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Artikel und Hintergründe zum Thema

2.000 Tonnen starke Kaltfließpresse

Hirschvogel nimmt Schuler-Anlage in Betrieb

Die Hirschvogel Automotive Group Unternehmen nimmt derzeit am Stammwerk im oberbayrischen Denklingen eine 2.000 Tonnen starke Schuler-Presse in Betrieb, auf der unterschiedliche Wellen für Getriebe, Antriebsstrang und Motor entstehen sollen.

Der Automobilzulieferer Hirschvogel nimmt derzeit am Stammwerk Denklingen eine Kaltfließpresse von Schuler in Betrieb.

Es handelt sich um die erste Anlage zur Massivumformung in dieser Größenordnung, die über ServoDirekt-Technologie (SDT) von Schuler verfügt.

„Durch die ServoDirekt-Technologie wird sich die Ausbringungsleistung weiter verbessern“, erklärt Frank Dobus, Betriebsleiter bei Hirschvogel. „Aufgrund der Tatsache, dass sich die Geschwindigkeit des Stößels gezielt steuern lässt, können wir Umformung und Transfer der Teile ideal aufeinander abstimmen und die Werkzeugstandzeiten verlängern. Dank der frei programmierbaren Stößelbewegung erleichtert sich auch der Einrichtbetrieb erheblich. Darüber hinaus rechnen wir mit einem deutlich reduzierten Energiebedarf der neuen Anlage.“

Aus denselben Gründen hat sich der Servo-Antrieb in der Blechumformung schon weitgehend durchgesetzt. Schuler stattet nun immer mehr Pressen für die Massivumformung mit der ServoDirekt-Technologie aus. Neben der Anlage vom Typ MSL 2-2000 zählen dazu unter anderem eine 1.600 Tonnen starke Gesenkschmiedepresse und eine 500 Tonnen starke Kniehebelpresse. Die MSL 2-2000 ist bereits die siebte Maschine von Schuler, die in den Hallen von Hirschvogel läuft.

Sanierungsbedürftige Brücken verzögern Schwertransport

Die Maschine vom Typ MSL 2-2000 ist die erste Anlage zur Massivumformung in dieser Größenordnung mit ServoDirekt-Technologie. Bilder: Schuler.

Einziger Wermutstropfen bei der jüngsten Anschaffung war der Transport der Kaltfließpresse: Hirschvogel musste die Route mehrmals umplanen, weil sich auf der ursprünglichen Strecke mehrere sanierungsbedürftige Brücken befanden. Diese hätten der Belastung nicht standgehalten und waren deshalb von den zuständigen Behörden abgelastet, also für Schwertransporte gesperrt worden. Kein Einzelfall: „Marode Brücken machen Schwertransporte über unsere Straßen zunehmend schwieriger“, sagt Frank Dobus und bestätigt damit eine Erfahrung, die auch Schuler gemacht hat. „Dieser Standortnachteil kann auf lange Sicht die Existenz einheimischer Unternehmen gefährden.“

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Am Ende nahm die Beförderung der Presse von Göppingen zum Stammsitz nach Denklingen drei Tage und Nächte in Anspruch – einschließlich eines Wechsels des Tiefladers, um die Genehmigung für die Nutzung einer Bundesstraße zu erhalten. Mit dem Auto hätte die Fahrt auf direktem Weg lediglich zwei Stunden gedauert. Anfang November konnte die Anlage bei Hirschvogel schließlich montiert werden, der Produktionsstart ist für April geplant. Und spätestens dann dürfte der Ärger über den aufwändigen Schwertransport wieder verblasst sein. kf

 

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