Geschäftsjahr 2020

Andreas Mühlbauer,

Bosch Rexroth sieht Geschäftsbelebung

Bosch Rexroth blickt vorsichtig zuversichtlich auf das laufende Geschäftsjahr. Seit Mitte 2020 steigen die Auftragseingänge und sorgen für eine Geschäftsbelebung.

Umsatz und Auftragseingang von Bosch Rexroth im Vergleich von 2016 bis 2020. © Bosch Rexroth

Struktur- und pandemiebedingt verzeichnet Bosch Rexroth im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatzrückgang von knapp 17 Prozent gegenüber dem Rekordniveau von 2019, bleibt aber profitabel. Der Weg zurück auf Vorkrisenniveau wird aber länger dauern als die Krise selbst. Für 2021 sind umfangreiche Investitionen auch an deutschen Standorten geplant.

Trotz widriger Rahmenbedingungen mit einer Kombination aus konjunkturellem Abschwung und Pandemie hat Bosch Rexroth das Geschäftsjahr 2020 erfolgreich gestaltet. Grundlage dafür waren besonders die Anpassungsfähigkeit des Unternehmens sowie Kostenflexibilität. „Wir sind stolz auf unser weltweites Team. Es hat einen ganz besonderen Einsatz geleistet“, sagt Rolf Najork, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH mit Verantwortung für den Bereich Industrietechnik und Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG. „Mit ihrer Flexibilität und beeindruckendem Durchhaltevermögen haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit vor Ort bei unseren Kunden, an unseren Standorten und mobil für unseren Erfolg gearbeitet.“

Enge Kundenkontakte auch in Pandemie

Bosch Rexroth pflegt auch in Zeiten der Pandemie den engen Kontakt zu seinen Kunden und Partnern weltweit und beschleunigt die Digitalisierung in diesem Bereich: Neue Chat-Funktionen auf der Website vereinfachen die Kontaktaufnahme, vollständig digitale Veranstaltungen ersetzen ausgefallene Messen, Schulungen werden online angeboten. Service-Spezialisten unterstützen Kunden und Anwender mit Fernwartung, und auch bei Inbetriebnahmen von Antriebs- und Automatisierungslösungen ersetzt digitaler Support häufig Besuche vor Ort. Trotz der angespannten Lieferketten im ersten Lockdown hat Bosch Rexroth im engen Austausch mit Kunden und Partnern die Lieferungen aufrechterhalten und Stillstände bei Kunden vermieden.

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Hydraulik-Aktivitäten starkes Standbein

Im Geschäftsjahr 2020 zeigte sich in den Regionen eine unterschiedliche Entwicklung: In Europa, wo Bosch Rexroth mehr als die Hälfte seines Umsatzes erzielte, und in Nord- und Südamerika gingen die Umsätze im Jahr 2020 um etwa 20 Prozent zurück. Gestützt durch das starke Geschäft in China konnte hingegen in der Region Asien-Pazifik/Afrika der Rückgang auf knapp fünf Prozent begrenzt werden.

Einen Beitrag zur Stabilisierung des Geschäfts vor allem seit der zweiten Jahreshälfte 2020 leisten die Hydraulikaktivitäten. Bosch Rexroth bietet seinen Kunden mit dieser Technologie eine Kombination aus einzigartiger Kraftdichte und digitaler Vernetzbarkeit. Die Auftragseingänge im Bereich der Fabrikautomation ziehen ebenfalls an. Die neue Automatisierungsplattform ctrlX Automation hilft Anwendern, in der Fabrik der Zukunft flexibler zu agieren, Anlagen schneller in Betrieb zu nehmen sowie sehr unterschiedliche Mengen und Varianten von Produkten wirtschaftlich zu fertigen.

Umfeld bleibt 2021 anspruchsvoll

Dank des seit dem zweiten Halbjahr 2020 angestiegenen Auftragseingangs blickt Bosch Rexroth vorsichtig zuversichtlich auf das laufende Geschäftsjahr. Risiken bestehen durch die weitere Entwicklung der Pandemie, mögliche Veränderungen in einzelnen Märkten oder die strukturellen Veränderungen im Automobilsektor. „Die Erholung wird länger dauern als die Krise selbst“, ist Najork überzeugt. „Für diesen Weg sind wir mit unserer ausgewogenen Strategie des Wandels gerüstet: Wir berücksichtigen langfristige strukturelle Entwicklungen und erhöhen gleichzeitig unsere Flexibilität für konjunkturelle Schwankungen.“

Eine Schlüsselrolle in der Anpassungsfähigkeit von Bosch Rexroth spielt das internationale Produktionsnetzwerk. Ausgerichtet am Markt und den Kundenanforderungen entwickelt das Unternehmen seine Kapazität und Aufstellung kontinuierlich weiter. Investitionen erfolgen daher entweder im Sinne eines „local for local“-Ansatzes nahe bei den Kunden oder es werden Kapazitäten dort gebündelt, wo es wirtschaftlich erforderlich ist.

Auch im Geschäftsjahr 2020 war Bosch Rexroth profitabel. So konnte das Unternehmen trotz des Umsatzrückgangs weiterhin zukunftsgerichtet investieren. Insgesamt hat Bosch Rexroth 2020 rund 100 Millionen Euro in seine weltweit 47 Fertigungsstandorte, davon zwölf Standorte in Deutschland, investiert.

Mit rund 45 Millionen Euro wurde die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Standorte gestärkt, beispielsweise mit dem zweiten Bauabschnitt des Kunden- und Innovationszentrums in Ulm, wo rund 250 Spezialisten bereichsübergreifend an technisch wegweisenden und nachhaltigen Lösungen arbeiten werden. Das weitere Gebäude wird eine Modellfabrik für Industrie 4.0-Lösungen beherbergen, moderne Büroräume, Labors sowie Teststände für die Elektrifizierung von mobilen Arbeitsmaschinen. Rund 28 Millionen Euro gingen nach China, insbesondere für einen Ausbau des Werks in Xian als Zentrum für Fabrikautomation in Asien.

Für 2021 ist geplant, die Investitionen wieder deutlich auszubauen. Dabei sind auch an deutschen Standorten erhebliche Investitionen vorgesehen.

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) hat Bosch Rexroth 2020 mit rund 326 Millionen Euro auf einem hohen Niveau gehalten (Vorjahr: ca. 348). Der Anteil der F&E-Aufwendungen am Umsatz stieg damit gegenüber dem Vorjahr von 5,6 auf 6,3 Prozent.

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