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Artikel und Hintergründe zum Thema

Wirtschaft + Unternehmen

Fleiß und Ideen

In vier Geschäftsbereichen fertigt Pöppelmann heute technische Schutzelemente aus Kunststoff, Spritzgussteile für Automobil- und Maschinenbau, Verpackungen für Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie sowie Pflanztöpfe für den kommerziellen Gartenbau. Und das mit großem Erfolg seit 1949. Lesen Sie das Porträt eines traditionsreichen Familienunternehmens, das heute zu den führenden Herstellern der Kunststoff verarbeitenden Industrie in Deutschland zählt.

Häufig sind es die vermeintlich kleinen Unternehmungen der deutschen Nachkriegszeit, die (bis) heute große Erfolge erzielen. Als beispielsweise Hubert und Josef Pöppelmann im Jahr 1949 an die Stadtverwaltung Lohne ihren Antrag auf Genehmigung zur Eröffnung einer Korkenfabrik stellten, konnten sie wohl kaum ahnen, dass ihr Unternehmen schon wenige Jahre später ein Teil des deutschen Wirtschaftswunders werden würde. Und kurios ging es los: Denn zunächst einmal kam die Gebrüder Pöppelmann Korkenfabrik mit ihren ersten drei Mitarbeitern im Hühnerstall des elterlichen Bauernhofs in Brockdorf-Querlendorf unter (großes Bild). Nach dem Ausscheiden seines Bruders stellte sich dann Josef Pöppelmann alleine der unternehmerischen Herausforderung: „Aller Anfang ist schwer, aber Ideenreichtum und Unternehmungsgeist lassen Erfolge erwarten“ – im Geiste dieser Grundhaltung, folgten der Umzug des Unternehmens in die Bakumer Straße und der Beginn der Kunststoff-Verarbeitung.

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Der erste Coup

Gleich mit dem ersten, serienmäßig hergestellten Produkt setzte das junge Unternehmen 1955 einen Meilenstein auf dem Weg vom Kork zum Kunststoff. Die ebenso einfache wie clevere Innovation: Der Griffkorken – eine handliche Kunststoffkappe im festen Verbund mit einem Korken. Diese neue Verschlussmöglichkeit für Spirituosen-Flaschen setzte sich schnell am Markt durch – wir kennen sie heute alle. Angesichts dieser erfolgreichen Entwicklung konnte Pöppelmann die Produktion von Stopfen und Kappen für die industrielle Fertigung systematisch ausbauen. Die offizielle Eintragung der Marke Kapsto erfolgte beim Deutschen Patentamt schließlich am 18. Januar 1961. Heute – 50 Jahre später – findet dieses vielseitige und sehr umfassende Produktprogramm an Kunststoff-Schutzelementen zum Schutz vor Beschädigung, Verschmutzung bei Transport, Lagerung, Lackierung in fast allen Industriezweigen überall auf der Welt Anwendung. Längst repräsentiert es einen eigenständigen Geschäftsbereich.

Um der Nachfrage von Kunststoffprodukten „made by Pöppelmann“ weiterhin gerecht zu werden, expandierte das Unternehmen 1966. Nur wenige Meter von der alten Adresse entfernt, bezog es ein neues, deutlich größeres Werksgelände und errichtete an der Bakumer Str. 73 die erste von heute insgesamt 16 Hallen. Parallel dazu eröffnete das Unternehmen seine erste Auslandsniederlassung in Mulhouse. Die Plastiques Pöppelmann France übernimmt seitdem den Vertrieb des gesamten Produktprogramms innerhalb Frankreichs.

Im Laufe der sechziger Jahre zum Hersteller des führenden, europäischen Kunststoff-Schutzelemente-Programms heran gewachsen, stellte das Unternehmen erstmals auf der Technologiemesse in Hannover 1968 aus. Nur ein Jahr später präsentierte es auf der 6. Internationalen Kunststoff-Messe in Düsseldorf seine umfassende Produktpalette. Die stolze Zwischenbilanz des Unternehmens zu diesem Zeitpunkt: Exporte in 15 Länder weltweit und feste Niederlassungen in Frankreich, Schweden, den Niederlanden und Italien. Dieser Erfolg ist vor allen Dingen auf die Leistungen eines Mannes zurückzuführen – Josef Pöppelmann. Mit seinem unerschöpflichen Fleiß und Ideenreichtum sowie seinem Gespür für die Entwicklungen des Marktes und gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge baute er das Unternehmen Stück für Stück weiter aus. Dabei garantierte ihm sein hoher Grad an Mitmenschlichkeit stets auch die Loyalität seiner Angestellten und Mitarbeiter. So konnte der Firmeninhaber 1974 gleichermaßen stolz auf zwei Jubiläen sein. Das 25-jährige Jubiläum der Gebrüder Pöppelmann und die 25-jährige Betriebszugehörigkeit von drei Mitarbeitern der ersten Stunde.

Weltweiter Erfolg

1983 trat Gertrud Pöppelmann als Alleininhaberin in die Fußstapfen ihres verstorbenen Mannes. Sie führte das Unternehmen tatkräftig und zukunftsorientiert weiter. Unter ihrer Leitung wurde 1996 das nächste, wichtige Kapitel der Firmengeschichte aufgeschlagen. Mit der Eröffnung von Werk II am neuen Standort in Brockdorf baute das Unternehmen seine Bedeutung als Hersteller für technische Spritzgussteile mit höchstem Qualitätsanspruch weiter aus. Die gesamte Produktion des Geschäftsbereichs K-Tech wurde hierher – unter die Dächer von drei Hallen – verlagert.

Dem entsprechend lautete auch das Motto des 50-jährigen Firmenjubiläums (1999) Kunststofftechnik für die Zukunft. Rund 800 Mitarbeiter, Tochtergesellschaften und Niederlassungen in Frankreich, Spanien, England, Dänemark, Belgien und den Niederlanden spiegelten den Führungsanspruch des Unternehmens in der kunststoffverarbeitenden Industrie deutlich wieder. Mit dem Sprung ins neue Jahrtausend setzte sich der Erfolg in Europa dann auch auf dem amerikanischen Kontinent weiter fort. Seit 2007 bietet Pöppelmann Plastics USA, mit Sitz in Claremont (North Carolina) maßgeschneiderte Lösungen speziell für den dortigen Markt.

Zuhause in Lohne verstirbt Gertrud Pöppelmann 2009 – im Jahr des 60. Firmenjubiläums. Wie wichtig aber auch der nachfolgenden Unternehmensführung die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Menschen aus Region ist, belegen die neuesten Investitionen. Mit der Einsegnung von Werk III in Lohne im Mai 2010, wurde der Geschäftsbereich Famac (technische Funktionsteile und moderne Verpackungen) zugunsten des Standorts weiter vergrößert. Das Unternehmen exportiert derzeit in über 70 Länder und beschäftigt weltweit 1.500 Menschen. ms

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