Vierter Schunk-Kompetenztag

Die wandlungsfähige Fabrik wird greifbar

„Der deutsche und europäische Maschinenbau befindet sich aktuell in einem Umbruch, wie wir ihn in den letzten zehn Jahren nicht mehr erlebt haben.“ Mit diesen Worten unterstrich Dr. Markus Klaiber, Technischer Geschäftsführer/CTO bei Schunk zum Auftakt des vierten Schunk Kompetenztags die jüngsten Entwicklungen innerhalb der Industrie. Über 50 Produktionsexperten aus Deutschland und der Schweiz waren zu der exklusiven Veranstaltung am Stammsitz des Kompetenzführers für Greifsysteme und Spanntechnik in Lauffen am Neckar gekommen, um einen Tag lang praxisnah die Möglichkeiten der Flexibilisierung von Produktionsprozessen bei maximaler Wirtschaftlichkeit zu beleuchten.

Bei der Factory-Tour erhielten die Teilnehmer einen praxisnahen Einblick in die hochflexiblen Prozesse von Schunk. (Bild: Schunk)

Wesentliche Treiber des derzeitigen Umbruchs seien nach Ansicht von Dr. Klaiber die zunehmende Digitalisierung von Produktionsprozessen, die hohe Dynamik von Startup-Unternehmen, die E-Mobilität, ein zunehmender Variantenreichtum bei Konsum- und Investitionsgütern sowie die politischen Rahmenbedingungen, die aktuell geprägt seien von der Diskussion um Handelsbarrieren und einen zunehmenden Protektionismus. Anlagen und Fabriken müssten in der Lage sein, immer kleinere Losgrößen in immer kürzerer Zeit zu produzieren. „Aus Sicht von Schunk rückt die wandlungsfähige Fabrik in greifbare Nähe“, so lautete das Fazit des Produktionsexperten.

Praxisvorträge und Factory-Tour

Wie es gelingt, Produktionsprozesse flexibel und wirtschaftlich zu gestalten, präsentierte das Unternehmen in vier Case Studies, die für den Schunk Kompetenz-Award 2017 nominiert worden waren. Dazu zählte eine flexible Highspeed-Montageanlage von Aerne Engineering aus der Schweiz ebenso wie die effiziente Fertigung von Leichtbauwaschtischen für die Luftfahrtindustrie von Schüschke, das wirtschaftliche Schleifen von Planetenrädern bei Preinfalk sowie eine vollautomatisierte Prüfzelle für Bremsventile von Tries. Aerne Engineering konnte schließlich das Publikums-Voting für den Gewinn des Schunk Kompetenz-Awards 2017 für sich entscheiden. Die Anlage bietet beeindruckende Möglichkeiten: Bei einer Umrüstzeit von maximal zwölf Minuten und einer Taktzeit von 1,2 Sekunden lassen sich 50 unterschiedliche Baugruppenvarianten vollautomatisch produzieren.

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Insgesamt vier Unternehmen waren für den Kompetenz-Award nominiert und wurden vom geschäftsführenden Gesellschafter Henrik A. Schunk (re.) sowie von Markenbotschafter Jens Lehmann (li.) ausgezeichnet: Preinfalk (Betriebsleiter Jürgen Kissel, 2.v.l.), Tries (Matthias Bachhofer, 3 v.l.), Aerne Engineering (Daniel Aerne 4 v.l.), Schüschke (CEO Thomas Mauthe, 5 v.l.). (Bild: Schunk)

Bei einer Factory-Tour durch die Werkzeughalter- und Spannbackenfertigung in Lauffen erhielten die Teilnehmer einen Einblick in die Möglichkeiten zur Flexibilisierung der Produktion. So gewährleistet die Kombination von Nullpunktspannsystemen, Spannblöcken, Schnellwechselbacken und Präzisionswerkzeughaltern eine hochflexible Spannbackenproduktion bei maximaler Autonomie. Bis zu 30 Stunden läuft die Anlage mannlos. Ähnlich effizient gelöst ist eine vollautomatisierte Anlage zur intelligenten Verkettung von Produktions- und Logistikprozessen bei der Herstellung von Schunk Tendo Werkzeughaltern. An einem teilautomatisierten Dreh-Fräs-Zentrum zeigte Schunk, wie unter anderem mithilfe von Schnellwechselfuttern und einem Roboter ohne Schutzzaun eine hohe Teilevarianz bei minimalem manuellen Aufwand zu realisieren ist. In einer kollaborativen Montageanwendung präsentierte das Unternehmen die effiziente Zusammenarbeit von Mensch und Roboter mithilfe eines DGUV-zertifizierten Co-act Greifers und in Fräsversuchen konnten die Teilnehmer des Kompetenztages die Vorzüge von Tendo Slim 4ax Präzisionswerkzeughaltern im unmittelbaren Vergleich zu Warmschrumpfaufnahmen sehen, hören und sogar spüren.

Torwart-Talk mit Jens Lehmann

Markenbotschafter Jens Lehmann im Interview mit Adham Srouji, Leitung Marketing-Kommunikation/PR bei Schunk: „Enttäuschungen haben mich immer lernen lassen, dass ich besser trainieren und mich in meinem Können perfektionieren musste.“ (Bild: Schunk)

Beim Technik-Torwart-Talk erzählte Schunk-Markenbotschafter Jens Lehmann  „Beim Weg an die Spitze war eine Portion Selbstkritik immer mein Begleiter. “ Der Weltklassetorhüter erklärte weiter: „Enttäuschungen haben mich immer lernen lassen, dass ich besser trainieren und mich in meinem Können perfektionieren musste.“ Die Nummer 1 sein bedeute, die Nummer 2 stets auf Abstand zu halten und sich immer wieder zu hinterfragen, so Lehmann weiter. Dass auch bei Greifsystemen und Spanntechnik immer noch Luft nach oben ist, machte Dr. Klaiber deutlich: Ziel von Schunk sei es, mithilfe der Digitalisierung über den gesamten Lebenszyklus einer Anlage, adäquate Unterstützung zu bieten, um eine hohe Flexibilität bei maximaler Wirtschaftlichkeit zu realisieren. Hierfür baut Schunk derzeit das Programm seiner Smart Services weiter aus, von der Auslegung über die Bestellung, Inbetriebnahme, Betrieb und Service. Auch die Informationstiefe bei den einzelnen Prozessen wird weiter zunehmen: Über die Erfassung von Informationen closest to the part sei es künftig möglich, Prozesse zu optimieren, die Prozesssicherheit zu erhöhen und die Gesamtnutzung von Fabriken zu steigern. as

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