Arbeitsplatzgestaltung

Ergonomie und Effizienz funktionieren Hand in Hand

Die Leistungsfähigkeit einer Logistikanlage wird durch das Zusammenspiel von Mensch, Software und Technik definiert. Die Arbeitsplätze der Logistikmitarbeiter sollten daher genauso sorgsam geplant werden wie der Materialfluss.

Neben den körperlichen Aspekten beeinflusst auch die intuitive Bedienung der technischen Elemente die Arbeitseffizienz und Ergonomie. © Unitechnik Systems

Damit die Arbeitskräfte das Auftragsvolumen bewältigen können, ist die intuitive und ergonomische Gestaltung der Arbeitsplätze eine wichtige Voraussetzung. Pack- und Kommissionierplätze, die ergonomisch optimiert sind, bieten ein hohes Produktivitätspotenzial und sichern langfristig die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter. Das Ergebnis sind effizientere Prozesse und gesunde Arbeitskräfte. Besonders der steigende Anteil älterer Menschen erfordert Anpassungen der Arbeitsprozesse. Doch welche Aspekte sollten Unternehmen bei der Planung der Arbeitsplätze besonders berücksichtigen?

Sobald Fördertechnik, Lagersysteme und Kommissionierung geplant sind, geht es an die Konzeption der Arbeitsplätze: Die Ausgestaltung hängt vom Kommissionier- oder Packprozess und von der Art der gelagerten Artikel ab. Bewegt der Mitarbeiter beispielsweise schwere Lasten, erleichtern Lasthandhabungsgeräte die Arbeit. Wird eine solche maschinelle Unterstützung nicht im Planungsprozess berücksichtigt, können beim späteren Umbau der Arbeitsplätze Engpässe auftreten. Bei der Höhe von Förderstrecken, Arbeitstischen und Regalen sollte die Bandbreite der Körpergrößen einkalkuliert werden. Dabei ist ausreichende Kopffreiheit ebenso zu beachten wie ergonomische Arbeitshöhen. Höhenverstellbarkeit bei Fördertechnik, Arbeitstischen oder Bodenplattformen ist frühzeitig einzuplanen.

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Unterschiedliche Anforderungen bei der Planung von Arbeitsplätzen ergeben sich aus der Art der Kommissionierung, je nachdem, ob die Waren den Mitarbeitern aktiv angedient werden (Ware-zur-Person-Prinzip) oder ob sie in Regalfächern bereitgestellt werden (Person-zur-Ware-Prinzip). Ein individuell zugeschnittenes Lagerverwaltungssystem (LVS), zum Beispiel UniWare von Unitechnik, hat großen Einfluss auf die Ergonomie der Arbeitsplätze. Es optimiert beispielsweise bei einer Person-zur-Ware-Kommissionierung den ergonomischen Ablauf: Das LVS führt die Mitarbeiter wegeoptimiert durchs Lager und verkürzt so die Laufstrecken für das Zusammenstellen der Aufträge. Außerdem schlägt das LVS auf Basis der Historiendaten eine Regalbelegung vor, bei der die Schnelldreher in guter Griffhöhe platziert sind, da die Mitarbeiter aus diesen Fächern besonders häufig kommissionieren.

Ein wichtiger Faktor für die Ergonomie ist die Arbeitsplatzhöhe. Im Idealfall lässt sich diese bei Materialflusskonzepten nach dem Ware-zur-Person-Prinzip an die Körpergröße des Mitarbeiters anpassen. Ausschlaggebend ist, ob die Arbeiter eine Tätigkeit im Stehen oder Sitzen ausführen. Das hat Auswirkungen auf die Arbeitsbewegungen und die nötige Greifhöhe, um Behälter und Artikel anzunehmen. Wenig ergonomisch sind beispielsweise Greifhöhen, die oberhalb der Schultern oder unterhalb der Knie liegen. Auch die Bereitstellung der Arbeitsmittel spielt eine wichtige Rolle: Sind am Packplatz alle Materialien wie Behälter, Kartons, Etikettendrucker erreichbar und in ausreichender Menge vorhanden, entfallen lange und zeitaufwendige Laufwege. Für die Umsetzung von Value Added Services bringt eine prozesssichere Anordnung der zusätzlichen Elemente, etwa Montageteile oder Etiketten, einen weiteren Mehrwert. Sinnvoll ist es beispielsweise, die Arbeitsmittel in der Reihenfolge anzuordnen, in der sie vom Mitarbeiter benötigt werden. Drehbewegungen beschränken sich im Idealfall auf etwa 45 Grad. Bei der Bewegung besonders großer und schwerer Waren bieten zudem passende Transportmittel wie Sauggreifer eine ergonomische und vor allem arbeitssichere Unterstützung. Zukünftig wird hier die Zusammenarbeit von Roboter und Mensch eine immer größere Rolle spielen.

Neben den körperlichen Aspekten beeinflusst auch die intuitive Bedienung der technischen Elemente die Arbeitseffizienz und Ergonomie. Visuelle Signale wie Pick-by-Light-Anzeigen unterstützen die Mitarbeiter dabei, Arbeitsabläufe selbst bei hoher Frequenz fehlerfrei durchzuführen. Die Lichtsignale zeigen an, welche Waren in welcher Menge wo entnommen werden und in welchen Zielbehälter sie kommissioniert werden müssen. Eine möglichst einfache Gestaltung der Validierung entlastet die Mitarbeiter zusätzlich. Die automatische Bestätigung der Warenbewegung durch eine Lichtschranke am Entnahmefach und die Gewichtskontrolle des Zielbehälters verhindern zusätzlichen Mehraufwand. Ein intuitives Design der Eingabemasken im Lagerverwaltungssystem vereinfacht die Tätigkeit des Logistikmitarbeiters. Ein Touch-Bildschirm gestaltet Bedienungen effizienter: Die Mitarbeiter verlieren keine Zeit beim Heranholen von Tastatur und Maus und die Bewegung des Mauszeigers auf dem Bildschirm entfällt, stattdessen wählen die Lagerarbeiter via Fingerzeig das richtige Bedienelement. Die Verwendung von Bildern und Symbolen erleichtert zudem die Bedienung – auch für Personen mit begrenzten Sprachkennnissen. pb

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