Erfolgsfaktor Maschine

Vorausschauende Instandhaltung wird immer wichtiger

Industrie 4.0 ist in der Produktion angekommen. Lag in der Vergangenheit der Fokus vor allem auf einer hohen Produktlebensdauer, so wird heute daneben auch die vorausschauende Instandhaltung betrachtet, stellen die Pneumatikspezialisten fest.

„Industrie 4.0 erfordert gemeinsame Protokolle und Schnittstellen über alle Ebenen und Technologien“, weiß Dieter Michalkowski (Mitte) von Aventics.

„Wir haben die Notwendigkeit früh erkannt und bereits zu Beginn der Entwicklung unserer fortschrittlichsten Ventilgeneration das Thema betrachtet“, erläutert Dieter Michalkowski, Industrie-4.0-Experte bei Aventics. Nicht nur in Großunternehmen, wo die Produktionsanlagen oft einen Wert von mehreren hundert Millionen Euro haben, sondern auch im Mittelstand werden Maschinen immer mehr zu strategischen Erfolgsfaktoren: Hohe Maschinenauslastung, möglichst keine ungeplanten Stillstände und kurze Instandhaltungspausen, enge Taktung und Just-in-Time-Produktion sind heute Pflicht. Ein reibungsloser Betrieb muss sichergestellt sein, eine vorausschauende Instandhaltung oder prognostische Wartung, neudeutsch „Predictive Maintenance“ genannt, wird immer wichtiger.

Predictive Maintenance lässt sich auch mit wenig Geld realisieren. Aventics nutzt ohnehin vorhandene Sensoren, um Aussagen über den Zustand von Anlagen zu treffen. So werden zum Beispiel verschleißende Komponenten wie Stoßdämpfer überwacht. Dazu werden bereits existierende Zylinderschalter verwendet. „So können wir durch Überwachen des Zeitverhaltens der Prozessschritte den Zustand der Stoßdämpfer, aber auch von Antrieben oder Führungen bestimmen. Das hat nichts mit Wahrsagerei und Glaskugel zu tun, sondern ist exakte Ingenieurleistung und fundiertes Pneumatik-Know-how“, betont Michalkowski.

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Die massiv zunehmende Digitalisierung von Maschinen und Anlagen schafft hierfür die Grundlagen. „Dabei haben wir auch die Investitionssicherheit im Blick: Bestehende Systeme und Komponenten müssen sowohl mit älteren wie auch zukünftigen Versionen kompatibel sein. Dies ist für uns Teil des Entwicklungsauftrags. Im Maschinen- und Anlagenbau verfolgen wir eine andere Philosophie als beispielsweise in der IT-Branche – heute bestellte Systeme müssen auch übermorgen noch produktiv einsetzbar sein“, hebt er hervor.

Aventics hat für das Themengebiet Industrie 4.0 seine Zusammenarbeit bei Projekten mit der IFM Electronic ausgeweitet. Mit dem Hersteller und Lieferanten für Sensoren und Steuerungen möchten die Pneumatikspezialisten ihr Know-how zusammenbringen. Ziel der gemeinsamen Aktionen ist, alle Daten vollständig, sicher und unabhängig von der Maschinensteuerung online zu überwachen und zu analysieren, um so den Kundennutzen zu steigern. Durch die direkte Kommunikation der Sensor- und Pneumatik-Systeme können die Zustandsdaten der Maschine, beispielsweise der aktuelle Energieverbrauch, effektiver als bislang überwacht werden. So können frühzeitig optimierende Maßnahmen ergriffen werden. Damit unterstützen beide Unternehmen die Umsetzung der EU-Energieeffizienz-Richtlinie (EED). Nach der neuen Regelung müssen alle Unternehmen ab 250 Mitarbeitern bis Ende 2016 ein Energieaudit durchführen, ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach ISO 50001 oder ein Umweltmanagementsystem nach EMAS nachweisen. ee

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