

Auf Partnersuche
Eine EDV-Abteilung sucht man bei Rath vergeblich. ¿Das wollen wir uns bei unserer Unternehmensgröße nicht leisten, wir setzen auf Hard- und Software, die ohne großen Aufwand einzuführen und leicht bedienbar ist¿, erklärt Geschäftsführer Rath. Durch diese Anforderungen schieden 1999 bei der Auswahl eines PPS/ERP-Systems bereits viele Anbieter aus. ¿Nur wenige konnten uns glaubhaft machen, dass sowohl die Einführung als auch der Betrieb der Software ohne zusätzliches Personal möglich sei¿, erinnert er sich.
Als weiteres Auswahlkriterium nennt er die Planungsproblematik der Einzel- beziehungsweise Einmalfertiger, denn die meisten Aufträge seien terminlich sehr schwer kalkulierbar. Hersteller BDE bot in diesem Bereich mit Beosys ein System, das viele Features enthält, die einen Werkzeugbauer unterstützen.
¿Wir hatten uns mehrere Systeme angeschaut, welche die Kriterien einfache Betriebsdatenerfassung und möglichst papierlosen Fertigungsdurchlauf erfüllen sollten¿, berichtet Rath. Eine weitere, wichtige Eigenschaft war die für die Siegerländer die Mehrmaschinenbedienung, das heißt, ein Mitarbeiter soll gleichzeitig an mehreren Aufträgen arbeiten können, ohne dass dadurch die Planung oder die Datenerfassung leidet.
Als Pluspunkt erwies sich zudem eine Hardware-Besonderheit: Beosys läuft in der Fertigung auf robusten Terminals, die eine Online-Erfassung der Arbeitszeiten in der Fertigung ermöglichen: Sobald der Mitarbeiter mit einer Karte am Terminal einen Arbeitsablauf startet werden sämtliche Arbeitszeiten erfasst und sofort Aufträgen, Kostenstellen und Arbeitsgängen zugeordnet. Dies ermöglicht dem Werkzeugbauer eine zeitnahe Erfassung der Ist-Kosten und eine realistische Kalkulation während der Auftragsfertigung.

Einer für alles
Für die Betreuung von Beosys, der Anwender und den Kontakt zu BDE ist Carsten Arlitt als ¿Ein-Mann-Show¿ zuständig. ¿Das funktioniert neben meinen anderen Aufgaben nur, weil das System pflegeleicht ist. Die Software läuft sehr stabil - wir hatten in den drei Jahren keinen Systemabsturz¿, plaudert er aus der Praxis.
Im Einsatz sind bei Rath alle Module des Systems: Von der Auftragsverwaltung (Budgetverwaltung, Auftragserfassung, Angebotsübernahme und Belegerstellung), über Einkauf (Anfrage, Bestellung, Wareneingang, Eingangsrechnung, Zahlungsausgang, Materialwirtschaft) bis zum Controlling. Eine wichtige Rolle spielt für den Einzelfertiger die Kalkulation, denn nur durch das exakte Erfassen der variablen und fixen Kosten lässt sich ermitteln, ob ein geplanter Gewinn erzielbar ist. ¿Derzeit führen wir als letztes Modul den Leitstand und die Stücklistenerstellung ein¿, berichtet Arlitt.
Positiv findet er den logischen Aufbau der Software. Alle Module sind sich ähnlich, so dass der Anwender nicht ständig umdenken muss: ¿Das wirkt sich positiv auf den Schulungsaufwand aus. Und auch einfache Anpassungen, beispielsweise der Masken führen wir selbst aus¿, ergänzt er.
Die Zusammenarbeit mit BDE beschreibt Arlitt durchweg positiv: ¿Bislang ging man immer auf unsere Wünsche ein und setzte diese um. Auch mit dem Support sind wir zufrieden, da Probleme schnell und unbürokratisch gelöst wurden¿.
Stefan Graf

Links: http://www.beosys.de, http://www.rath-werkzeugbau.de

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