Monitoring
Wenn Ameisen das WLAN sichern
Grundvoraussetzung für eine moderne Produktion ist ein flächendeckendes und stets verfügbares WLAN. Um Performance-Einbrüche oder Ausfälle einzelner Komponenten rechtzeitig zu erkennen und zu beheben, hat Bechtle bei seinen Kunden ein zentrales Monitoring im Einsatz.
Stiebel Eltron zählt zu den führenden Unternehmen bei Haustechnik und grünen Technologien. Was 1924 mit der Erfindung des Ringtauchsieders begann, setzt sich heute bei Warmwassergeräten, Wärmepumpen oder Lüftungsanlagen fort. Für eine reibungslose Produktion arbeitet das Unternehmen bei seiner IT – insbesondere beim WLAN – mit Bechtle Bielefeld zusammen.
Um einen ständigen Überblick über alle verwalteten Systeme zu haben, setzt das IT-Systemhaus Bechtle in Service-Projekten Tools zum Monitoring ein. Noch vor Kurzem wurden dabei häufig Open-Source-Lösungen verwendet oder vom Kunden bereits eingesetzte Tools genutzt. Für die Bechtle-Mitarbeiter bedeutete dies regelmäßige Einarbeitung in neue Monitoring-Tools, wodurch viel Zeit verloren ging. Um das Monitoring zu standardisieren, entschied sich das Unternehmen für ein Trial von PRTG Enterprise Monitor und überwachte damit zunächst die internen Systeme in Bielefeld. Sven Pöttner, Service Manager im Systemhaus, hatte die Freeware der Monitoring-Lösung von Paessler schon seit Längerem im privaten Umfeld eingesetzt: „Das Tool liefert den vollen Funktionsumfang der Vollversion mit immerhin 100 Sensoren. Damit – und dank des unkomplizierten Set-ups der Software – hat der Einsatz dieser Monitoring-Lösung in meinem privaten Netzwerk viel Spaß gemacht und echten Mehrwert geliefert. Als es dann darum ging, ein Tool für den Einsatz in unseren Kundenprojekten zu finden, war für mich klar, dass dieses Tool in die engere Auswahl gehört.“ Nach der Testphase fiel die Wahl auf PRTG.
Vorteile sahen Pöttner und sein Team vor allem darin, dass das Monitoring-Tool komplett agentenlos arbeitet. Agenten bezeichnen beim Monitoring Dienste, die auf dem zu überwachenden Gerät installiert werden. Viele Monitoring-Lösungen benötigen zwingend Agenten. Agentenlose Systeme nutzen Standard-Protokolle wie SNMP, WMI oder FTP für das Überwachen von Geräten und Applikationen. Es gibt Argumente für und gegen beide Methoden – im Fall der Evaluierung bei Bechtle war die Agentenlosigkeit einer der Gründe, sich für diese Monitoring-Lösung zu entscheiden. Abgesehen davon gestaltet sich der Einsatz von Agenten meist recht aufwendig und stellt für Bechtle als Service-Provider ein Problem dar. Schließlich müssen auf der Kunden-Hardware externe Dienste installiert und betrieben werden. Das ist dem Kunden oft schwierig zu vermitteln, da hier zum einen zusätzliche Last auf den Geräten erzeugt wird und zum anderen entsprechende Kanäle für die Kommunikation geöffnet werden müssen.
Weitere Entscheidungskriterien waren, dass sich das Monitoring-Tool als Windows-Software einfach installieren und betreiben lässt und hinsichtlich Lizenzierung und Preis unkompliziert und vergleichsweise günstig ist. „Ein weiterer Pluspunkt ist für uns, dass der Support des Herstellers in der Software-Wartung enthalten ist. Wir haben ihn schon häufiger mit positivem Ergebnis in Kundenprojekten in Anspruch genommen“, sagt Pöttner. „Dazu kommt mit den Remote Probes ein Feature, das eine schlanke, sichere und einfache Möglichkeit bietet, Monitoring beim Kunden einzurichten. Mit dem zentralen Tool können wir das gesamte Monitoring unserer Kunden in einer einzigen Lösung bündeln und haben damit alle relevanten Informationen in einem Dashboard im Blick.“
VPN oder Remote Probe beim Kunden
Der PRTG Core Server läuft in der Bechtle Private Cloud. Option 1 (orange im Bild) ist klassisch via VPN zum Kundennetzwerk. Dabei sammelt die Local Probe, die auf dem gleichen System, auf dem PRTG-Server läuft, die Monitoring-Daten via VPN. Bei größeren Umgebungen kann es auch sinnvoll sein, auf Kundenseite eine Remote Probe einzurichten, um die Local Probe zu entlasten oder den Datenverkehr zu bündeln. Bei Option 2 (blau im Bild ) wird im Kundennetzwerk eine Remote Probe installiert. Der Windows-Dienst sammelt Monitoring-Daten aus dem Netzwerk des Kunden und schickt diese an den Cloud-Server, wo die Daten ausgewertet werden. Die Probe schickt die gesammelten Daten via TLS-Verschlüsselung direkt über einen freigegebenen Port in der Firewall an den Server. Das hat zwei Vorteile: Zum einen muss kein VPN eingerichtet werden – das spart Aufwand, Kosten und Ärger. Andererseits der Sicherheitsaspekt: Die Probe wird direkt vom Server installiert, und es wird ein klar definierter Port nur für die Probe-Server-Kommunikation freigegeben statt eines risikoanfälligeren VPN-Tunnels. „Das Tool ermöglicht durch die Remote Probes einen schnellen Aufbau von Remote-Monitoring-Szenarien. Auch sonst hat es uns auf ganzer Linie überzeugt. Das hat auch die Erfahrung in den ersten Kundenprojekten bestätigt“, sagt Sven Pöttner. Eines der ersten Kundenprojekte, bei denen das Monitoring-Tool zum Einsatz kam, war die Bereitstellung des WLAN-Service für Stiebel Eltron.
