Drucksensoren

Immer genug Bier im Tank

Dank intelligenter Drucksensorik, Mobilfunknetz und Internet können leer werdende Biertanks rechtzeitig Nachschub ordern. Das reduziert den Stress für die Wirte und bewahrt die Fahrer der Brauerei vor „Notfallfahrten“ am Wochenende.

Vernetzte Biertanks freuen Wirt und Brauerei: Autonom arbeitende Mess-Systeme überwachen den Füllstand und verhindern so fehleranfällige Erfassungen von Bestellungen bei der Brauerei.

Strahlender Himmel, Sommertemperaturen und damit ein gesunder Durst der Gäste, das freut jeden Wirt. Bei großem Andrang durstiger Gäste kann es da schon mal passieren, dass man in der Hektik den Bierstand in den Fässern im Keller aus den Augen verliert, und dann muss ein Brauereifahrer am Wochenende „Nothilfe“ leisten. Diese Zeiten sind nun zur Freude der Wirte und der Brauereifahrer vorbei.

Die App „myBeer“ hat Swisscom zusammen mit dem M2M-Partner Swiss1Mobile entwickelt. Dieser wurde dafür am internationalen IoT/M2M Innovation World Cup in der Kategorie „Mobility“ ausgezeichnet.

Große Gaststätten haben meist zwei Biertanks mit je 500 bis 1.000 Liter im gekühlten Keller stehen, die normalerweise alle zwei Wochen gefüllt werden. Ist ein Tank leer, schaltet man das System auf den anderen um. Früher mussten diese Biertanks vom Personal täglich kontrolliert werden. Dies konnte vergessen werden und die Genauigkeit ließ beim Bestimmen des Füllstandes sehr zu wünschen übrig. Die neue smarte M2M (Machine-to-Machine)-Lösung vereinfacht nicht nur den Alltag der Wirte, sondern trägt auch zur Effizienzsteigerung und Kostenoptimierung der Brauerei bei. Für diesen automatisierten Informationsaustausch zwischen Messgeräten im Restaurantkeller und der Brauerei wird das Internet und das Mobilfunknetz der Swisscom genutzt. Die M2M-Lösung vermeidet fehlerhafte Bestellerfassungen, die Transporttouren lassen sich optimieren und es wird sichergestellt, dass die Wirte jederzeit über ausreichend frisches Bier verfügen.

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Autonom arbeitende Messsysteme existieren schon länger. Aufgezeichnet wurde mit Hilfe von Datenloggern, Live-Daten gab es dabei jedoch nicht. Da heutzutage fast an jedem Ort und zu jeder Zeit Zugriff aufs Mobilfunknetz und damit aufs Internet besteht, eröffnet dies ganz neue Möglichkeiten, die Logistik effizienter zu gestalten. Um diese Möglichkeiten auszuloten, haben sich die Brauerei Feldschlösschen, Swisscom und Keller AG für Druckmesstechnik zusammengetan.

Swisscom und Keller Druckmesstechnik kannten sich bereits und hatten schon mehrere erfolgreiche Projekte gemeinsam entwickelt. Die App „myBeer“ hat Swisscom zusammen mit dem M2M-Partner Swiss1Mobile entwickelt. Dieser wurde dafür am internationalen IoT/M2M Innovation World Cup in der Kategorie „Mobility“ ausgezeichnet. Feldschlösschen Getränke setzt nun bei über 350 Großkunden in der Schweiz die M2M-Lösung ein. Die Sensoren von Keller messen über den Druck den Füllstand sowie die Temperatur in den Biertanks vor Ort. Diese Daten werden dann per M2M-Technologie durch „myBeer“ synchronisiert. Der Wirt überwacht seine Anlagen und den Füllstand des Getränkevorrats bequem mittels Tablet oder Smartphone. Dank der M2M-Lösung erkennt die App, wenn der Biervorrat zu Ende geht, und löst automatisch eine neue Bestellung aus. Der Wirt muss nur noch per Tablet oder Smartphone die Bestellung bestätigen und schon naht Hilfe. Feldschlösschen nutzt die dabei anfallenden Daten ausschließlich für eine optimale Planung der Lieferung. Gespeichert werden die Daten auf den Cloud-Servern der Swisscom und erfüllen damit höchste in der Schweiz geltende Sicherheitsbestimmungen.

Per Druckdifferenz zum Füllstand

Der Tankinhalt wird im Innern mit zwei Drucksensoren der X-Linien mit digitaler Schnittstelle RS485 von Keller Druckmesstechnik gemessen. Der Tank steht unter etwa 2 bar Druck, was ausreicht, um das Bier zum Zapfhahn zu befördern. Einer der beiden Drucksensoren befindet sich oben am Tank, beim Kompressoreingang, der andere unten am Ausgang, vor dem Rückschlagventil der Steigleitung. Der Tankinhalt errechnet sich aus dem jeweiligen Druckunterschied zwischen beiden Sensoren, den Bierparametern und den Tankabmessungen.

Die Drucksensoren im Tank sind an eine Box mit integriertem Mobilfunk-Modul angeschlossen. Diese erfasst in regelmäßigen Abständen die Messwerte der Sensoren und schickt sie via GPRS (General Packet Radio Service, allgemeiner paketorientierter Funkdienst) zu einem FTP-Cloud-Server der Swisscom, zusammen mit weiteren Informationen wie Empfangsqualität der Antenne, Versorgungsspannung des Moduls und der Sensoren, Temperatur des Bieres etc. Dort werden die Daten interpretiert, aufbereitet und von der „myBeer“-App übernommen.

Die Energieversorgung von Modul und Sensoren wird über einen Netzadapter gewährleistet. Für alle Fälle ist noch ein Akkumulator integriert, der notfalls die Versorgung über Tage bis Wochen garantiert. Natürlich setzt das System dann rechtzeitig die entsprechende Warnmeldung ab. Der zwingend einzuhaltende Temperaturwert des Tanks bestimmt den Biergeschmack und die Haltbarkeit. Die Temperatur dient daher als wichtige Qualitätsgröße für Wirt und Brauerei.

Ähnliche Systeme werden von Keller auch für andere Anwendungen eingesetzt, etwa für Heizöltanks oder zur Grundwasserüberwachung. Das GSM-2 eignet sich auch für Orte ohne Stromversorgung oder wo keine Kabel verwendet werden können, wie zum Beispiel bei Tanks auf Fahrzeugen oder Baustellen, Grundwasser- und Abwasser-Pegelmessungen. Die Batterielebensdauer ist abhängig vom Mess- und Datenübertragungsintervall und beträgt bis zu zehn Jahre. ee

Sensor + Test, Halle 1, Stand 335

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