Atlas Copco setzt auf SCA
Hohe Investition ins Kleben
Der schwedische Industriekonzern Atlas Copco investiert sieben Millionen Euro in den Ausbau der SCA-Firmenzentrale in Bretten. Der Klebetechnik-Spezialist SCA erweitert sein Innovationszentrum um neue Technologien und schafft weitere Arbeitsplätze. Der erste Spatenstich wurde am Anfang November gesetzt.
Ronnie Leten, Vorstandvorsitzender des schwedischen Industriekonzerns Atlas Copco, war mit dem gesamten Verwaltungsrat von Stockholm angereist, um den „ersten Spatenstich“ für den Ausbau der Firmenzentrale von SCA Schucker in Bretten zu setzen. Sieben Millionen Euro investiert der Konzern in den Standort, um das Innovationszentrum zu erweitern, die Fläche für Büro- und Schulungsräume auszubauen und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Auch das Logistikzentrum wird eine eigene Halle mit größerem Lager erhalten.
Ab Herbst 2017 werden Besucher bei SCA in Bretten dann noch mehr Fügetechniken finden können. Vor allem Prozesse aus der Automobilindustrie, mit der SCA etwa 90 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet, sollen hier gezeigt werden: „Neben innovativen Ansätzen zur Applikation von Kleb-, Dicht- und Dämmstoffen werden wir hier künftig auch Stanzniet-, Schraub- und Schweißprozesse abbilden“, sagte SCA-Geschäftsführer Olaf Leonhardt. Denn der Trend zum Leichtbau sei in der Automobilindustrie ungebrochen. Um derartige Konstruktionen – und damit Gewichtseinsparungen sowie Senkungen des CO2-Ausstoßes – zu ermöglichen, seien insbesondere sogenannte „hybride Fügeprozesse“ erforderlich, bei denen Kleb- und andere Fügetechniken kombiniert werden. SCA bündelt die hierfür im Konzern vorhandene Kompetenz und setzt sie mit weiteren Unternehmen der Atlas-Copco-Gruppe in konkrete Lösungen um. Diese werden künftig in Bretten unter einem Dach gezeigt. „Die Bedeutung des Karosseriebaus wird sich unabhängig von den zukünftigen Antrieben – Stichwort Elektromobilität – positiv entwickeln“, ist sich Leonhardt sicher. Derzeit würden bis zu 200 Meter an Kleberaupen und etwa 30 Kilogramm Kleb- und Dämmstoffe in einem Automobil verbaut.
SCA hat derzeit weltweit rund 600 Mitarbeiter, davon ist mehr als die Hälfte in Bretten tätig. Hier sind die Entwicklung, Verwaltung und die zentrale Fertigung lokalisiert, außerdem eines von sieben Innovationszentren weltweit. Mit mehreren automatisierten Hybridfüge-Stationen wird SCA ab Herbst 2017 in der Lage sein, für seine Kunden jährlich bis zu 500 Testreihen mit neuen Klebstoffen oder Bauteilen durchzuführen. bw