SLA jederzeit belegbar
Für die Produktion in Holzminden wurde die WLAN-Gebäudedurchleuchtung so angesetzt, dass kritische Bereiche redundant versorgt werden, während weniger kritische Abschnitte einfach abgedeckt sind. Der PRTG Enterprise Monitor speichert sämtliche Monitoring-Daten im Originalintervall für einen beliebigen Zeitraum. Damit ist Bechtle beispielsweise in der Lage, die Einhaltung der SLA (Service Level Agreements) gegenüber Stiebel Eltron jederzeit zu belegen. Mit den vordefinierten Cisco-Sensoren war die Einbindung des WLAN-Set-ups in das Monitoring problemlos umsetzbar.
Im Fall von Störungen oder Ausfällen ist das sofortige Eingreifen der zuständigen Bechtle-Experten entscheidend. Dazu wurde das Monitoring-Tool an das Ticketsystem angeschlossen, und der zuständige Servicetechniker erhält umgehend eine Benachrichtigung im Klartext.
Maschinen und Geräte jederzeit orten
Darüber hinaus lassen sich sogenannte Maps erstellen. Auf den Dashboards sind die Geräte vor einem Gebäudegrundriss verortet, sodass der Standort des fehlerhaften Gerätes sofort sichtbar ist, falls wirklich ein Eingreifen vor Ort nötig sein sollte. „Dank der Maps können wir sehr einfach kundenindividuelle Dashboards im HTML-Format erstellen. Das reicht von der Management-Übersicht, die Verfügbarkeit und Zustand der wichtigsten Services und Prozesse abbildet, bis hin zu Dashboards für Helpdesk oder Techniker, die eine Detailsicht brauchen“, sagt Pöttner. Eine besondere Rolle bei der Produktion von Stiebel Eltron spielen die fahrerlosen Transportsysteme. Die sogenannten Ameisen agieren weitgehend autark. Sie werden nicht kontinuierlich durch einen übergeordneten Service gesteuert, sondern erhalten lediglich an definierten Checkpunkten Transportaufträge via WLAN. Bechtle Bielefeld nutzt diese Gegebenheit nicht nur, um kontinuierlich über den Zustand der Ameisen informiert zu sein, sondern auch, um das Monitoring des WLAN zu verbessern. Die Ameisen werden mit dem eingesetzten Monitoring-Tool durch einen einfachen Ping überwacht. Kommt kein Ping zurück, kann das ein Hinweis auf WLAN-Probleme sein. Zusätzlich zum WLAN-Service bekommt der Kunde somit ein Zustandsmonitoring seiner FTS.
Immer wieder haben Kunden bereits vorhandene Monitoring-Tools im Einsatz und wollen oder müssen diese behalten. Mit einer geeigneten Lösung lassen sich die vorhandenen Tools in das zentrale Monitoring integrieren. Nach dem erfolgreichen Einsatz in den ersten Kundenprojekten plant Bechtle für die Zukunft verstärkt den Einsatz von PRTG Enterprise Monitor. „Auch Bechtle Darmstadt setzt beim Monitoring auf diese Lösung. Wir werden künftig Synergien nutzen und intensiver zusammenzuarbeiten. So schaffen wir gemeinsame Kompetenz, verringern Aufwände und können letztlich unseren Kunden besseren Service bieten“, sagt Sven Pöttner.










