Tauchverfahren
Wirtschaftliche Alternative zum Spritzguss
Bei kleinen und mittleren Serien erweist sich die Herstellung von Spritzgusswerkzeugen häufig als unwirtschaftlich. Mit der im Mai 2012 in Betrieb genommenen Anlage "Tauchperform" will das zur Möller Group gehörende Unternehmen Möller Werke das bisher eher handwerklich geprägte Tauchverfahren revolutionieren sowie Aufwand und Kosten bei der Werkzeugherstellung senken.
Die nach eigenen Angaben weltweit in dieser Form einzigartige Anlage bietet Konstrukteuren ganz neue Möglichkeiten. Während sich die Herstellung von Spritzgusswerkzeugen bei kleinen bis mittleren Serien häufig als unwirtschaftlich erweist, ist die Werkzeugherstellung im Tauchperform-Prozess mit deutlich weniger Aufwand und Kosten verbunden.
Maximale Freiheit für Konstrukteure
Von Stückzahl 1 bis 10.000 bietet Tauchperform eine flexible und effiziente Alternative zu Spritzguss und anderen Formgebungsverfahren. Bereits nach drei Wochen ist das Erstmuster verfügbar. So können Produktserien schnell und mit geringem Aufwand modifiziert und optimiert werden. Auf dem Teach-Roboter werden die Prozessparameter für das Bauteil ermittelt und an die Anlage übergeben. So wird sichergestellt, dass jedes Bauteil der Serie zu 100 % Zeichnungskonform, reproduzierbar und von gleichbleibender, hoher Qualität ist.
Keine Grenzen in der Formgebung
Beim Tauchperform-Prozess wird die erhitzte Form in ein Tauchbecken mit einer Plastisolmischung, dem Molerit, getaucht. Anschließend wird das Formteil herausgehoben, wärmebehandelt und von der Form gelöst. So können hochwertige Bälge und Abdeckungen für die Automobil-und Elektronikindustrie oder Medizintechnik hergestellt werden. Innovativ für Variantenvielfalt Tauchperform entspricht dem heutigen Trend zu immer größerer Variantenvielfalt und kleineren Serien. Die vollautomatisierte Anlage verfügt über 32 Tauchbecken. Von zwei Robotern beschickt erreicht dieAnlage einen Tagesdurchsatz von bis zu 1.400 Tauchdurchgängen. Die erzeugten Bauteile können als Abdeckungen für Schalthebel, Lenksäulen aber auch als Luftkanäle, als Spritzschutz oder als Verschleißschutz innerhalb und außerhalb der Kabine am Fahrzeug eingesetzt werden.
Flexible und feste Zonen in einem Bauteil
Durch spezielle Werkzeuge ist es möglich in einem Artikel durch die partielle Vernetzung flexible und feste Zonen zu erzeugen. So kann zum Beispiel ein starres Rohr mit weichen Anschlüssen erzeugt werden, dass zusätzliche Muffen für die Verbindung mit den Anschlüssen überflüssig macht. Diese und andere Verbindungen für flexible Bauteile an Arbeitsmaschinen präsentiert die Möller Werke GmbH vom 15. bis 21. April auf der Bauma 2013 in München, Halle A 5 Stand 138. kf









