Hannover Messe

Daniel Schilling,

Revolutionäre Schaltschränke und kabellose Transportsysteme

Beckhoff war in Hannover mit einem großen Auftritt und zahlreichen Neuheiten dabei und auch die Zahlen stimmen weiterhin.

Unter Anleitung von Hans Beckhoff demonstrieren Bundeskanzler Olaf Scholz und Portugals Premierminister Antonio Costa wie einfach sich ein Schaltschrank mit dem MX-System montieren lässt. © Beckhoff

Firmenchef Hans Beckhoff hatte einiges zu tun auf der Hannover Messe, sogar den Bundeskanzler und den portugiesischen Premierminister konnte er am Stand begrüßen und ließ beide werbewirksam vor den Kameras schrauben. So rückte auch Beckhoffs wohl wichtigste Messeneuheit ins Kameralicht: Das grundlegend neu konzipierte Schaltschranksystem MX.

Neues Schaltschrankkonzept

Dabei handelt es sich um eine flexible, bauraumoptimierte und intelligente Systemlösung, die den konventionellen Schaltschrank komplett ersetzen sollund somit völlig neue Wege bei der Anlagenautomatisierung eröffnet. Als modularer, bei Bedarf auch dezentral an der Maschine verteilbarer Schaltschrankersatz spart das MX-System Engineering-, Montage- und Installations- sowie Wartungsaufwand. Dies soll hocheffiziente Abläufe für Hersteller und Betreiber von Maschinen und Anlagen ermöglichen, beginnend bei der Planung über Aufbau und Installation des MX-Systems bis hin zur Instandhaltung einer mit dem MX-System ausgestatteten Maschine.

Die Grundidee des MX-Systems ist es, die elektrischen und mechanischen Schnittstellen für alle elektronischen und elektromechanischen Bauteile zu standardisieren. Das Ergebnis der Umsetzung dieser Idee sind zwei Schnittstellen:

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  • Die Datenschnittstelle integriert jede Funktionseinheit in ein EtherCAT-Netzwerk und versorgt sie zugleich mit 24 V DC und falls notwendig auch mit 48 V DC.
  • Für den Niederspannungsbereich wurde eine zweite Schnittstelle als Standard festgelegt. Über diese wird die Netzspannung von bis zu 530 V AC sowie eine DC-Spannung von max. 848 V für den Antriebsverbund verteilt.

Hohes Maß an Standardisierung

Durch diese Standardisierung lässt sich die gesamte Funktionalität des Schaltschranks als Backplane-System abbilden. Analog zu den Schnittstellen gibt es zwei verschiedene Backplanes, die die beschriebenen Schnittstellen in Form von Steckverbindern als wesentliche Merkmale aufweisen. Verbaut werden die Backplanes in einem robusten Aluminiumgehäuse. Die Kombination aus Backplane und Gehäuse wird als Baseplate bezeichnet.

Hinzu kommt ein breites Spektrum an Funktionsmodulen aus den Bereichen IPC, Buskoppler, I/O, Motion, Relais und System. Diese werden einfach auf die Baseplate gesteckt und verschraubt. Der Verbund aus Baseplate und Funktionsmodulen ergibt eine bauraumoptimierte IP67-geschützte Einheit, welche direkt an der Maschine montiert werden kann.

Ziel ist es, Schaltschränke noch einmal deutlich zu verschlanken, zu vereinheitlichen und vor allem Aufbau und Montage drastisch zu vereinfachen.

Berührungslose Spannungsversorgung

Mit der neuartigen No Cable Technology (NCT) für das intelligente Transportsystem XTS sorgt Beckhoff für mehr Maschinenflexibilität. Möglich wird dies durch eine berührungslose Spannungsversorgung und synchrone Echtzeit-Datenkommunikation, mit der sich die einzelnen XTS-Mover zu mobilen Handling- und Bearbeitungsstationen erweitern lassen.

Der XTS-Baukasten wurde für NCT um ein spezielles Motormodul sowie eine am Mover montierbare Elektronik erweitert. Die zur Übertragungstechnologie benötigte Hardware ist vollständig in das Motormodul integriert, sodass die bestehenden Funktionalitäten und der kompakte Aufbau erhalten bleiben. Es sind keine zusätzlichen Anschlüsse und Zuleitungen erforderlich. Dabei ist die Ansteuerung der auf dem Mover befindlichen Hardware vollständig in TwinCAT implementiert.

Alle bekannten TwinCAT-Funktionalitäten stehen für eine einfache Projektumsetzung zur Verfügung.
Mit NCT werden erstmals die Bearbeitung und die Qualitätskontrolle von Produkten auf dem Mover im laufenden Prozess möglich. Ausreichende Leistung und eine schnelle Kommunikation mit der TwinCAT-Steuerung ermöglichen die einfache Anbindung von Sensoren und Aktoren. Die Datenkommunikation ist echtzeitfähig und kann in Verbindung mit EtherCAT systemweite Ereignisse μs-genau synchronisieren.

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