Roboter in Zeitarbeit

Leiharbeit zum Mindestlohn

Überraschende Geschäftsidee aus Berlin: Seit November 2015 bietet die weltweit erste Zeitarbeitsfirma in Gründung für Roboter, Robozän, eine möglicherweise ressourceneffiziente Lösung für Unternehmen an.

Der neue Workerbot 3 kommt auch als Zeitarbeiter ins Haus. (Foto: pi4_robotics)

„Durch unser neues Konzept der Flexibilisierung der Arbeitswelt tragen wir maßgeblich zur Sicherung des Produktionsstandortes Europa bei und gehen auf die zunehmende Individualisierung der Produkte und Stückzahlen ein“, erklärt Geschäftsführer Matthias Krinke, der als einziger Mensch in diesem Start-up angestellt ist.

Die Idee, humanoide Roboter via Zeitarbeit zu vermitteln, kam dem Unternehmer mit der neuen Robotergeneration des workerbot (der dritten Generation von pi4_robotics, wo Krinke ebenso als Geschäftsführer fungiert), da diese besonders schnell und flexibel einsetzbar sind.

Im Rahmen einer Personalvermittlung können Eigentümer ihre Roboter anderen Unternehmen zur Verfügung stellen; und das ganz ohne zusätzlichen Aufwand. Diesen übernimmt hierbei die Zeitarbeitsfirma: Sei es die Beschaffung von Arbeit, der Transport zur Arbeitsstelle, das Einlernen der Arbeit oder die Versicherung der Roboter. Monatlich erhält der Eigentümer eine Gehaltsabrechnung zum Mindestlohntarif in Höhe von 8,50 Euro pro Stunde. Als zusätzlichen Service sendet Robozän am Jahresende eine Abrechnung der „Mobilie“ für die Steuererklärung.

Auch der Vorteil für Firmenkunden, die einen Roboter als Zeitarbeiter anstellen wollen, läge auf der Hand, so Krinke: Nach einer schnellen Einarbeitungsphase kann der Roboter 24 Stunden und sieben Tage wöchentlich arbeiten. Lediglich ein befristeter Arbeitsvertrag von mindestens sechs Monaten mit zwei Schichten ist Pflicht für den Abnehmer. Nach sechs Monaten kann der Vertrag nach Belieben verlängert, oder mit einer Frist von vier Wochen gekündigt werden. Eine Verwaltungs- und Vermittlungsgebühr kommt für den Auftragnehmer noch hinzu.

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Seit Gründung vor knapp vier Monaten hat das Unternehmen schon Kunden aus dem Produktionsbereich, weiße Ware und Automobil überzeugen können. „Aktuell haben wir offene Stellen als Produktionsmitarbeiter in der kunststoffverarbeitenden Industrie“, berichtet Krinke. Der menschenähnliche Roboter soll Teile vom Fließband nehmen, optisch kontrollieren und verpacken. bw

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