Armin Stolzer

„Wir brauchen Querdenker“

Der Sägen- und Lagerhersteller Kasto blickt auf eine 171-jährige Firmengeschichte zurück und zählt damit zu den ältesten Familienbetrieben in ganz Europa. SCOPE-Chefredakteur Hajo Stotz erfuhr von Armin Stolzer, der den Betrieb bereits in der fünften Generation führt, welche Werte – neben Tradition – das Familienunternehmen erfolgreich machen.

Armin Stolzer

SCOPE: Das Kasto-Motto lautet „Sägen. Lager. Mehr.“ Worin liegt das „Mehr“?

Stolzer: Perfekt sägen und lagern – dieser Anspruch ist uns nicht genug. Das Unternehmen setzt als Alleinstellungsmerkmal auf Mehrwerte, die sich sowohl für Kunden als auch für Mitarbeiter in barer Münze auszahlen. So stecken beispielsweise hinter dem „Mehr an Profil“ Unternehmenswerte wie die Orientierung an Zufriedenheit und Erfolg des Kunden, Verlässlichkeit und Fortschrittlichkeit. Das „Mehr an Verantwortung“ beschreibt die Belastbarkeit und Langlebigkeit der Produkte, Kundenbeziehungen und Entscheidungen. Dazu nutzen wir nicht nur den Vorteil eines inhabergeführten Unternehmens, sondern bekennen uns aktiv zu Werten wie der Sicherung des Standorts Deutschland, Qualität „Made in Germany“ sowie einer langfristigen und nachhaltigen Weiterentwicklung.

SCOPE: Der Sägen- und Lagerbereich ist anbieterseitig eng besetzt. Was unterscheidet Sie hier vom Wettbewerb?

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Stolzer: Als einziger Hersteller von Metallsägemaschinen bieten wir den Kunden alle drei Sägeverfahren, also Bügel-, Band- und Kreissägemaschinen, und haben in jedem Segment ein breites Lieferprogramm. Dieses reicht von kleinen Handmaschinen für den schnellen Werkstattschnitt bis zu Hochleistungs-Bandsägemaschinen zum Sägen von großen Blöcken und Platten. Außerdem entwickeln und realisieren wir als einzige Firma eine breite Palette von halb- und vollautomatischen Langgut- und Blechlagersystemen. Das Lieferprogramm reicht dabei von Lagertürmen in kompakter Stand-alone- Bauweise bis hin zu vollautomatischen Wabenlager-Hochregalanlagen mit Tausenden von Lagerkassetten für Langgut, Bleche und rückzulagernde Restmaterialien.

SCOPE: Sägen und Lagern – welche Vorteile hat der Kunde von dieser Angebotskombination?

Stolzer: Er profitiert aus der Verbindung der beiden Geschäftsfelder beispielsweise durch sogenannte Sägezentren oder Lager-Sägezellen-Systeme, in denen vom Einlagern des Rohmaterials bis zur Kommissionierung von Abschnitten sämtliche Lager-, Handling-, Säge-, Markier-, Palettier- und Bündelungsprozesse inklusive Material-Kennzeichnung im Mehrschichtbetrieb vollautomatisch ablaufen. Die Kunden aus Handwerk, Industrie und Metallhandel erhalten somit das komplette Equipment zur Materialbevorratung, Produktion und Distribution aus einer Hand.

SCOPE: Wo sehen Sie die Kernkompetenzen von Kasto?

Stolzer: Unsere Kernkompetenzen liegen genauso in der kreativen Technologie- und Produktentwicklung wie im soliden Maschinenbau und der qualifizierten Projektabwicklung. Darüber hinaus hat das Unternehmen eine weltweite Vertriebs- und Serviceorganisation installiert und arbeitet vor allem auf internationaler Ebene mit langjährigen und erfahrenen Vertretungen. Die Maschinen und Lagersysteme sind nicht nur wegweisend in der Technik, sondern auch im technischen Design.

SCOPE: Rund 1,2 Millionen Euro investiert das Unternehmen jährlich in die betriebliche Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter, 24 Azubis haben Sie dieses Jahr übernommen. Wieso investieren Sie so massiv in die berufliche Ausbildung?

Stolzer: Derzeit sind mehr als 11 Prozent unserer Mitarbeiter in der beruflichen Ausbildung. Denn das ist unser größtes Potenzial: Die große Zahl der im eigenen Haus bestens ausgebildeten Mitarbeiter, die flexibel und kompetent die unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Produkte und Märkte erfüllen. Damit das so bleibt, braucht es Vor- und Querdenker, die ständig auf der Suche nach Verbesserungen und neuen Ideen sind. Deshalb stecken wir in ihre Entwicklung und Ausbildung viel Aufwand.

SCOPE: Letztes Jahr wurde zum 170. Jubiläum die neue Kasto-Win-Reihe vorgestellt. Wie kam sie bei den Kunden an?

Stolzer: Sehr gut. Sie hat sich innerhalb von einem Jahr bereits zu einer unserer drei wichtigsten Baureihen entwickelt. Mehr als 450 Maschinen haben wir inzwischen verkauft. Ganz neu stellen wir in der Reihe nun die Kasto Win Tube 5.0 vor.

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