Wälzlager-Serie für korrosive Umgebung

Clever beschichtet

Mit der Serie Abeg Extreme sind Wälzlager am Markt, die sich durch spezielle Kombination ausgewählter Konstruktionselemente für besondere Bedingungen eignen. Neben Xforce und Xspeed für Hochlast- und Hochgeschwindigkeitsanwendungen ist nun die Serie Xclean für feuchte, korrosive und aggressiv-chemische Umgebungen im Angebot.

Xclean steht für höhere Lebensdauer in feuchten, korrosiven Umgebungsbedingungen - etwa in Waschstraßen, wo besondere Anforderungen an den Korrosionsschutz der eingesetzten Wälzlager bestehen. (Foto: Findling)

Wälzlager sorgen in zahllosen mechanischen Anwendungen für Bewegung - entsprechend groß ist die Vielfalt der unterschiedlichen Typen. Findling führt allein im DIN-Standardsortiment 22.000 unterschiedliche Artikel sowie viele kundenindividuelle Sonderlösungen. Seit 2012 bietet das Unternehmen rund 1.500 verschiedene Wälzlager der Serien Xforce und Xspeed aus der Serie Abeg Extreme als Standardartikel direkt ab Lager - diese Serie steht für Wälzlager außerhalb von Standardanwendungen mit technisch höchsten Anforderungen. Die Xspeed-Lager sind für Hochgeschwindigkeitsanwendungen mit hohen Drehzahlen optimiert, die Xforce-Lager sind für hohe Tragzahlen bei geringen Drehzahlen konzipiert - etwa in Kranen, Hebezeugen, Förder- und Getriebetechnik sowie Landwirtschaft und Robotik. Nun ergänzen die Xclean-Lager das Sortiment: Der Hersteller verspricht höhere Lebensdauer in feuchten, korrosiven Umgebungsbedingungen, in Anwendungen mit aggressiven Chemikalien sowie in Reinraum- und Vakuumapplikationen, zum Beispiel Anwendungen im Freien, im Automobilbau, bei medizinischen Applikationen, bei Verpackungsmaschinen für Lebensmittel und allgemein lebensmittelverarbeitenden Maschinen und Anlagen.

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Entscheidender Faktor für eine lange Lebensdauer: die Sauberkeit. Xclean-Wälzlager müssen auch bei kleineren Schmutzpartikeln einen hervorragenden Korrosionsschutz bieten. Deshalb sind hier bisher Werkstoffe wie Edelstahl, Keramik oder Kunststoff sowie Beschichtungen gegen Korrosion und zur Verringerung des Verschleißes ausgewählt worden. Außerdem richtet der Hersteller den Fokus auf die Dichtungstechnik. Zu berücksichtigen ist, dass die im Wälzlagerbereich eingesetzten Edelstähle nicht rostfrei, sondern lediglich rostarm sind – so eignet sich der AISI440C-Edelstahl für Umgebungen mit hoher Luftfeuchtigkeit oder leichter Benetzung, aber nicht für dauerhaften Flüssigkeitskontakt; Lager aus diesem Edelstahl sind deshalb durch Gehäuse vor direktem Flüssigkeitskontakt geschützt, zum Beispiel Förderrollen im Lebensmittelbereich, Mahlwerke oder Pumpen. Tragzahlen und Lebensdauer dieser Edelstahlsorte sind jedoch 30 Prozent niedriger als bei herkömmlichem 100Cr6-Wälzlagerstahl. Kommen die Lager in direkten Kontakt mit Flüssigkeiten, sollte deshalb der AISI316L-Edelstahl gewählt werden, meint Findling: Er ist resistent gegen verschiedene Säuren und zeigt keine interkristalline Rostbildung. Wälzlager aus AISI316L eignen sich für den Einsatz in der natürlichen Umwelt, auch mit geringem Salzgehalt; allerdings ist hier der Tragzahlverlust noch größer.

Alternative zum Edelstahl: Die richtige Beschichtung

Deshalb sei ein mit Zink, Zink-Eisen oder Zink-Nickel beschichteter 100Cr6-Wälzlagerstahl in vielen Applikationen eine bessere Alternative zum Edelstahl und der Einsatz mit hoher Luftfeuchtigkeit und der direkte, dauerhafte Kontakt mit Flüssigkeiten problemlos - etwa in Waschstraßen, bei Markisen im Außenbereich, Fördergeräten oder Spielgeräten auf Spielplätzen. Die Zink-Beschichtung verhindert Passungsrost an Wellen und schützt die Lagergehäuse vor Korrosion. Zinkbeschichteter Wälzlagerstahl eignet sich allerdings nicht für eine Verwendung in den Laufbahnen der Rollkörper, da sich die Beschichtung im Laufe der Zeit abnutzt; hier kann ein Zink-Eisen-beschichteter 100Cr6-Stahl eingesetzt werden: Der entscheidende Vorteil ist eine unverändert hohe Tragzahl und damit die Eignung auch für hohe Belastungen und die Möglichkeit, diese Lager als Ersatz für Standardlager einzusetzen. Eine Zink-Nickel-Beschichtung ab drei Mikrometer mit Dünnschichtpassivierung bietet im Vergleich zur Zink-Eisen-Beschichtung noch einmal in jeder Hinsicht verbesserte Eigenschaften.

pb

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