Prüfungen an Rohrwand-Proben

Mara Hofacker,

Eins der größten Fallwerke der Welt

ZwickRoell hat ein Fallwerk für Schlagprüfungen an das Essener Prüflabor Gövert geliefert mit etwa 9 Metern Bauhöhe, mehr als 10 Tonnen Gewicht und einer Fallenergie von 120.000 Joule. Diese Daten machen es zu einem der leistungsstärksten Fallwerke weltweit. Damit werden in Zukunft Prüfungen an unterschiedlichen Rohrwand-Proben im Kundenauftrag durchgeführt.

Untersuchung eines Bruchs. © ZwickRoell

Die DWT Großfallwerke (High Energy Drop Weight Tester) von ZwickRoell dienen zum Prüfen und Bewerten von Bruchflächen an ferritischen Stählen, wie sie häufig für Öl- und Gaspipelines verwendet werden. Das Prüfverfahren wird als Fallgewichtsversuch unter anderem in den Normen API-RP 5L3, DIN EN 10274 und ASTM-E 436 beschrieben. Beim Herabfallen beschleunigt das Gewicht einen genormten Prüfkörper in Richtung der Probe, die durchschlagen oder gebrochen wird. Aus der Art des Bruchs beziehungsweise dem Bruchgefüge der Probe lassen sich Aussagen über die Werkstoffeigenschaften treffen. Eine Temperierung der Probe mit einer separaten Kühleinheit ist ebenfalls möglich.

Die DWT Großfallwerke von ZwickRoell dienen zum Prüfen und Bewerten von Bruchflächen an ferritischen Stählen. © ZwickRoell

Instrumentierte Fallwerke bieten zusätzlich die Möglichkeit zur Aufzeichnung kompletter Kraft-Wege-Diagramme, aus denen sowohl charakteristische Kraftpunkte als auch die aufgenommene Schlagenergie berechnet werden können. Für die Prüfung gekerbter Stahlproben aus Rohrausschnitten hat das Prüflabor Gövert aus Essen ein ZwickRoell Fallwerk vom Typ DWT120 kJ erworben. In der Probenvorbereitung wird der Rohrausschnitt zurechtgesägt, in Gull-Wing-Form gebracht und an einer ZwickRoell 800 kN hydraulischen Kerbpresse mit einer Kerbe versehen. Gövert ist einer der wenigen Dienstleister, die Prüfproben in Gull-Wing-Form herstellen und nun auch prüfen können. Mit der Gull-Wing-Form wird die ursprüngliche Krümmung an der Kerb- und Prüfstelle unverändert beibehalten, während die herkömmliche Probe als bearbeitete Flachprobe mit Kerbe geprüft wird.

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Die Schlagprüfungen erfolgen mittels einer instrumentierten Finne bei unterschiedlichen Temperaturen. Bei einem Fallgewicht von ca. 3 t und einer Fallhöhe von etwa 4 m bringt das Fallwerk bis zu 120 kJ Energie auf, womit es eines der leistungsstärksten Fallwerke weltweit ist. So sind Prüfungen nach Prüfnormen wie ASTM-E 436, API-RP 5L3 oder DIN EN 10274 an großen Proben möglich.

Das Großfallwerk von ZwickRoell beeindruckte insbesondere mit sicheren Prüfergebnissen, die mit einem Prüfzertifikat in Anlehnung an DAkkS nachweisbar sind, sowie der zertifizierten Kalibrierung ab Werk und vor Ort beim Kunden. Auch die nachweissichere Erfüllung der hohen Sicherheitsanforderungen und die umfangreiche Unterstützung bei der Projektierung waren bei Gövert wichtige Gründe sich für das DWT 120 kJ von ZwickRoell zu entscheiden.

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